Fast die Hälfte der "Bekannten Versender" strebt eine behördliche Zulassung an

Gemeinschaftsstudie von DEKRA Industrie & Aviation und EBS Universität für Wirtschaft und Recht

(PresseBox) ( Oestrich-Winkel, )
Ab März 2013 kommen umfangreiche Änderungen auf die Beteiligten der Luftfracht- Transportkette zu. Die EU-Luftsicherheitsverordnung VO (EU) Nr. 185/2010 legt fest, dass bis einschließlich 24.03.2013 die in Deutschland registrierten "Bekannten Versender" behördlich durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) zugelassen sein müssen.

Derzeit wird geschätzt, dass etwa 95% der Luftfracht in Deutschland durch ca. 40.000 Bekannte Versender aufgegeben wird. Bisher hat allerdings nur ein marginaler Anteil der "Bekannten Versender" eine behördliche Zulassung beantragt. Wie viele der übrigen Bekannten Versender nach dem alten Status eine behördliche Zulassung anstreben, war bisher völlig unklar. Sollten ab März 2013 beträchtlich weniger Unternehmen den neuen Status des behördlich zugelassenen Versenders erlangen, würde ein Großteil Luftfracht unsicher in die Transportkette eingehen. Dies würde umfassende Auswirkungen auf die weitere Transportkette haben, da die Ware im weiteren Verlauf "sicher gemacht" werden müsste.

Eine Studie der EBS Universität für Wirtschaft und Recht im Auftrag von "DEKRA Industrie & Aviation" liefert nun auf Basis einer breit angelegten Umfrage erstmalig umfangreiche Antworten zum Thema behördliche Zulassung. Die Umfrage der Studie "Behördliche Zulassung Bekannter Versender in Deutschland" wurde Anfang 2012 in einem Zeitraum von 17 Tagen durchgeführt. Zielgruppe waren Unternehmen mit dem Status "Bekannter Versender".

Nach Aussage der teilnehmenden Unternehmen plant nahezu die Hälfte dieser Unternehmen (46,6%) eine behördliche Zulassung bis zum 25.03.2013. Ein Viertel der Unternehmen (24,8%) sind noch unentschlossen. Gründe dafür sind zumeist noch nicht abgeschlossene interne Diskussionen (65,2%) und unklare Vorraussetzungen bzw. Anforderungen bzgl. der Zulassung (54,1%) (siehe Abbildung 1).

Mehr als ein Viertel (28,6%) der Befragten sagt aus, keine behördliche Zulassung beantragen zu wollen. Am häufigsten genanntes Argument gegen die Zulassung ist ein "zu geringes Luftfrachtaufkommen" (37,7%), um den hohen Aufwand in Kauf zu nehmen (siehe Abbildung 2). Die Umfrage-Ergebnisse geben einen weitaus höheren Anteil an zulassungsanstrebenden Unternehmen wider, als von bisherigen Beobachtungen sowie Experten-Einschätzungen prognostiziert wird. Sollte die Umfrage weniger von Unternehmen beantwortet worden sein, die im Detail noch nicht mit der Verordnung vertraut sind, würde dies ein Informationsdefizit aufzeigen.

Die Zulassungsabsicht der Unternehmen steht im Zusammenhang mit der Anzahl Sendungen, die jährlich als Luftfracht aufgegeben werden. Die Auswertung zeigt, dass sich Unternehmen mit relativ wenigen Sendungen eher gegen eine behördliche Zulassung entscheiden und Unternehmen mit relativ vielen Sendungen eine Zulassung eher anstreben. Allerdings werden zum Teil auch Unternehmen mit Luftfracht von mehr als 10.000 Sendungen pro Jahr von einer Zulassung absehen (siehe Abbildung 3).

Die Umfrageergebnisse geben Einblick in die Hintergründe und Motivation der Unternehmen, eine Zulassung zu beantragen oder diese abzulehnen. Nahezu 50% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Kosten bei der Entscheidung über die Zulassung eine Rolle spielen. Größter Kostenfaktor sei dabei der Bedarf an infrastrukturellen Anpassungen (84%). Als größte Schwierigkeiten bei der Zulassung werden "Fehlende Informationen" (53%) und "Fehlende Unterstützung durch das Luftfahrtbundesamt" (51%) genannt (siehe Abbildung 4).

Die Ergebnisse der DEKRA-EBS-Gemeinschaftsstudie zeigen zwei Notwendigkeiten auf, um ab März 2013 weiterhin eine sichere sowie zeit- und kosteneffiziente Luftfracht-Transportkette zu gewährleisten. Zum einen ist es von grundlegender Bedeutung, dass die betroffenen "Bekannten Versender" zeitnah klar und ausführlich über das Prozedere und die zu erwartenden Kosten und Gebühren der behördlichen Zulassung zu informieren sind. Zum anderen sollten sich Reglementierte Beauftragte auf ein stark erhöhtes Aufkommen unsicherer Fracht einstellen.

Methodensteckbrief

Art der Umfrage: Onlinebefragung
Erhebungsinstrument: Standardisierter Fragebogen
Dauer der Umfrage: 17 Tage
Zielgruppe: Unternehmen mit Status ‚Bekannter Versender‘
Auswahlverfahren: Vollerhebung (Kontaktaufnahme über Multiplikatoren wie Reglementierte Beauftragte, Industrie- und Logistik-Verbände, Fachzeitschriften etc.)
Fallzahl: 931 Teilnahmen (nach Bereinigung)
Rücklauf: Die Repräsentativität ist nicht bestimmbar. Bei einer angenommenen Grundgesamtheit von 40.000 Bekannten Versendern, läge der Rücklauf jedoch bei 2,3%. Dieser Anteil ist im Vergleich zu anderen Online-Befragungen als erfolgreich einzustufen. Da davon auszugehen ist, dass trotz der breiten Streuung nicht alle 40.000 Unternehmen erreicht werden konnten, liegt die Rücklaufquote wahrscheinlich deutlich höher. Dies unterstreicht das große Interesse der Betroffenen an der Thematik.

Abbildungen finden Sie in der Anlage.
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