Rechnungskauf online weiter Spitze

EHI stellt Ergebnisse der Studie "Online-Payment 2017" vor

Köln, (PresseBox) - Nach wie vor zahlen deutsche Kunden ihre Onlinekäufe am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Die meisten Händler stellen sich darauf ein, auch wenn sie an erster Stelle die Zahlung per E-Wallet oder Kreditkarte anbieten. Der Kauf auf Rechnung baut damit seine Spitzenposition als umsatzstärkste Zahlungsart im E-Commerce weiter aus. Die Lastschrift liegt hier an Platz zwei vor Paypal, welches erneut leichte Einbußen hinnehmen musste. Die Marktanteile der Kreditkarte bleiben konstant, so die ersten Ergebnisse der diesjährigen EHI-Studie „Online-Payment 2017“, die die EHI-Expertin Dorothee Frigge heute auf dem EHI Kartenkongress in Bonn vorstellt.

Breiter Zahlungsmix im Angebot

Onlineshops bieten ihren Kunden mehr Zahlungsdienste an als im Vorjahr. Im Schnitt konnten Kunden 2016 in den 1.000 umsatzstärksten Onlineshops aus sieben unterschiedlichen Zahlungsmöglichkeiten wählen, bei den Top-10-Shops waren es sogar knapp neun.

Nach wie vor sind hier E-Wallets, also digitale Geldbörsen wie Paypal, und Kreditkarten die mit Abstand am häufigsten angebotenen Zahlungsverfahren. Besondere Bedeutung hat auch weiterhin der Rechnungskauf. Dieser birgt für Onlinehändler zwar ein relativ hohes Ausfallrisiko, ist aber aufgrund seiner Beliebtheit bei den Kunden nicht mehr wegzudenken. 67,7 Prozent der Top-1.000 Onlineshops boten ihren Kunden 2016 die Möglichkeit, den fälligen Rechnungsbetrag erst nach Erhalt der Ware zu begleichen. Gegen das Ausfallrisiko sichern sich die meisten Händler durch einen entsprechenden Anbieter ab, sehr große und sehr kleine Shops tragen das Risiko tendenziell allerdings eher selber.

Paydirekt, der gemeinschaftliche Zahlungsdienst der Deutschen Kreditwirtschaft, ist bisher eher gering verbreitet. Nur 45 (von insgesamt 815) paydirekt-Shops sind unter den Top-1.000 Onlinehändlern (Stand: 13.04.2017). 34 Prozent der befragten Händler geben aber an, dass sie Paydirekt bis Ende 2018 in den Zahlungsmix aufnehmen wollen.

Rechnung knackt 30-Prozent-Marke

Die am häufigsten angebotenen Zahlungsverfahren sind nicht zwangsläufig diejenigen, mit denen Händler die größten Umsätze erzielen. So knackt der Kauf auf Rechnung im Umsatzjahr 2016 die 30-Prozent-Marke und liegt mit 30,5 Prozent weiterhin an erster Stelle der umsatzstärksten Zahlungsarten. Mit 20,2 Prozent erobert sich die Zahlung per Lastschrift* den zweiten Platz zurück. Paypal verliert erneut Marktanteile und rutscht mit 17,9 Prozent Umsatzanteil auf Rang drei. Den vierten Platz besetzt nach wie vor die Kreditkarte (12,2 Prozent). Alle anderen Zahlungsarten liegen unterhalb der 5-Prozent-Marke.

Kreditkarte mit 3D-Secure

Die Marktanteile der Kreditkarte sind nahezu konstant geblieben. Das Zahlungsmittel profitiert zwar von geringeren Gebühren. Auf der anderen Seite bremsen die erhöhten Sicherheitsvorschriften die nutzerfreundliche Handhabung. Denn seit November 2015 ist für Kreditkartenzahlungen im E-Commerce eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung des Kunden gesetzlich vorgesehen. Obwohl der Checkout-Prozess damit für den Kunden deutlich komplexer wird, sichern inzwischen 72 Prozent der Händler Kreditkartenzahlungen mittels sogenannten 3D-Secure-Verfahren (z.B. Verified by Visa oder Mastercard Secure Code) ab. Nur noch 27 Prozent der Händler verzichten grundsätzlich auf die Nutzung von 3DS, im Vorjahr waren es noch 41 Prozent.

Die hohen Sicherheitsvorkehrungen bleiben nicht ohne Folgen: Bei 43 Prozent der Händler wurden Kreditkarten seltener als Zahlungsmittel gewählt. 61 Prozent beobachten einen Anstieg der Zahlungsabbrüche nach Auswahl der Zahlungsart Kreditkarte, wenn die Zahlung mittels 3DS abgesichert wird. Allerdings werden ab Januar 2018 im Rahmen der „Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie“ (PSD2) auch andere Zahlungsmittel von der Zwei-Faktoren-Authentifizierung betroffen sein – wie sich das auf die Nutzung von Kreditkarten auswirkt, bleibt abzuwarten.

* Die hohe Platzierung der Lastschrift ist vor allem getrieben durch Amazon (22 Prozent Anteil am E-Commerce-Umsatz). Klammert man Amazon bei der Betrachtung des Marktes aus, rutscht die Lastschrift mit 4,2 Prozent Umsatzanteil auf Platz 7 ab.

Datenbasis

Die Studie „Online-Payment 2017“ beinhaltet Daten von 106 Onlinehändlern (Pureplayer und Omnichannler) unterschiedlicher Branchen und Umsatzgrößen. Davon flossen Angaben von Händlern mit einem Gesamtbruttoumsatz in Höhe von 17,6 Mrd. Euro in die Berechnung der Marktanteile der Zahlungsarten ein. 64 der Händler beteiligten sich auch an der qualitativen Befragung.

Datengrundlage für die Markthochrechnung bilden die 1.000 umsatzstärksten B2C-Onlineshops für physische Güter (inkl. E-Books) aus der Studie „E-Commerce-Markt 2016“ (EHI, Statista), die im Geschäftsjahr 2015 einen Gesamtumsatz von 35,5 Mrd. Euro erwirtschafteten.

Die vollständige Studie erscheint im Juni 2017 und kann ab dem 26. April 2017 im EHI-Shop vorbestellt werden.

Grafiken zum Download

EHI Retail Institute GmbH

Das EHI Retail Institute ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner mit rund 60 Mitarbeitern. Sein internationales Netzwerk umfasst rund 800 Mitgliedsunternehmen aus Handel, Konsum- und Investitionsgüterindustrie sowie Dienstleister. Das EHI erhebt wichtige Kennzahlen für den stationären und den Onlinehandel, ermittelt Trends und erarbeitet Lösungen. Das Unternehmen wurde 1951 gegründet. Präsident ist Götz W. Werner, Geschäftsführer ist Michael Gerling. Die GS1 Germany ist eine Tochtergesellschaft des EHI und des Markenverbandes und koordiniert die Vergabe der Global Trading Item Number (GTIN, ehem. EAN) in Deutschland. In Kooperation mit dem EHI veranstaltet die Messe Düsseldorf die EuroShop, die weltweit führende Investitionsgütermesse für den Handel, die EuroCIS, wo neueste Produkte, Lösungen und Trends der IT- und Sicherheitstechnik vorgestellt werden sowie die C-star für den asiatischen Handel in Shanghai.

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