Rückrufaktion von 140.000 BP Photovoltaik-Modulen

(PresseBox) ( München, )
BP hat seit bekannt werden der Sicherheitsprobleme rund um Brandgefahren an Anschlussdosen mehrerer Modulreihen 30.000 Module einer Inspektion unterzogen. Hierbei ist dem Unternehmen aufgefallen, dass ein Risiko von Isolierungsmängeln für bestimmte Module besteht, die 2003 und in den ersten sechs Monaten 2004 in einem der BP Werke produziert wurden. Über das Phänomen einer Gefahr durch Isolationsmängel bei BP Modulen berichtete Stiftung Warentest im August 2006 (stiftung-warentest).

Hintergrund der Rückrufaktion (Originaltext BP Solar):

"Wir haben Mängel in der Herstellungsqualität von Produkten festgestellt, die in einem unserer Werke im Produktionszeitraum Januar 2003 bis Ende Juni 2004 hergestellt wurden. Unter bestimmten, sehr seltenen Umständen, kann es zu einem Kurzschluss zwischen den elektrisch aktiven Komponenten des Produktes und dem Modulrahmen oder der tragenden Konstruktion kommen. Solarpaneelen, deren Module diese Mängel aufweisen, werden weiterhin wie vorgesehen funktionieren. Jedoch besteht die potentielle Gefahr, dass jemand bei Berührung der Anlage einen Stromschlag erhalten kann. Wenn Sie glauben, dass Ihre Anlage betroffen sein könnten, befolgen Sie unseren Hinweis: Um jegliches Risiko zu vermeiden, berühren Sie auf keinen Fall das System – weder die Module oder Laminate noch die tragende Konstruktion. Schalten Sie Ihre Solaranlage nicht selbst ab! Es besteht keine Gefahr für Sie, Ihre Familie und Ihr Eigentum, wenn Sie die Anlage nicht berühren."

Bei der Rückrufaktion handelt es sich um 23,3 MWpeak an Photovoltaikmodulen, die vom 1. Januar 2003 bis zum 30. Juni 2004 in einem nicht näher benannten BP Solar-Werk produziert wurden. Insgesamt sind von BP Solar 140.000 Seriennummern als betroffen eingestuft worden. Hierzu hat das Unternehmen am 20.11.2006 die Webseite www.solar-rueckruf.de registriert und für Anlagenbetrieber, Installateure und Pressevertreter Informationen bereitgestellt.

BP Solar hat für diese betroffenen Module eine Rückrufaktion gestartet, unter dieser sollen die betroffenen Module kostenfrei durch sichere Module ausgetauscht werden. Für diese Arbeiten werden die Handwerker durch BP Solar angemessen finanziell entschädigt und ihnen bei Kapzitätsproblemen auch weiteres Personal gestellt, um den Austausch der betroffenen Module im Jahre 2007 zu gewährleisten. Nach den Weihnachtsferien wird BP die Installateure in speziellen Workshops schulen.

Dies teilte der zuständige Europa Direktor von BP Solar Charles Postles dem Präsidium der DGS in einem Brief vom Freitag den 16. Dezember 2006 mit.

Das Präsidium der DGS nimmt zu der Rückrufaktion wie folgt Stellung:

"Wir halten die Entscheidung von BP Solar Europa-Director Charles Postles und des BP Konzerns in diesem Sicherheitsfall eine Rückrufaktion der betroffenen PV-Module durchzuführen für richtig, konsequent und vorbildlich.

Die Sicherheit der PV-Kunden und Ihrer Schutzbefohlenen ist das Wichtigste für unsere Branche. Dieser Maßgabe trägt BP mit der unverzüglichen Abschaltung durch Fachleute und dem anschließenden Produktaustausch Rechnung.

Ebenfalls vorbildlich ist die in diesem Fall kulante Haltung des Unternehmens Anlagenbetreiber für den entgangenen Ertrag zu entschädigen, sowie betroffenen Handwerker für die von Ihnen nicht verschuldete Problembehebung zu vergüten."

beschreibt DGS Präsident Dr. Jan Kai Dobelmann die Haltung der DGS als technisch-wissenschaftliche Organisation.

BP Solar beschreibt in seiner Webseite www.solar-rueckruf.de eine Sicherung der Anlagen durch Fachleute nach VDE 0100. Hierbei werden die Handwerker darauf hingewiesen, dass alle betroffenen Systeme so schnell wie möglich und ohne schuldhafte Verzögerung gesichert werden müssen. Ebenfalls soll eine Aufteilung der Modul- oder Laminat-Stränge durch den Fachelektriker erfolgen, so dass die Teilspannung der einzelnen Reihen unter 120 Volt (Schutzkleinspannung für Gleichstrom) liegt, wenn die Anlage bereits aus anderen Gründen (z.B. fehlerhafte Anschlussdosen) abgeschaltet ist.

Für die DGS bleiben bei dieser Vorgehensweise des Unternehmens BP zwei wichtige Sicherheitsaspekte offen.

1.) Da PV Anlagen in der Regel auf erhöhten Ebenen wie Dächern errichtet werden, besteht auch bei einem elektrischen Schlag unter der nicht tödlichen Schutzkleinspannung mit der Folge eines Erschreckens der betroffenen Person ein Risiko von schweren Sekundärschäden z.B. durch einem Sturz vom Dach.

2.) BP beschreibt in Ihrer Pressemeldung eine Sicherung nach VDE 0100 "Alle Anlagen sollten abgeschaltet und gemäß VDE 0100 gesichert werden". Mit der VDE 0100 ist die Unfallverhütungsvorschrift VGB4 (elektrische Anlagen und Betriebsmittel ebenfalls gültig. Diese legt dem Unternehmer (Anlagenbetreiber) die Verantwortung auf Betriebsmittel in sicherem Zustand zu erhalten bzw. einen Schutz spannungsführender Teile gegen direktes Berühren zu gewährleisten. Der Anlagenbetreiber steht hierfür auch als Laie in der vollen rechtlichen Verantwortung gegenüber Dritten.

Der Hinweis auf die mögliche Gefährdung von Schornsteinfegern, sowie die von BP Solar im Rahmen des Fragekataloges aufgeworfene Frage (Originaltext BP Solar):

Meine Solaranlage ist auf einem Vordach direkt vor den Fenstern meiner Kinder installiert. Meine Anlage steht im Garten oder auf einem Flachdach, das leicht zugänglich ist. Wie kann ich sie davor bewahren, die Produkte oder den Rahmen anzufassen?

und Antwort (Originaltext BP Solar):

Bitte weisen sei Ihre Kinder auf die Gefährdung hin, verriegeln Sie das Fenster und bringen ein vorläufiges Hinweisschild an dem Fenster an. In allen Fällen, bei denen offensichtlich ein erhöhtes Risiko besteht, dass Dritte Zugang zu dem Solarsystem haben und unwissentlich die Rahmen berühren könnten, rufen Sie bitte unsere Hotline an und geben uns diese wichtigen Informationen weiter. Unsere Fachleute werden sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen, um die für Ihren Fall passende Sicherungslösung zu finden und so schnell wie möglich umzusetzen.

zeigt aus Sicht der DGS auf den Kern des offenen Sicherheitsaspektes um den Schutz Dritter und Schutzbefohlener.

"Die DGS als technisch-wissenschaftliche Organisation muss deshalb die bereits bei den Sicherheitsproblemen mit BP-Anschlussdosen öffentlich erhobene Forderung nach unverzüglicher Anordnung einer elektrischen Betriebsstätte um die betroffenen PV-Anlagen aufrecht erhalten.

Zu einer solchen Betriebsstätte wäre Laien der Zutritt untersagt und der verantwortliche Anlagenbetreiber dadurch unmittelbar rechtlich geschützt. Das Betreten einer solchen elektrischen Betriebsstätte ist nur Elektrofachkräften und elektrotechnisch unterwiesenen Personen die Gefahren erkennen können gestattet.

Alternativ könnte BP Solar auch eine Abdeckung der gesamten Photovoltaikmodule mit lichtundurchlässigen Folien in Betracht ziehen. Hierdurch könnte eine Stromerzeugung der betroffenen Photovoltaik-Anlagen wirkungsvoll verhindert werden und die Sicherheit der Anlagen gewährleistet sein.

Das BP Solar jedoch einerseits eine technische Sicherung nach VDE 0100 vorschlägt, andererseits das Kern-Sicherheitskonzept elektrische Betriebsstätte der VDE 0100 zur Sicherung komplexer elektrischer Systeme gegenüber Laien ablehnt, bleibt für uns als Fachorganisation unverständlich."

kommentiert DGS Präsident Dr. Jan Kai Dobelmann die Haltung des DGS Präsidiums in dieser wichtigen Sicherheitsfrage.

Betroffene Module (Originaltext BP Solar):

Von dem vorsorglichen Rückruf und der Sicherheitsüberprüfung sind ausschließlich Photovoltaik-Module und -Laminate betroffen, die vom 1. Januar 2003 bis zum 30. Juni 2004 in nur einem BP Solar-Werk produziert wurden. Dabei handelt es sich um Produkte der Serien Saturn 5, Mono 2, Poly 3 sowie eine kleine Anzahl von Poly SX.

Saturn 5: BP5160, BP5165, BP5170, BP580 und BP585
Mono 2: BP2150
Poly 3: BP3140, BP3150, BP3160, BP375, BP380
Poly SX: SX140

Potenziell können alle Anlagen betroffen sein, die ab 2003 neu installiert oder mit neuen Produkten ausgestattet wurden. Alle Systeme aus früheren Zeiten müssen nicht überprüft werden.

Hintergrund und Ursache (Originaltext BP Solar):

"Die Ursache liegt im Herstellungsprozess der Produkte. Anfang 2003 wurde die Bauart der Produkte geändert, ohne jedoch die Verarbeitungstechniken entsprechend umzustellen. Die Busbars der Produkte wurden mit Scheren geschnitten. Im Rückblick müssen wir feststellen, dass Scheren für dieses Produktdesign nicht geeignet waren, da sie scharfe Kanten verursachen und die Enden der Busbars leicht verbiegen können. Werden sie in diesem Zustand eingebaut, können sie die Rückseitenfolie der Produkte verletzen. Diese Beschädigungen können jedoch erst auftreten, nachdem die Produkte das Werk bereits verlassen haben. Daher konnten sie bei unseren Qualitätskontrollen nicht grundsätzlich festgestellt werden. Beschädigte Rückseitenfolien können aufgrund eindringender Feuchtigkeit schleichende Korrosionsprozesse auslösen. Im schlimmsten Fall kann es zum Kurzschluss kommen, der den Rahmen oder die tragende Konstruktion der Photovoltaikprodukte unter Spannung setzt.

häufig gestellte Fragen von Anlagenbetreibern (Originaltext BP Solar):

Wie garantiert BP Solar meine Sicherheit, bis die Produkte ausgetauscht sind?

Die Sicherheit unserer Kunden hat für uns höchste Priorität. Deshalb haben wir überhaupt den Produktrückruf gestartet und weisen bewusst eindringlich darauf hin: Berühren Sie weder die Produkte noch die Rahmen Ihrer Solaranlage und überlassen Sie alle Inspektionen einem qualifizierten Installateur. Solange Sie dieser Anweisung folgen, müssen Sie sich um Ihre Sicherheit keine weiteren Gedanken machen.

Wäre es nicht sicherer, die Anlage vorerst zu demontieren, bis BP Solar die sicheren Produkte für den Austausch liefert?

Das Demontieren einer Anlage bringt keine zusätzliche Sicherheit, solange Sie sich strikt an unsere Anweisung halten, weder die Produkte noch die Rahmen zu berühren.

Meine Solaranlage ist auf einem Vordach direkt vor den Fenstern meiner Kinder installiert. Meine Anlage steht im Garten oder auf einem Flachdach, das leicht zugänglich ist. Wie kann ich sie davor bewahren, die Produkte oder den Rahmen anzufassen?

Bitte weisen sei Ihre Kinder auf die Gefährdung hin, verriegeln Sie das Fenster und bringen ein vorläufiges Hinweisschild an dem Fenster an. In allen Fällen, bei denen offensichtlich ein erhöhtes Risiko besteht, dass Dritte Zugang zu dem Solarsystem haben und unwissentlich die Rahmen berühren könnten, rufen Sie bitte unsere Hotline an und geben uns diese wichtigen Informationen weiter. Unsere Fachleute werden sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen, um die für Ihren Fall passende Sicherungslösung zu finden und so schnell wie möglich umzusetzen.

Wie wirkt sich der Rückruf auf die Garantie aus?

An den ursprünglich gewährten Garantien, wie die 5-jährige Produktgarantie und die 25-jährige Leistungsgarantie, ändert sich dadurch nichts.

Garantiert mir BP Solar, dass die Austauschprodukte die gleiche oder eine bessere Leistung haben?

Ja. Durch den Austausch der Produkte wird garantiert kein Kunde schlechter gestellt.

Werden für den Austausch nur neue Produkte verwendet?

Nicht alle Ersatzprodukte werden neu sein. Jedes Produkt, das wir von einer betroffenen Solaranlage demontieren, wird eine gründlichen Qualitäts- und Sicherheitsüberprüfung durchlaufen. Wenn dieser Test ergibt, dass ein Produkt vollkommen in Ordnung ist, werden wir es im Austauschprozess wieder einsetzen. Auf jeden Fall werden alle Austauschprodukte genauso leistungsfähig wie die alten sein und ausnahmslos alle unsere Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen, die weit über den allgemeinen Industriestandards liegen.

häufig gestellte Fragen von Installateuren (Originaltext BP Solar):

Was muss ich tun, wenn eine oder mehrere Seriennummern mit denen der betroffenen Produkte übereinstimmen?

Nach der Überprüfung einer Anlage sollten Sie in jedem Fall den entsprechenden Meldebogen ausfüllen, den Sie als Teil unseres Informationspaketes für Installateure erhalten haben. Das gilt auch für Anlagen, bei denen sie feststellen, dass sie nicht vom Rückruf betroffen sind. Dies ist wichtig, damit wir den Fortschritt des Rückrufprozesses genau verfolgen und die benötigte Logistik für einen reibungslosen Ablauf des Produkttausches bereitstellen können. Parallel dazu informieren Sie bitte schnellstmöglich Ihre Kunden, dass ihre Solaranlagen mögliche Isolationsmängel aufweisen und sie deshalb unter keinen Umständen die Produkte und deren Rahmen berühren sollten, weil sie sonst einen Stromschlag bekommen könnten. Im nächsten Schritt müssen die Anlagen gemäß den Vorgaben, die wir Ihnen geschickt haben, gesichert werden.

Müssen alle Produkte der betroffenen Seriennummern ausgetauscht werden?

Wir weisen darauf hin, dass alle betroffenen Systeme so schnell wie möglich und ohne schuldhafte Verzögerung gesichert werden müssen.

Einige meiner Kunden haben Systeme, die als Folge defekter Anschlussdosen bereits abgeschaltet sind. Werden sie beim Austausch zeitlich bevorzugt behandelt?

Sicherheit hat für uns in jedem Fall höchste Priorität. Dem werden wir den gesamten Austauschprozess unterordnen. Nachfolgend werden wir allerdings die Wartung der Systeme mit Anschlussdosenproblemen, die vorübergehend abgeschaltet sind, bevorzugen. Unser Ziel ist es, die Abschaltzeiten dieser Anlagen so kurz wie möglich zu halten.

Übernimmt BP Solar die Kosten für die Überprüfung und den Austausch der Produkte?

Ja, BP Solar stellt kostenlos sichere Produkte für den Austausch zur Verfügung. Installateure werden für den Aufwand und die Kosten (z.B. Kilometergeld), die im Rahmen des Rückruf-Prozesses entstehen, eine angemessene Entschädigung erhalten. Zudem werden wir Ihnen bei Bedarf qualifizierte Hilfskräfte zur Verfügung stellen, um die anfallenden Arbeitsspitzen abzudecken.

An wen kann ich meine Kunden bei weiteren Fragen verweisen?

Wir haben eine Kundenhotline eingerichtet. Sie steht für alle Fragen rund um den Produktrückruf und den erforderlichen Austausch zur Verfügung. Sie ist werktags erreichbar unter 0800 – 272 5 272 (zwischen 8.00 und 20.00 Uhr). Umfassende Informationen sind auch auf unserer speziellen Interseite unter www.solar-rueckruf.de zu finden:

Woher wissen Sie, dass lediglich Produkte aus einem Werk betroffen sind?

Wir haben natürlich die Produkte aller Werke von BP Solar untersucht. Unsere Analysen haben ergeben, dass bei den Produkten aus den drei anderen Werken keinerlei systembedingte Produktionsfehler erkennbar sind. Dies gilt ebenso für die Produktion des einen betroffenen Werkes für die Zeit vor 2003 und nach Juni 2004.

Wie hoch ist die Gefahr eines Stromschlages? Was kann schlimmstenfalls passieren?

Es besteht nur ein geringes Risiko, dass das Produkt, der Modulrahmen oder die Unterkonstruktion infolge der Isolationsmängel unter Strom stehen könnte. Das haben unsere umfassenden Untersuchungen gezeigt. Dennoch ist das Risiko vorhanden und wird maßgeblich von der Wetterlage, vom Design und der Spannung der Solaranlage bestimmt.

Was wird BP Solar mit den Produkten machen, die im Rahmen des Rückrufs von den Systemen abgebaut werden?

Wir werden alle Produkte eingehend auf alle möglichen Mängel hin überprüfen. Alle Produkte mit erkennbaren Fehlern werden wir recyceln. Produkte, die bei unseren Tests als fehlerlos und sicher eingestuft werden, werden wir im Austauschprozess wieder verwenden.
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