Regelungen zum Fernbusverkehr müssen Sicherheit und fairen Wettbewerb mit der Bahn sicherstellen

(PresseBox) ( Berlin, )
Bis Jahresende steht die Öffnung des Fernbusverkehrs an, die ersten Unternehmen haben bereits Anträge für Fernbuslinien eingereicht. Im Gegensatz zu den meisten politischen Kräften und Vertreter von Fahrgastverbänden sieht der Deutsche Bahnkunden- Verband die völlige Liberalisierung des Fernverkehrsmarktes kritisch.

"Wer einen unbeschränkten Wettbewerb im öffentlichen Fernverkehr möchte, muss auch für gleiche Spielregeln auf dem Markt sorgen", so Christian Schultz, Bundesvorstand Verkehr im Deutschen Bahnkunden-Verband. "Niedrigere Preise dürfen nicht aus niedrigeren Kosten resultieren", so Schultz. Der DBV fordert deshalb die Einführung einer Busmaut für den Fernverkehr in Analogie zu den Trassenentgelten bei DB Netz, die jedes Eisenbahnunternehmen zahlen muss, wenn sie mit ihren Zügen von A nach B fährt.

Kritisch sieht der DBV auch die Gewährleistung eines Sicherheitsniveaus, welches das der Bahn nicht erreichen kann.

Die Bahn fährt auf eigenen Trassen, der Bus teilt sich die Autobahn, insbesondere zu Hauptreisezeiten wie das Risiko von Unfällen bei deutlich mehr Fahrzeugen auf den Straßen schon allein statistisch zunehmen.

Verschärfend kommt hinzu, dass durch die Anwendung der Fahrgastrechte die Fahrer gehalten sein werden, Verspätungen zu begrenzen, um Rückzahlungen zu vermeiden. Fahrzeitverluste können aber nur durch schnelleres Fahren auf freien Strecken Abschnitten ausgeglichen werden. Dies stellt im System ein Schwachpunkt dar, der auf Kosten der Sicherheit der Fahrgäste geht.

Politisch ist die Frage, ob Fernbusreisen nicht die gewünschte größere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die wie das Öl oft von konfliktreichen Weltgegenden kommen, noch erhöhen und dem strategischen Ziel somit zuwider laufen. Diese Gefahr vergrößert sich, falls die Bahn feststellt, das aufgrund des Busverkehrs die Wirtschaftlichkeit von einzelnen Verbindungen, insbesondere in Randlagen und zu ungünstigen Tageszeiten, abnimmt und eine Einstellung dieser droht. Es wäre auch der Beginn einer gefährlichen Spirale, bei der Einstellungen von Verbindungen das Bahnfahren all Ganzes unattraktiver machen und weitere Einstellungen nach sich zögen.

Die Umweltbelastung durch den Busverkehr scheint in der Bilanz ähnlich gut wie bei der Bahn. Die Bahn bietet dabei jedoch erheblich mehr Qualität, Platz und Service - zumindest im IC und ICE-Regelbetrieb.

Bei der Diskussion über die Gesetzesänderung zur völligen Liberalisierung des Fernverkehrsmarktes fordert der DBV daher, von Anfang an die Wettbewerbsgleichheit im Blick zu behalten und Nachteile für die Bahn, insbesondere bei den Investitionen, auszuschließen. Der Fernbusverkehr darf die Substanz des Schienenfernverkehrs nicht schmälern.
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