Kosten senken - Klima schonen: EVS setzt beim Betrieb seiner Kläranlage Saarbrücken-Brebach auf intelligenten Energiemix

(PresseBox) ( Saarbrücken, )
Abwasseranlagen gehören, was den Bedarf an elektrischer Energie angeht, zu den Großverbrauchern in den Kommunen. Insbesondere für die Belüftung der biologischen Reinigungsstufe und den Betrieb von Pumpen werden große Mengen an Energie benötigt. Um eine größere Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erreichen, setzt der Entsorgungsverband Saar, der sämtliche 140 kommunalen Kläranlagen im Saarland betreibt, neben Maßnahmen zur Energieeinsparung vor allem auf eine verstärkte Nutzung selbst erzeugter erneuerbarer Energie. Mit dieser Strategie verfolgt der EVS zugleich ökonomische wie ökologische Ziele. Denn durch die Nutzung regenerativer Energien werden die Betriebskosten erheblich reduziert und die Freisetzung des klimaschädlichen CO2 vermieden.

Wie ein intelligenter, zukunftsorientierter Energiemix aussehen kann, zeigte der EVS im Rahmen einer Pressekonferenz am 17. Juni am Beispiel der Kläranlage Saarbrücken-Brebach. Der EVS wird die zweitgrößte saarländische Kläranlage in den kommenden Jahren energetisch soweit optimieren, dass sie ihren gesamten Eigenbedarf an Wärme und zwei Drittel ihres Strombedarfs selbst decken kann.

Bei den Maßnahmen zur Energieerzeugung handelt es sich im Einzelnen um folgende Projekte:

Pilotanlage zur Gewinnung von Wärme aus Abwasser

Im Juni 2013 hat der EVS im Rahmen eines Pilotprojektes auf seiner Kläranlage Saarbrücken-Brebach eine innovative Anlage zur Nutzung von Abwasserwärme in Betrieb genommen. Das Abwasser wird aus einem Belebungsbecken der Kläranlage über einen Wärmetauscher geleitet, der diesem Wärme entzieht und sie zu einer Wärmepumpe transportiert. Die eingesetzte Gasmotor-Wärmepumpe, die deutlich effizienter arbeitet als konventionelle elektrische Wärmepumpen, hebt dann das Temperaturniveau an und speist die Wärme in das Heizsystem der Kläranlage ein.

Die prognostizierte jährliche Einsparung von Erdgas zu Heizzwecken liegt bei rund 100.000 Kilowattstunden pro Jahr. Die umweltbelastenden CO2-Emissionen der Heizung werden um rund 20 Tonnen pro Jahr gesenkt, was eine Reduzierung um 50 Prozent bedeutet.

Für kommunale und gewerbliche Einrichtungen bietet das Verfahren der Energiegewinnung aus Abwasser große Potenziale zur Verringerung des Verbrauchs teurer und umweltschädlicher fossiler Brennstoffe, denn die Hauptsammler des EVS, die die Abwässer zu den 140 Kläranlagen des Verbandes transportieren, sind flächendeckend im Saarland vorhanden.

Erzeugung von Solarstrom durch Fotovoltaik

Auf der Kläranlage Saarbrücken-Brebach erzeugt die erste und größte Dachflächen-Fotovoltaikanlage des EVS seit 2011 sauberen Solarstrom. Auf den Dächern von vier Gebäuden - dem Betriebsgebäude, dem Zulaufgebäude, der Schlammentwässerung und der Gebläsestation - wurden auf einer Fläche von rund 1.270 Quadratmetern insgesamt 700 Module angebracht. Für die Auswahl geeigneter Standorte für Fotovoltaikanlagen wurde im Vorfeld in Zusammenarbeit mit der ARGE Solar ein Dachflächenkataster aller EVS-Kläranlagen erstellt. Auf sechs weiteren EVS-Kläranlagen wurden ebenfalls Fotovoltaikanlagen installiert, die Sonnenlicht auffangen, speichern und in elektrische Energie umwandeln.

Umbau der Schlammbehandlung zur Faulgasgewinnung und Energieerzeugung

Zur energetischen Optimierung wird der EVS die Kläranlage Saarbrücken-Brebach in den nächsten Jahren mit einer Klärschlammfaulung nachrüsten. Aktuell befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Bisher wird der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm aerob (unter Luftzufuhr) in den Belebungsbecken stabilisiert, bevor er anschließend weitgehend geruchsfrei einer Weiterbehandlung zugeführt werden kann. Bei diesem Verfahren kann die im Klärschlamm enthaltene Energie nicht verwertet werden. Vielmehr muss sogar zusätzliche Energie für die Belüftung der Becken eingesetzt werden, um den Klärschlamm zu stabilisieren.

Durch die Nachrüstung der Kläranlage mit einer Klärschlammbehandlung im Faulturm wird die Energiebilanz der Kläranlage Saarbrücken-Brebach erheblich verbessert: Für die anaerobe (unter Luftabschluss realisierte) Schlammstabilisierung durch Faulung wird viel weniger Energie benötigt, da die Belebungsbecken nur noch so lange belüftet werden müssen, wie es für den Schadstoffabbau erforderlich ist. Darüber hinaus liefert die Verstromung des über den Faulprozess gewonnenen methanreichen Gases Strom und Wärme sozusagen zum "Nulltarif". Ökonomisch und ökologisch sauberer kann man keine Energie erzeugen.
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