Stipendiaten der besonderen Art

Seit 20 Jahren fördert der DAAD Aufbaustudiengänge mit entwicklungsbezogener Thematik und hat damit eine besondere Art der Weiterbildung geschaffen.

(PresseBox) ( Bonn, )
Seit 20 Jahren fördert der DAAD Aufbaustudiengänge mit entwicklungsbezogener Thematik und hat damit eine besondere Art der Weiterbildung geschaffen: Mehr als 4.000 junge Fach- und Führungskräfte mit einem ersten akademischen Abschluss aus Entwicklungs- und Schwellenländern wurden in Deutschland in entwicklungsrelevanten Themen ausgebildet. Zum Jubiläum trafen sich über 130 Hochschullehrer, Mitarbeiter und Alumni der 41 verschiedenen Studiengänge in Bonn.

Eine, die das Förderprogramm für Graduierte bereits erfolgreich absolviert hat, ist Patricia Cabero Tapia. Die junge Bolivianerin hat „Technologie- und Innovationsmanagement“ an der FH Brandenburg/BTU Cottbus studiert und ist vor kurzem nach La Paz zurückgekehrt. Dort hatte die Ingenieurin zuvor bei der größten bolivianischen Telefongesellschaft gearbeitet, nun ist sie in einem Unternehmen tätig, das sich mit Internet-Technologien befasst. „E-Lab ist nur ein kleines Unternehmen, doch wir sind an wichtigen regionalen Projekten beteiligt“, sagt sie. Von ihrem Studium in Deutschland schwärmt sie noch immer: „Ich habe viel über die globalisierte Welt gelernt und internationale Kontakte geknüpft. Es war einfach ein besonderes Erlebnis, hier in Europa zu leben und zu studieren.“

Spezialisten für Tiergesundheit
Dr. Maximilian Baumann von der FU Berlin ist gemeinsam mit seinem thailändischen Kollegen Dr. Khwanchai Kreausukon von der Chiang Mai University nach Bonn gekommen. Beide bilden in dem Masterprogramm „Veterinary Public Health“ seit 2002 asiatische Wissenschaftler zu Spezialisten für internationale Tiergesundheit aus. Geflügelhaltung und Vogelgrippe, aber auch Salmonellen in der Schweinefleischproduktion oder Noroviren in Shrimps sind wichtige Themen des tierärztlichen Verbraucherschutzes in Südostasien, das in Sachen Tierhygiene noch längst nicht den europäischen Standard erreicht hat.

Der modulartige Studiengang findet in Berlin und Chiang Mai statt und die Teilnehmer schließen mit einem doppelten Masterabschluss ab. Anschließend kehren sie in ihre alten Berufe zurück, doch: „Alle bisherigen Absolventen haben verantwortungsvollere Positionen bekommen und sind meist beratend tätig – ein ganz wichtiger Aspekt für ihre jeweiligen Heimatländer“, so Baumann. Sein thailändischer Kollege fügt hinzu: „Die Entwicklungsländer sehen heute einen eindeutigen Vorteil in den Postgraduiertenprogrammen. Daher beteiligt sich die thailändische Regierung auch mit sechs Stipendien an der Förderung. In den Genuss kommen nicht nur Thailänder, sondern auch Vertreter der Nachbarländer wie Laos, Kambodscha, Vietnam, Bhutan oder China.“ Sechs weitere Absolventen in jedem Kurs werden über DAAD-Stipendien unterstützt.

Gerade findet der dritte Durchgang des Aufbaustudiums statt. „Wir planen, mit der University of Tokio einen weiteren regionalen Partner mit ins Boot zu holen, um den Markt zu erweitern und um mehr feste Partner in Südostasien zu bekommen“, so Baumann.

Bessere Positionen
Der Masterstudiengang „Tropical Forestry and Management“ an der Technischen Universität Dresden war 1995 einer der ersten Aufbaustudiengänge an ostdeutschen Universitäten, die in die DAAD-Förderung aufgenommen wurden. Er setzt die lange Tradition tropenforstlicher Ausbildung fort, die schon zu DDR-Zeiten in der forstwirtschaftlichen Fakultät angesiedelt war.

Die Teilnehmer des zweijährigen Masterstudienganges kommen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern rund um die Wald-und Forstwirtschaft. „Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer wechseln einige Absolventen von der Verwaltung zu den nichtstaatlichen Organisationen, nur wenige gehen in den Privatsektor, doch alle arbeiten in besseren Positionen als vorher“, sagt Jürgen Pretzsch, Professor am Institut für Internationale Forst- und Holzwirtschaft.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.