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Pressemitteilung BoxID: 128656 (Deutsche Postbank AG)
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Postbank: Inflationsgefahr im Euroraum steigt

(PresseBox) (Bonn, ) Nach Einschätzung der Deutschen Postbank AG nehmen die Inflationsrisiken im Euroraum erstmals seit den neunziger Jahren wieder zu. Ursachen dafür sind hohe Rohstoffpreise, steigende Löhne und ein kräftiges Wachstum der Geldmenge. "Noch liegt Euroland mit 1,9 Prozent Teuerung im Jahresverlauf 2007 innerhalb des selbst gesteckten Zielkorridors", sagt Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank. "Die Europäische Zentralbank wird aber die Zinszügel anziehen müssen, um die Inflation im Zaum zu halten. Dass die Verbraucherpreise in Deutschland im September von 1,9 Prozent im Vorjahr auf aktuell 2,5 Prozent gestiegen sind, ist ein deutliches Signal." Postbank Research rechnet damit, dass die Leitzinsen im Euroraum auf Jahressicht von 4,0 auf 4,5 Prozent ansteigen werden. Das wirkt zwar tendenziell dämpfend auf die Inflation, dürfte aber nicht verhindern, dass die Teuerungsrate im Jahr 2008 wieder die Zwei-Prozent-Marke überschreitet.

Seit den neunziger Jahren wirkt die Globalisierung dämpfend auf die Preisentwicklung in Europa. Mit der Deregulierung von Märkten und dem Abbau von Handelshemmnissen hat sich der internationale Wettbewerb deutlich verstärkt. Zudem hat die Preistransparenz im Zeitalter des Internets zugenommen. Darüber hinaus haben im Zuge des internationalen Wettbewerbs Unternehmen ihre Produktionsstandorte in Niedriglohnländer vor allem Asiens verlagert, um Kostenvorteile zu realisieren. Die Importkosten der heimischen Endproduktion konnten damit verringert werden.

Dieser Trend hat sich aber umgekehrt: Die Exportpreise asiatischer Schwellenländer haben seit 2004 pro Jahr im Durchschnitt um 2,9 Prozent zugenommen. Gleichzeitig stiegen die ausländischen Erzeugerpreise in der Europäischen Währungsunion durchschnittlich um zwei Prozent pro Jahr. Grund hierfür sind vor allem die gestiegenen Rohstoffpreise, die auch die Produktionskosten in den Schwellenländern belasten.

So erreichte der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent Mitte Juli ein Rekordhoch von knapp 80 Dollar pro Barrel. In der Folge verteuerten sich auch alle Produkte, die aus dem "schwarzen Gold" gewonnen werden. Insgesamt sind die Energiepreise, die etwa acht Prozent an den gesamten Verbraucherpreisen der Eurozone ausmachen, seit Beginn dieses Jahrzehnts um fast 41 Prozent gestiegen. Die gestiegene Nachfrage nach Energie hat auch die Preise von Agrarrohstoffen in die Höhe getrieben, da Raps, Mais, Soja und Zucker zur Herstellung von Biodiesel und Ethanol gebraucht werden.

Kapazitätsengpässe in der Produktion erweitern zudem die Möglichkeiten der Unternehmen, die Preise gegenüber den Verbrauchern zu erhöhen. Engpässe gibt es auch am Arbeitsmarkt. Während die Arbeitslosenquoten in Deutschland und im Euroraum stetig zurückgehen, beklagen die Firmen zunehmend den Mangel an Fachpersonal. So kletterte der von der EU-Kommission erhobene Umfragewert zum Arbeitskräftemangel zuletzt auf 6,6 Punkte, das höchste Niveau seit sechs Jahren. In diesem Umfeld ist es für die Gewerkschaften leichter, höhere Lohnabschlüsse zu erzielen. Erste Hinweise für eine kräftigere Lohnentwicklung boten die diesjährigen Tarifverhandlungen in Deutschland. Per Saldo hat sich also auch von Seiten des Arbeitsmarkts der Druck auf die Verbraucherpreise erhöht.

Die vollständigen Postbank Perspektiven für den Oktober und zurückliegende Monate finden Sie auch im Internet unter www.postbank.de/research.

Deutsche Postbank AG

Die Postbank Gruppe ist mit 14,6 Millionen Kunden und einer Bilanzsumme von 190 Milliarden Euro einer der großen Finanzdienstleister Deutschlands. Ihr Schwerpunkt ist das Retailgeschäft mit Privatkunden. Als Multikanalbank ist die Postbank für ihre Kunden bequem erreichbar, in der Filiale, online oder per Telefon. Im Online- und Telefon-Banking nimmt die Postbank eine Spitzenposition in Deutschland ein. Über zwei Millionen Girokonten und 500.000 Depots führen die Kunden der Postbank inzwischen online. Mehr als drei Millionen nutzen die Möglichkeiten des Telefon-Banking. Mehr Informationen finden Sie unter www.postbank.de.