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Pressemitteilung BoxID: 528399 (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)
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Mit Berufserfahrung an die Hochschule - Durchlässigkeit erhöhen

(PresseBox) (Berlin, ) Deutschland besitzt mit der beruflichen Bildung und dem Hochschulwesen zwei leistungsfähige Systeme zur Qualifizierung von Fachkräften. Wer jedoch zwischen beiden Bildungswegen wechseln will, trifft immer noch auf Widerstände: Fehlende Studienangebote für Berufstätige, keine Anrechnung von Prüfungen und viel Intransparenz erschweren die von den Unternehmen geforderte flexible Qualifizierung von Mitarbeitern. Nach einer aktuellen Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) ist der Anteil der Studierenden ohne Abitur zwar gestiegen, mit 2,1 Prozent der Studienanfänger in Deutschland sind diese aber immer noch eine Ausnahme. Die Hochschulen müssen sich mehr öffnen, Bund und Länder müssen diese mit notwendigen Investitionen unterstützen. Denn die Berufserfahrenen bereichern mit ihrem Praxiswissen die Lehre an den Hochschulen

Studium auch ohne Abi möglich

Im Prinzip ist in allen Bundesländern mittlerweile ein Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife möglich. Meister und Absolventen vergleichbarer Abschlüsse können fast jedes Fach studieren. Wer eine Ausbildung abgeschlossen hat und mehrjährige Berufserfahrung besitzt, kann zumeist ein fachnahes Studium beginnen. Doch leider sind die Wege zum Studium immer noch kompliziert. Der Hochschulzugang sollte deshalb bundesweit einheitlich geregelt werden. Zudem hat jede Hochschule ihre eigenen Zulassungsverfahren. Auch hier ist mehr Transparenz notwendig. Daher sollten die Hochschulen mehr über die Studienmöglichkeiten informieren und diese bewerben.

Spezielle Studienangebote fördern die Durchlässigkeit

Der rechtliche Zugang zum Studium allein reicht nicht, wenn es nicht auch passende Angebote für beruflich Qualifizierte an den Hochschulen gibt. Wer bereits eine Karriere in der beruflichen Bildung hinter sich hat, steht oft mit beiden Beinen im Berufsleben und muss sich vielleicht zusätzlich noch um eine Familie kümmern. Für diesen Personenkreis sind berufsbegleitende Studienangebote notwendig, die nach der Arbeit, am Wochenende oder in Blockphasen absolviert werden können. Hochschulen müssen sich auch auf neue Lernformen, eine intensive Betreuung der Studierenden und auf spezielle Vorbereitungskurse, die zum Beispiel mathematische Kenntnisse auffrischen, einstellen.

Anrechnung beruflicher Qualifikationen bisher unzureichend

Kompetenzen, die bereits Bestandteil des Berufsabschlusses sind, sollten im Studium nicht erneut geprüft werden. Ein großes Unwissen an den Hochschulen über die bundeseinheitlich geregelten beruflichen Qualifikationen und die mangelnde Bereitschaft, "fremde" Kompetenzen für das Studium anzuerkennen, verlängern unnötig die Studienzeit. Stattdessen sollte auf das Studium angerechnet werden, was sich nicht wesentlich von der hochschulischen Qualifikation unterscheidet. Die Anrechnung muss dabei verlässlichen Kriterien folgen und darf nicht willkürlich geschehen.

Direkten Master-Zugang ermöglichen

Die Landesregierungen und Hochschulen müssen die Durchlässigkeit zwischen der beruflichen und hochschulischen Bildung weiter erhöhen. Für besonders qualifizierte Weiterbildungsabsolventen und Inhaber hochwertiger Weiterbildungsabschlüsse muss auch der direkte Zugang zu einem Master-Studium ohne einen vorherigen Studienabschluss möglich sein. Wer das Zeug und das nötige Fachwissen dazu hat, sollte keine unnötigen Schleifen ziehen müssen.