Bundesminister Seehofer: DsiN wirkt für Vielfalt und Sicherheit im Netz

DsiN-Jahreskongress 2021

(PresseBox) ( Berlin, )
Zum 15-jährigen Bestehen von Deutschland sicher im Netz (DsiN) würdigt Bundesinnenminister Horst Seehofer, Schirmherr von DsiN, die gemeinsame Arbeit von Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Staat. DsiN-Vorstandsvorsitzender Thomas Tschersich kündigt auf dem Jahreskongress ein bundesweites Zertifikat zum Nachweis von Digitalkompetenzen nach dem Vorbild Finnlands an.

 

Zum 15. Jubiläum der Gründung von Deutschland sicher im Netz (DsiN) auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung kamen heute zahlreiche Sprecherinnen und Sprecher zum DsiN-Jahreskongress in Berlin zusammen. Bundesweit erreichte DsiN im vergangenen Jahr jeden Monat über 100.000 Menschen im Dialog. Dennoch zeigt der DsiN-Sicherheitsindex, der am Vormittag im Haus der Bundespressekonferenz mit dem Bundesverbraucherministerium vorgestellt wurde (sicher-im-netz.de/pm-dsin-sicherheitsindex-2021-59-prozent-der-onliner-nachlässig), ein deutschlandweit wachsendes Bedürfnis nach digitalen Hilfestellungen.

 

Bundesinnenminister Horst Seehofer: Vorbild für IT-Sicherheit und Aufklärung
Bereits im Vorfeld hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer den Veranstaltern gratuliert: „Mit seinen bundesweiten Aktivitäten ist DsiN seit nun 15 Jahren ein Vorbild für gelebte IT-Sicherheit und digitale Aufklärung und wirkt für Vielfalt und Sicherheit im Netz. Als Schirmherr gratuliere ich sehr herzlich zu diesem Jubiläum. Wir treiben die Arbeit weiter gemeinsam voran.“

 

DsiN-Digitalführerschein kommt
Als Reaktion auf das wachsende Aufklärungsbedürfnis kündigte der DsiN-Vorstandsvorsitzende Thomas Tschersich auf dem Jahreskongress ein neues Zertifikat für breite Bevölkerungsteile an. „Nach dem Vorbild Finnlands wollen wir in Deutschland allen Menschen ein Angebot machen, Digitalkompetenzen kostenfrei zu erwerben“ so Tschersich. Vergleichbar mit Sprachzertifikaten schaffe das neue Weiterbildungsangebot eine bundesweit vergleichbare Grundlage für Digitalkompetenzen. Das Angebot wende sich ab Januar 2022 an alle Bundesbürger:innen im privaten und beruflichen Umfeld. Auch Arbeitgeber und die Wirtschaft unterstützten das Vorhaben. Aus Sicht von Timo Harakka, Kommunikationsminister von Finnland, der mit einer Videobotschaft auf dem Kongress vertreten war, könne dieser Ansatz zum Vorbild für ganz Europa werden.

 

Bundes-CIO Markus Richter: Stärkung digitaler Kompetenzen
„Mit seinen Projekten zur Digitalen Nachbarschaft, der gemeinsam mit dem BSI entwickelten Cyberfibel und nun auch dem Digitalführerschein leistet DsiN Jahr für Jahr einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler Kompetenzen für Jung und Alt in ganz Deutschland“, unterstrich der Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik Dr. Markus Richter.


Vereine und Ehrenamtliche stärken Transferarbeit
Darüber hinaus müsse der Dialog mit der Zivilgesellschaft ausgebaut werden, um den Transfer digitaler Alltagskompetenzen in die Gesellschaft zu verstärken. Dazu kündigte Dr. Nils Weichert, Leiter des Bundesnetzwerks Digitale Nachbarschaft im Fachforum Digitale Teilhabe den Ausbau der bestehenden 50 Standorte um weitere 21 Orte ab Sommer 2021 an. Auch das Programm Digital-Kompass werde die Arbeit an bundesweit 100 regionalen Anlaufstellen vorantreiben. „Wir wollen die Zivilgesellschaft stärker in den Dialog über digitale Herausforderungen einbeziehen. Damit verbessern wir unser Verständnis über Vorteile von und Vorbehalte gegenüber digitalen Lösungen in der Gesellschaft, ob technologisch oder regulativ“ so Prof. Dr. Christian Kastrop, Staatsekretär im Bundesverbraucherministerium, in seinem Impuls zum Kongress. Damit komme der Zivilgesellschaft für den Erfolg der digitalen Aufklärungsarbeit in Deutschland eine Schlüsselrolle zu. Weiterhin sollten Aufklärungsangebote vereinfacht werden, um Menschen im Alltag stärker zum sicheren Verhalten zu ermuntern. Dazu wurde auf dem Kongress die neue Web-App Simon vorgestellt. Die Assistenz-App unterstützt Onliner bei alltäglichen Vorgängen im Internet und ist kostenfrei unter simon-app.org verfügbar.


Hilfestellungen auch für Kommunalpolitiker:innen
Ein besonderes Schutzbedürfnis identifizierten die Kongressteilnehmer:innen darüber hinaus bei den mehr als 200.000 meist ehrenamtlich engagierten, kommunalpolitisch aktiven Menschen im Netz. In diesem Bereich wirkt das Programm PolisiN – Politiker:innen sicher im Netz. Das gemeinnützige Programm wurde als Reaktion auf die bundesweiten Doxingvorfälle bei Politiker:innen und Prominenten vor drei Jahren ins Leben gerufen. Zum Kongresstag wurden neue kostenfreie Kurse und Angebote unter polisin.de freigeschaltet.


Zwei Millionen Betriebe mit Nachholbedürfnis
Im Fokus der Aufklärungsarbeit sollen auch kleinste Betriebe, Selbstständige, Handwerker:innen und Freiberufler:innen stehen. „Werden vermehrt digitale Lösungen in den Betrieben genutzt, müssen auch die Schutzmechanismen verstärkt werden. Für kleine Betriebe ist das häufig eine kaum zu überblickende Anstrengung. Mit TISiM – der Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand – leisten wir zukünftig noch mehr Unterstützung“ so Thomas Jarzombek, Digitalbeauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums. Insbesondere die Ausbildungsbetriebe rückten in den Fokus der Aufmerksamkeit. Hier werde DsiN seine Aufklärungsarbeit mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums ab Anfang nächsten Jahres daher deutlich verstärken.

 

Dorothee Bär würdigt Jugendliche sicher im Netz
Zum Abend des DsiN-Jahreskongresses wird zum siebten Mal die Preisverleihung des Bundeswettbewerbs myDigitalWorld durchgeführt. Zum diesjährigen Fokusthema der Digitalen Begegnungen werden drei Schulklassen ausgezeichnet, die von einer Jury unter zahlreichen Einreichungen ausgewählt wurden. Die Auszeichnung würdigt besonders kreative und vorbildliche Leistungen im sicheren und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Herausforderungen. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt. Die Förderpartner und DsiN-Mitglieder Kinderschutzbund, Ericsson, Google, Kaspersky und Lancom überreichen die Preise im Gesamtwert von mehreren tausend Euro.
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