InterConnect: Europaweite Pilotprojekte mit über 50 Partnern aus elf Ländern - Gebäude und Stromnetze wachsen digital zusammen

Groß angelegte Pilotprojekte zu smartem, netzdienlichem Energiemanagement in ganz Europa / EEBUS ist federführend in der Entwicklung interoperabler Anwendungsfälle für die Vernetzung von Geräten, Gebäuden und Stromnetzen

(PresseBox) ( Köln / Brüssel, )

InterConnect besteht aus 12 groß angelegten Pilotprojekten  zu smartem Energiemanagement mit 51 Partnern aus 11 Europäischen Ländern
EEBUS ist federführend in der Entwicklung interoperabler Anwendungsfälle für die Vernetzung von Geräten, Gebäuden und Stromnetzen
Flexible Stromtarife für Privatkunden, vernetzte Ladetechnik in großen Parkgaragen: Zwei Projekte mit vielen EEBUS-Partnern in Deutschland


Das Projekt InterConnect (Interoperable Solutions Connecting Smart Homes, Buildings and Grids) steht für die Vernetzung von Smart Homes, Gebäuden und Stromnetzen. An dem im Rahmen des EU-Programms „Horizon 2020“ geförderten Projekt nehmen 51 Europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen teil. Erklärtes Ziel: InterConnect soll in ganz Europa ein effizientes, interoperables Energiemanagement und den netzverträglichen Einsatz von Energieverbrauchern in Smart Homes und gewerblichen Gebäuden ermöglichen.

51 Partner aus elf Ländern für die vernetzte Energiewelt

An sieben miteinander verbundenen Teststandorten in Portugal, Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Griechenland und Frankreich legt InterConnect in den kommenden vier Jahren den Grundstein für die Zukunft intelligenter Energiemanagement-Lösungen. Insgesamt sind 51 Partner aus elf europäischen Ländern an dem 36 Millionen Euro-Projekt beteiligt: Aus Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Portugal, Serbien, Slowenien und den Niederlanden.

Die breite Teilnehmerbasis gewährleistet die Interoperabilität zwischen Geräten und Systemen über Sektoren- und Herstellergrenzen hinweg, ebenso wie Datensicherheit und den Schutz von Benutzerdaten nach europäischen Standards. Neben den Technologien für ein vernetztes Energiemanagement soll im Rahmen von InterConnect auch ein digitaler Marktplatz für Anwendungen und Dienstleistungen rund um die effiziente Nutzung von Energie entstehen.

Alle Hersteller, Verteilnetzbetreiber und Energieversorger können diese Lösungen künftig nutzen. Endkunden wiederum leisten damit Ihren Beitrag zur Energiewende ganz ohne Komforteinbußen – dafür sorgen die zu entwickelnden Energiemanagementsysteme.

InterConnect setzt in seinen Pilotprojekten die folgenden acht Schwerpunkte:


- Offene Standardisierung der entwickelten Lösungen
- Eine gemeinsame Beschreibungssprache (Ontologie) für alle energierelevanten Systeme als Garant für Interoperabilität zwischen Sektoren und Herstellern
- Die Nutzung offener digitaler Plattformen
- Einsatz von Internet of Things-Technologien
- Serviceangebote über Cloud-Anwendungen
- Eine Entlastung der Stromnetze als vorrangiges Ziel
- Anwendung von Big Data zur großflächigen Effizienzsteigerung
- Besonderer Fokus auf die Cybersicherheit in vernetzten Anwendungen


Alle im Rahmen von InterConnect entwickelten Lösungen nutzen Technologien auf Basis offener Standards wie etwa dem europäischen SAREF (Smart Appliances Reference Framework).

EEBUS leitet die Definition der Use Cases

Die EEBUS Initiative bringt ihre Expertise in der Definition hersteller- und branchenübergreifender Use Cases für Energie-Anwendungen in das Projekt mit ein. Josef Baumeister, der Geschäftsführer der EEBUS Initiative, erläutert die Hintergründe des europaweiten Projektes: „Die EEBUS Initiative hat im November 2017 eine Live Demonstration ihrer Kommunikationstechnik bei der EU Kommission vorgestellt und damit maßgeblich dazu beigetragen, InterConnect als das bis dato größte Einzelprojekt ins Leben zu rufen.“ Baumeister ergänzt: „Wir sind stolz darauf, unsere Expertise aus der langjährigen Arbeit an interoperablen Lösungen für die Energiewende hier in einem breiten europäischen Kontext einzusetzen. Im Rahmen des InterConnect Projekts werden die EEBUS Use Cases in vielfältigen Praxiseinsätzen auf die Probe gestellt.“

Die standardisierten EEBUS Spezifikationen sind bereits heute Teil des europäischen SAREF4ENER Frameworks. Gemeinsam mit ihren beteiligten Mitgliedsfirmen bringt die EEBUS Initiative diese Use Cases und die zugehörigen Kommunikationsstandards in das Projekt ein. Mit seinen vielfältigen Anwendungen bietet InterConnect die Chance, die EEBUS Use Cases gemeinsam mit den Partnern um neue Ansätze für die effiziente Vernetzung energierelevanter Systeme und Geräte zu ergänzen und zu erproben.

Zwei Deutsche Pilotprojekte für flexible Stromtarife und Netzstabilisierung

Die Stadtwerke Norderstedt erproben im Rahmen des Projektes NEW 4.0 bereits seit über einem Jahr den Einsatz flexibler Stromtarife. Damit soll der wechselhaft verfügbare Windstrom möglichst vollständig genutzt werden, ohne Windkraftanlagen abregeln zu müssen. Im Rahmen von InterConnect werden hier 50 Haushalte zusätzlich mit übergreifend vernetzten Energiemanagern sowie mit smarten Hausgeräten, Wärmepumpen und E-Auto-Ladestationen ausgerüstet. Damit wird erprobt, wie variable Tarife und mögliche Leistungsbegrenzungen aus dem Netz die Nutzung des regionalen Windstroms weiter optimieren. Das Projekt soll auch zeigen, wie der flexible Energieeinsatz die zusätzliche Belastung durch E-Auto-Ladestationen ohne große Netzausbauten ausgleichen kann.

Neben den Stadtwerken Norderstedt sind an diesem Projekt der Energiemanager-Hersteller TQ-Systems gemeinsam mit den Software-Spezialisten der KEO GmbH beteiligt. Außerdem liefern die EEBUS-Mitglieder Bosch, Siemens und Miele sowie Whirlpool smarte Hausgeräte. Wärmepumpen für die 50 Pilot-Haushalte kommen von den EEBUS-Mitgliedsfirmen Bosch, Daikin und Vaillant, E-Auto-Ladestationen liefert der Hersteller Wirelane.

Im zweiten deutschen Projekt geht es um das flexible Laden von Elektroautos in den Garagen von insgesamt 15 Hotels und Gewerbegebäuden in ganz Deutschland. Über eine gemeinsame Cloud-Plattform sollen die geparkten E-Autos über ihre Standzeit hinweg möglichst günstig und netzverträglich geladen werden. Für den Verteilnetzbetreiber stellt die Gesamtheit der geparkten Autos einen relevanten Pufferspeicher dar, sofern er die Ladeleistung je nach Netzauslastung beeinflussen kann. Andererseits können etwa Hotels von dieser Flexibilität profitieren, indem sie ihren Gästen den Kostenvorteil des Energiemanagements in Form einer vergünstigten Lademöglichkeit als zusätzlichen Service anbieten.

In diesem Pilotprojekt treten das Fraunhofer IEE Institut sowie die Universität Kassel als Verteilnetzbetreiber auf und entwickeln dafür auch den übergeordneten Tarif- und Netz-Marktplatz. Die Energiemanager in den Gebäuden kommen wie in Norderstedt von TQ-Systems, die Elektroauto-Ladestationen von Wirelane. Interessierte Betreiber von Hotelgaragen und anderen Gewerbegebäuden können sich für das Projekt bewerben.

Partner aus der Forschung für KI, Datenmodelle und Systemarchitektur

Zu den InterConnect Partnern zählt auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Es ist verantwortlich für die Weiterentwicklung einer gemeinsamen Ontologie für semantische Web-Services und deren Implementierung in Smart Homes und Gebäuden.

Das Institut für Kommunikationstechnik und angewandte Signalverarbeitung an der Fachhochschule Dortmund unterstützt InterConnect im Bereich der System- und Netzwerk-Architektur. Es sammelt die Daten über IoT-Anwendungen zwischen Verbrauchern, cloudgestützten Services sowie Netzbetreibern und wertet diese aus.

Pilotprojekte mit marktreifen und marktnahen Produkten

In allen InterConnect-Pilotprojekten kommen marktreife und seriennahe Produkte zum Einsatz. Aufsichtsbehörden, politische Entscheidungsträger, Endkunden, Entwickler und Integratoren können so bereits während der vierjährigen Projektlaufzeit von den eingesetzten Lösungen profitieren. Spätestens zum Projektabschluss 2023 sollen alle eingesetzten Technologien auf den Markt verfügbar sein.

Neben den Entwicklungen der 51 Partner des InterConnect-Konsortiums soll sich das Ökosystem durch Ausschreibungen für weitere innovative Unternehmen öffnen. Ab dem zweiten Jahr werden drei Ausschreibungen für 42 innovative Bottom-up-Projekte veröffentlicht – für 14 Prototypen und 28 kleine Live-Demonstrationen.

InterConnect wird aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 857237 finanziert.
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