Trotz Sauwetter: Heißer Montag im Südwesten

(PresseBox) ( Berlin, )
Über 200 Journalistinnen und Journalisten von DJV Baden-Württemberg und dju in ver.di kamen am Montag in Stuttgart zusammen, um über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen zu diskutieren, die am Mittwoch in die nächste Runde gehen. 200 weitere Kollegen beteiligten sich an lokalen Aktionen. Insgesamt waren 12 baden-württembergische Redaktionen im Streik. Weitere Versammlungen und Kundgebungen finden bis Donnerstag statt. "Unsere Arbeit ist mehr wert und verdient vor allem den Respekt der Arbeitgeber", betonte Thomas Godawa, Vorsitzender des DJV Baden-Württemberg, in seiner Rede. Klare Forderungen hatte er an die Zeitungsverleger: Einkommenszuwachs statt Einbußen, Fortschreibung des gekündigten Manteltarifvertrags. Themen waren auch die Art und Form des Arbeitskampfes, die stark veränderten Rahmenbedingungen und der Auftrag und Wert der Presse- und Meinungsfreiheit. Wegen des schlechten Wetters mussten sich die Kollegen im Streiklokal versammeln. Ihrer Entschlossenheit tat das keinen Abbruch.

Redaktionskonferenz im Regen

"Lasst uns nicht im Regen stehen", unter diesem Motto versammelten sich rund 100 Redakteure, Volontäre und Verlagsangestellte der Augsburger Allgemeinen vor dem Werkstor, um dort gemeinsam die kälteste Redaktionskonferenz des Jahres zu halten. Alle Teilnehmer der Konferenz arbeiteten an diesem Tag einmal nicht an ihren Artikeln, sondern an kurzen Botschaften, warum sie Journalist geworden sind und sich nun im Streik befinden. Das Spektrum reichte von: "Ich streike, weil ich mit meinem Job meine Familie ernähren will" über "Ich streike, weil immer weniger Redakteure nicht immer mehr leisten können, ohne dass die Qualität leidet" bis zu "Ich streike, weil überdurchschnittlicher Einsatz nicht unterdurchschnittlich entlohnt werden darf." Auch am 25. März werden die Redakteure, Volontäre und Verlagsangestellten der Augsburger Allgemeinen ihre Arbeit niederlegen.

Münchner Merkur: Nur die Chefs arbeiten

Auf viel Zustimmung der Journalistinnen und Journalisten beim Münchner Merkur stieß der Aufruf zum Warnstreik. Rund 35 Kollegen nahmen am Arbeitskampf teil. Mit dabei waren auch Journalisten aus den Außenredaktionen. Das hat Folgen: In manchen Außenredaktionen arbeiteten die Chefs, zum Teil auch die Volontäre, und das, was als Gesamtausgabe erscheinen soll, wurde von den Ressortleitern "zugenagelt". Klar ist, dass der Münchner Merkur am Dienstag deutlich dünner sein wird als sonst.

Nürnberg: "Maßlose Geringschätzung"

Rund 40 Kolleginnen und Kollegen haben sich am Nürnberger Warnstreik beteiligt. Sie legten bei den Nürnberger Nachrichten, der Nürnberger Zeitung und der Fränkischen Landeszeitung die Arbeit nieder. Ihren spontanen Demonstrationszug zur Lorenzkirche nutzten sie, um die Bürger auf den Arbeitskampf der Journalisten aufmerksam zu machen. Wolfgang Grebenhof vom DJV-Bundesvorstand war mit von der Partie. Er ging in seiner Ansprache mit den Verlegern hart ins Gericht, warf ihnen "maßlose Geringschätzung der Leistung" ihrer Mitarbeiter vor. Grebenhof: "Das lassen wir uns nicht länger bieten."

120 Journalisten aus Ostwestfalen streiken

Den Auftakt der Warnstreiks in Ostwestfalen-Lippe machten heute etwa 120 Journalisten von ca. 10 Titeln aus der Region. Bestreikt werden unter anderem die Neue Westfälische und das Westfalenblatt. In der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld kamen die Kolleginnen und Kollegen zusammen, um sich zu informieren und weitere Streikaktionen zu planen. Frank Stach, Vorsitzender des DJV NRW, stand ihnen Rede und Antwort, machte klar, warum Journalisten faire Tarifverträge brauchen.

Zum Streik ins Vereinslokal

Damit hatte bei der Hamburger Morgenpost niemand gerechnet: Um 11.00 Uhr kamen die Kolleginnen und Kollegen zur Betriebsversammlung zusammen, um über die aktuelle Tarifsituation zu diskutieren. Dann entschlossen sie sich spontan zum Warnstreik bis 13.00 Uhr. Etwa ein Dutzend Beschäftigte nahm teil, zog ins gegenüber liegende Vereinslokal eines Fußballclubs. Dort empfing sie der DJV Hamburg mit Getränken und einem Imbiss. Infos über die Streiks in anderen Bundesländern und die Tarifrunde mit den Verlegern am 26. März gab's gratis dazu.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.