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Pressemitteilung BoxID: 237469 (EnBW Energie Baden-Württemberg AG)
  • EnBW Energie Baden-Württemberg AG
  • Durlacher Allee 93
  • 76131 Karlsruhe
  • http://www.enbw.com

Vorläufige Geschäftszahlen für 2008: "EnBW hat sich operativ weiter gut entwickelt"

(PresseBox) (Karlsruhe , ) EnBW hält am eingeschlagenen Wachstumskurs fest - Investitionen in Höhe von 7,7 Milliarden Euro bis 2011 geplant Karlsruhe. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat ihre Position als drittgrößter Energieversorger in Deutschland gefestigt. Nach den heute in Karlsruhe veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen für 2008 stieg der Umsatz des Konzerns im Berichtsjahr um 10,8 Prozent auf 16.305,4 Millionen Euro. Das um außerordentliche Effekte bereinigte operative Ergebnis vor Ertragsteuern, Zinsen und Abschreibungen (Adjusted EBITDA) erhöhte sich um 11,5 Prozent auf 2.595,6 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen (Adjusted EBIT) verbesserte sich um 14,8 Prozent auf 1.793,9 Millionen Euro. Der Adjusted Konzernüberschuss bezogen auf die Gewinnanteile der Gesellschafter der EnBW AG erhöhte sich um 32,9 Prozent auf 1.091,3 Millionen Euro. Nicht bereinigt um neutrale Ergebniseffekte sank der Konzernüberschuss bezogen auf die Gewinnanteile der Gesellschafter der EnBW AG um 36,1 Prozent auf 871,8 Millionen Euro. Im Vorjahr waren einmalige steuerliche Sondererträge enthalten, während im aktuellen Geschäftsjahr außerplanmäßige Abschreibungen der Strom- und Gasnetze sowie von Finanzanlagen in Folge der Finanzkrise das Ergebnis belasteten. Grund für die außerplanmäßigen Abschreibungen auf die Strom- und Gasnetze ist die weitere Reduzierung der Netznutzungsentgelte durch die Bundesnetzagentur.

Entwicklung der Geschäftsfelder insgesamt zufriedenstellend Erhöhter Wettbewerb führt zu rückläufigen Vertriebsmargen Netzregulierung belastet Ergebnis Im Geschäftsfeld Strom erhöhte sich das Adjusted EBIT um 17,4 Prozent auf 1.639,0 Millionen Euro. Positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten sich dabei eine verbesserte Marge im Bereich Erzeugung und Handel sowie Erstattungsbeträge im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs beim Wasserentnahmeentgelt aus. Gestiegene Kosten für Strombezug, Brennstoffe und CO2-Zertifikate wirkten dagegen negativ auf das Ergebnis. Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs gingen zudem die Margen im Vertrieb zurück. Im regulierten Netzbereich belastete die weitere Senkung der Netznutzungserlöse durch die Bundesnetzagentur das Ergebnis. Im Geschäftsfeld Gas wirkte sich 2008 ein im Vergleich zum Vorjahr kälterer Winter positiv auf das Ergebnis aus. Dabei erhöhte sich das Adjusted EBIT um 10,5 Prozent auf 192,7 Millionen Euro. Im Geschäftsfeld Energie- und Umweltdienstleistungen sank das Adjusted EBIT im Berichtsjahr dagegen um 23,2 Prozent auf 100,1 Millionen Euro. Grund hierfür sind vor allem geringere periodenfremde Erträge und eine Ergebnisminderung bei den sonstigen Energiedienstleistungen.

Nicht bereinigt um neutrale Ergebniseffekte erhöhte sich das EBITDA des Konzerns über alle Geschäftsfelder um 8,7 Prozent auf 2.540,1 Millionen Euro. Das ebenfalls nicht um neutrale Ergebniseffekte bereinigte EBIT verringerte sich um 5,8 Prozent auf 1.468,2 Millionen Euro. Diese Entwicklung ergibt sich vor allem aus Veränderungen bei den Kernenergierückstellungen sowie außerplanmäßigen Abschreibungen auf die Strom- und Gasnetze. Grund für diese Abschreibungen sind die weiteren Reduktionen der Netznutzungsentgelte durch die Bundesnetzagentur.

"Unser Kurs stimmt. Die EnBW ist ertragsstark und hat sich in 2008 operativ weiter positiv entwickelt. Wir konnten unsere ambitionierten Ergebnisziele erreichen, haben unsere Vertriebsaktivitäten intensiviert und wichtige Zukunftsprojekte erfolgreich auf den Weg gebracht. Unsere solide Finanz- und Vermögenslage bildet das Fundament für weiteres Wachstum. Entsprechend planen wir bis 2011 insgesamt 7,7 Milliarden Euro zu investieren und setzen damit weiter auf profitables Wachstum", so Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender der EnBW.

EnBW hält an Wachstumskurs fest Insgesamt sieht die EnBW ihre Geschäftsfelder gestärkt und sieht sich im Wettbewerb gut aufgestellt. Zur Sicherung des Bestandsgeschäfts und zur Nutzung sich bietender Wachstumschancen plant die EnBW ihr 2008 begonnenes Investitionsprogramm fortzusetzen. So sind für den Zeitraum 2009 bis 2011 Investitionen in Höhe von 7,7 Milliarden Euro vorgesehen. Davon entfallen auf Finanzinvestitionen 2,2 Milliarden Euro und auf Sachinvestitionen 5,5 Milliarden Euro. 82 Prozent dieser Investitionen sind für Wachstumsprojekte inklusive Kraftwerksneubauten vorgesehen.

Im Geschäftsjahr 2008 wendete die EnBW bereits 1.246,0 Millionen Euro für Investitionen auf. Dies entspricht einem Zuwachs von 429,9 Millionen Euro oder 52,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 75 Prozent der Investitionen wurden im Geschäftsfeld Strom, 20 Prozent im Geschäftsfeld Energie- und Umweltdienstleistungen und 5 Prozent im Geschäftsfeld Gas getätigt. Neben Investitionen in den Erhalt der Infrastruktur und damit in die Versorgungssicherheit wurden 239,3 Millionen Euro in den Neubau des modernen Steinkohlekraftwerks RDK 8 in Karlsruhe, 97,1 Millionen Euro in Offshore-Windkraftprojekte, 35 Millionen Euro in den Neubau des Laufwasserkraftwerks in Rheinfelden, 44,4 Millionen Euro in die Restrukturierung der Höchstspannungsnetze, 93,0 Millionen Euro in den Neubau des Gebäudes EnBW City in Stuttgart, 22,1 Millionen Euro in den Neubau des Verwaltungsgebäudes der ZEAG in Heilbronn und 11,7 Millionen Euro in den Neubau des Bürogebäudes in Biberach investiert. Darüber hinaus wurden in 2008 weitere Anteile am Prager Energieunternehmen Praská energetika a.s. und an Elektrownia Rybnik S.A. sowie eine Beteiligung an den Stadtwerken Hilden GmbH erworben. Außerdem hat die EnBW den Intelligenten Stromzähler als erstes Energieversorgungsunternehmen in Deutschland auf den Markt gebracht.

Darüber hinaus konnte der Erwerb von 26 Prozent der Anteile an der EWE AG vereinbart werden, welcher noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes steht. Die Erweiterung des Laufwasserkraftwerks Iffezheim um eine 5. Turbine wurde beschlossen, eine Absichtserklärung zum Erwerb von Kraftwerkskapazitäten in Lippendorf (446 MW) und Bexbach (79 MW) unterzeichnet, die Planungen für das Kraftwerksprojekt in Stade vorangetrieben und die EnBW Gas Midstream GmbH gegründet.

Solide Vermögens- und Kapitalstruktur - Investitionen über Operating Cashflow finanziert In Folge der deutlich höheren Investitionen ist der Free Cashflow im Berichtsjahr 2008 um 51,3 Prozent auf 415,1 Millionen Euro zurückgegangen, bleibt aber weiterhin deutlich positiv.

Die Verminderung des Eigenkapitals um 7 Prozent auf 5.583,3 Millionen Euro in Folge des Rückgangs der Kursreserven von Wertpapieren und die um 15,8 Prozent höhere Bilanzsumme von 32.925,1 Millionen Euro führten zu einem Rückgang der Eigenkapitalquote um 4,1 Prozentpunkte auf 17,0 Prozent. Die Nettoschulden des Konzerns erhöhten sich zum Jahresende 2008 um 15 Prozent auf 6.833,5 Millionen Euro. Dieser Anstieg ist Folge gesunkener Bewertungsreserven der Wertpapiere aufgrund der Kursrückgänge an den Kapitalmärkten sowie der gestiegenen Pensions- und Kernenergierückstellungen. Die liquiden Mittel des Konzerns belaufen sich auf 2.368,7 Millionen Euro. Zwei im November 2008 erfolgreich begebene Anleihen im Gesamtvolumen von 1.500 Millionen Euro sowie eine Privatplatzierung über rund 170 Millionen Euro im Dezember 2008 stärken die Finanzkraft der EnBW zusätzlich. Die Anleihen haben eine Laufzeit von 5 und 10, die Privatplatzierung eine Laufzeit von 30 Jahren.

"Unser Investitionsprogramm werden wir zum größten Teil über den Cashflow finanzieren. Die Nettofinanzverschuldung wird mittelfristig nur um rund 2 Milliarden Euro zunehmen. Ein Rating im A-Bereich bleibt weiterhin unser Ziel," so Dr. Rudolf Schulten, Finanzvorstand der EnBW.

Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs werden der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 23. April 2009 eine Dividendenausschüttung von 2,01 Euro pro berechtigter Stückaktie vorschlagen.

In Anbetracht der aktuellen allgemeinen Wirtschaftslage kann die EnBW mögliche konjunkturbedingte Absatzrückgänge im Strom- und Gasgeschäft in 2009 nicht ausschließen. Steigende Rohstoffpreise sowie eine weitere Zunahme der Wettbewerbsintensität mit entsprechendem Druck auf die Margen im Strom- und Gasbereich können ebenfalls die wirtschaftliche Lage der EnBW beeinflussen. Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten und weiterhin unsicherer politischer Rahmenbedingungen strebt die EnBW für das Jahr 2009 ein Ergebnis auf Vorjahresniveau an.