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Pressemitteilung BoxID: 434501 (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)
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rauen am Ball: Bei der Chancengleichheit ist viel erreicht!

(PresseBox) (Berlin, ) Die Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Die aktuelle 4. Bilanz Chancengleichheit belegt, dass die vor zehn Jahren abgeschlossene, freiwillige Vereinbarung zwischen Wirtschaft und Bundesregierung erfolgreich ist.

Frauen weit vorne

Bei den Bildungsabschlüssen haben die Frauen in vielen Bereichen die Pole Position besetzt: So stellen sie etwa die Mehrheit der Abiturienten und mittlerweile auch der Studienabsolventen. Auch auf dem Arbeitsmarkt sind sie sehr präsent: Die Erwerbstätigenquote von Frauen liegt bei 66 Prozent. Das ist ein Fünftel mehr als bei Unterzeichnung der Vereinbarung 2001. Und Frauen ergreifen unternehmerische Initiative: Der Anteil von Frauen an den Selbstständigen ist im selben Zeitraum um über 10 Prozent auf 31 Prozent gestiegen. Inzwischen werden 35 Prozent aller Unternehmen von Frauen gegründet.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf oben auf der Agenda

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als wichtige Voraussetzung für Chancengleichheit wird immer stärker von den Betrieben unterstützt. Fast alle Unternehmen machen familienfreundliche Angebote, deren Vielfalt und Zahl weiter steigt. Am häufigsten finden sich Angebote im Bereich der Arbeitszeiten, gefolgt von Unterstützung während der Elternzeit und Angeboten der Elternförderung wie z. B. Patenprogramme und Weiterbildung während der Elternzeit. Die IHK-Organisation unterstützt diese positive Entwicklung seit Langem aktiv, etwa im Rahmen des Unternehmensnetzwerks "Erfolgsfaktor Familie", in dem sich Betriebe - mittlerweile fast 3.500 - über Instrumente familienfreundlicher Personalpolitik austauschen und Best-Practice-Beispiele bekannt gemacht werden.

Frauen in Führung: mehr, als man denkt

Mehr als ein Viertel aller Führungsposten wird mittlerweile von Frauen besetzt. Auf der ersten Führungsebene liegt der Frauenanteil je nach Unternehmensgröße zwischen 20 und 27 Prozent und auf der zweiten Führungsebene bei 37 bis 51 Prozent. Der Mittelstand geht hier mit gutem Beispiel voran. In den rar gesäten Top-Positionen großer Unternehmen sind Frauen zwar insgesamt noch selten vertreten, doch auch hier ist die Entwicklung positiv. In den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen lag 2010 der Frauenanteil bei knapp 11 Prozent. Und gerade in der jüngsten Zeit gibt es hier - ebenso wie bei den Vorstandsposten - deutliche Bewegung.

Fazit: Alle müssen anpacken

Um noch mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, bedarf es keiner gesetzlichen Quoten. Das freiwillige Engagement der Betriebe - auch durch selbst gesetzte Ziele - ist nicht zuletzt aufgrund des wachsenden Fachkräftemangels der wichtigste Antrieb. Das Engagement der Unternehmen kann aber nur Erfolg haben, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Hier ist die Politik gefordert. Sie muss vor allem den versprochenen Ausbau der Kinderbetreuung zügig voranbringen, damit gerade Frauen im gewünschten Umfang arbeiten können. Länder und Kommunen müssen hier den Ausbau deutlich beschleunigen, um die bis 2013 gesetzten Ziele noch zu erreichen. Auch die Begeisterung für naturwissenschaftlich-technische Berufe muss noch stärker als bislang bei Mädchen und Frauen geweckt werden. Nur dann stehen in diesem Bereich ausreichend weibliche Fachkräfte zur Verfügung, aus denen später Führungskräfte werden können. Hier sind alle gefragt: Politik, Wirtschaft, Schulen und Hochschulen.