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Pressemitteilung BoxID: 587678 (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)
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Fracking zur Erdgasgewinnung nutzen - aber sicher!

(PresseBox) (Berlin, ) Nur etwa zehn Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammen aus heimischer Förderung - Tendenz sinkend. Auch in unseren Lieferländern nimmt das Erdgas aus den bisher genutzten Quellen mittelfristig ab. Ganz anders entwickelt sich die Nachfrage nach Erdgas: Sie wird weiter zunehmen. Ein Grund dafür ist die Energiewende: Flexible Gaskraftwerke können den steigenden, aber je nach Wetterlage stark schwankenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommarkt ausgleichen. Auch aus Gründen des Klimaschutzes spielt Gas für die Wärmeerzeugung und als Kraftstoff eine immer wichtigere Rolle. Für Deutschland und Europa stellt sich daher die Frage, wie die Versorgung mit Erdgas zu wettbewerbsfähigen Preisen gesichert werden kann.

USA erleben eine Schiefergas-Revolution

In den USA boomt derweil das sogenannte Fracking. Mit dieser Methode wird Schiefergas aus bislang ungenutzten Lagerstätten in dichten Gesteinsschichten gewonnen. Zum Aufbrechen dieser Gesteinsschichten verpresst man Wasser mit hohem Druck in Tiefen von mehreren tausend Metern. Um die entstandenen Risse offen zu halten, werden dem Wasser Sand und Chemikalien beigemischt. Aufgrund des hohen Angebots an Schiefergas liegen die Gaspreise in den USA bei etwa einem Drittel der hiesigen Preise. Nicht zuletzt dank dieser günstigen Energiepreise erlebt die US-Industrie derzeit einen Aufschwung: Hohe Investitionen sind vor allem in energieintensiven Branchen wie der Chemie-, Stahl-, Aluminium- und Kunststoffindustrie zu verzeichnen. Aufgrund möglicher Umweltauswirkungen steht Fracking aber auch in der Kritik.

Weniger Emotionen - mehr Fakten!

Eine vergleichbare Entwicklung ist in Europa vor allem wegen der dichten Besiedlung unwahrscheinlich. Nach heutigen Erkenntnissen gibt es aber auch hier ergiebige Schiefergaslagerstätten, die einen Beitrag zur Versorgung mit Gas leisten könnten. Erfahrungen mit Fracking gibt es bereits. Es ist in Deutschland bereits rund 300 Mal eingesetzt worden, ohne dass es dabei zu umweltrelevanten Zwischenfällen gekommen ist. Die aktuelle Diskussion über den Einsatz der Technologie wird jedoch überwiegend emotional geführt, Sachargumente spielen meist eine nur untergeordnete Rolle.

Bundesregierung reagiert mit Regelungsvorschlägen

Vor diesem Hintergrund haben Bundesumweltministerium und Bundeswirtschaftsministerium jetzt Vorschläge zur Regelung des Einsatzes von Fracking vorgelegt. In Wasserschutzgebieten soll Fracking vollständig verboten sein, außerhalb dieser Gebiete kann es unter Umständen untersagt werden. Bei jeder Erkundungs- und Gewinnungsbohrung unter Einsatz von Fracking soll eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.

Wichtig: Technologieoffenheit bewahren

Im Sinne der sicheren Energieversorgung der Bevölkerung ist Deutschland gut beraten, sich offen gegenüber neuen Technologien zu zeigen. Gerade wegen ihrer Umweltverträglichkeit gehört deutsche Bergbautechnik zur Weltspitze. Die geplanten Regelungen dürfen deshalb nicht dazu führen, dass Fracking in Deutschland grundsätzlich untersagt oder sein Einsatz durch überzogene rechtliche Anforderungen faktisch unterbunden wird. Es muss möglich sein, die Fracking-Technologie auf Grundlage der fortschreitenden Erfahrungen weiterzuentwickeln. Dabei sind Auswirkungen des Fracking auf die Umwelt sorgfältig zu untersuchen, um mögliche Risiken zu vermeiden.