Strom selbst erzeugen: Händler zurückhaltend

EHI-Studie analysiert die Bereitschaft zum Ausbau der Eigenstromversorgung im Handel

(PresseBox) ( Köln, )
Händler zeigen sich zurückhaltend beim Thema Selbsterzeugung von Strom. In diesem Bereich weichen sie von ihrer sonst sehr hohen Investitionsbereitschaft in Energieoptimierungsprojekte ab, wie die EHI-Studie Energiemanagement im Einzelhandel 2014 zeigt. Die geringe Bereitschaft zum Ausbau der Eigenstromversorgung begründen die Händler vor allem mit den derzeitigen gesetzlichen Bedingungen für den Neubau und Betrieb von Energieerzeugungsanlagen sowie mit der Planungsunsicherheit bezüglich zukünftiger gesetzlicher Entwicklungen.

Planungsunsicherheit durch neue Gesetze

72 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, ihre Eigenstromversorgung nicht bzw. nicht weiter ausbauen zu wollen. Als Gründe für das mehrheitliche Votum gegen einen Ausbau wurden vor allem eine zu geringe Rendite und eine große Planungsunsicherheit bezüglich der zukünftigen gesetzlichen Entwicklungen genannt. Immerhin 28 Prozent streben trotz der neuen Gesetzeslage einen Ausbau an.

Die EEG-Reform 2014 bringt zahlreiche Änderungen mit sich. Die Fördersätze für neue EE-Anlagen sinken weiter. Außerdem müssen Händler ab einer Leistung von 500 Kilowatt ihren Strom selbst vermarkten. Ab 2016 sollen auch Betreiber von Anlagen mit einer Leistung schon ab 100 Kilowatt zur Direktvermarktung verpflichtet werden. Dies bedeutet neben dem größeren Vermarktungsaufwand auch ein höheres Risiko durch schwerer planbare Einnahmen. 2017 ist bereits eine weitere EEG-Reform zu erwarten - die daraus entstehende Ungewissheit bezüglich der zukünftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen erhöht die Planungsunsicherheit noch einmal zusätzlich.

Händler als Stromerzeuger

Unter anderem aufgrund der Anreize, die das alte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bot, haben in der Vergangenheit gut ein Viertel der befragten Händler eigene Stromerzeugungsanlagen installiert.

Zunehmende Unabhängigkeit vom Strommarkt und niedrigere Kosten sollten die Händler motivieren, den Ausbau der Eigenstromversorgung voranzutreiben. Je weniger sie allerdings von dem selbst erzeugten Strom direkt nutzen können, desto eher sind die Händler auf ein Modell angewiesen, in dem sie überschüssigen Strom zu planbaren Preisen vermarkten können. Die Quote der Eigenstromnutzung der befragten Händler liegt gerade einmal bei knapp 2 Prozent. Da das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz auch die Eigenstromnutzung anteilig mit der EEG-Umlage belastet, werden die Anreize, den selbst erzeugten Strom auch selbst zu nutzen, voraussichtlich noch weiter sinken.

Grafik für Journalisten im kostenlosen Download:
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