Molkereien auf den Weltmarkt ausrichten

Nüssel: Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen

(PresseBox) ( Baunatal, )
Bei der 61. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen erläuterte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), die Anforderungen an die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Molkereien auf dem Weltmarkt. Er betonte, dass sich alle Partner der Wertschöpfungskette in dem Ziel einig sind, einen möglichst hohen Auszahlungspreis am Markt zu realisieren. "Dafür brauchen wir gut aufgestellte Unternehmen, die internationale Wachstumsmärkte bedienen und mit zunehmend volatileren Märkten umgehen können. Wir benötigen weitere Innovationen, um mittel- und langfristig die Bedürfnisse des Marktes erfüllen zu können", so Nüssel. Dabei eröffnet der Export den Molkereien langfristig gute Chancen, da weltweit die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten stärker als das Angebot wächst. "Wir brauchen einen Bewusstseinswandel dahingehend, dass die Zukunftsmärkte nicht in Europa, sondern in Asien, insbesondere China und Indien liegen. Dort wird ein jährlicher Nachfrageanstieg um rund 10 Prozent prognostiziert. Angesichts der Kostenstruktur müssen die deutschen Unternehmen verstärkt auf hoch veredelte Markenprodukte setzen. Dazu zählen Käse- und Molkereispezialitäten, nicht aber austauschbare Massenprodukte", so Nüssel.

Der DRV-Präsident kritisierte, dass in den vergangenen Monaten völlig undifferenziert die deutsche Molkereistruktur an den Pranger gestellt wurde. Dabei hat in den letzten Jahren insbesondere im ge-nossenschaftlichen Sektor ein rasanter Strukturwandel stattgefunden. Die Zahl der Unternehmen hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als halbiert. Derzeit sind noch knapp 60 genossenschaftliche Unternehmen in der Milchverarbeitung und -vermarktung tätig. Aktuell sind weitere dynamische Strukturentwicklungen absehbar. Diese Anpassungen verbessern die Chancen, noch intensiver in das Exportgeschäft einzusteigen Damit die Marktausrichtung gelingt, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das gilt für die Vorstände der Unternehmen genauso wie für die Landwirte als Mitglieder der Genossenschaften, die ihre Besten in die Gremien wählen sollten. Aber auch Politik und Verbände müssen das gemeinsame Ziel konsequent weiter verfolgen.

Der DRV-Präsident betonte, dass die gegenseitige Blockade in der Milchwirtschaft endlich beendet werden müsse. "Jeder muss mehr Verantwortung für den Milchmarkt übernehmen und ständig die Produktionsstrukturen überprüfen. Die Politik ist gefordert, diesen Wandel zu flankieren". Deshalb unterstützt Präsident Nüssel auch die im Health Check beschlossenen Begleitmaßnahmen für den Milchbereich. Mit diesen Finanzmitteln sollen notwendige Anpassungsprozesse und die Milcherzeugung in Regionen mit erschwerten Produktionsbedingungen unterstützt werden.
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