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Pressemitteilung BoxID: 83307 (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS))
  • Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)
  • Fürther Straße 246c
  • 90429 Nürnberg
  • http://www.dgs.de
  • Ansprechpartner
  • Jan Kai Dobelmann

Foul im Heizungskeller – Fussball bald nichts mehr für Warmduscher?

(PresseBox) (München, ) Die Energiekosten haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht und werden dieses hohe Niveau allen Prognosen nach auch in den nächsten Jahren halten. Vor zwei Wochen berichtete die DGS über zumindest kurzfristig gestiegene Pelletspreise („Alles Pelletti - die Holzpelletbranche vor einem strengen Winter?“), nun warnen Forscher vor einer möglichen Gasknappheit in Europa, und morgen werden wahrscheinlich Wirbelstürme oder andere unvorhersehbare Ereignisse wieder die Ölpreise neuen Höchstständen entgegen streben lassen.

Wir alle spüren privat die erhöhten Energiepreise - spätestens seitdem die Nebenkosten für Energie einen immer höheren Anteil der Wohnkosten einnehmen und Nachzahlungen an Energiekonzerne oder Vermieter gerade im Frühjahr fast schon selbstverständlich einkalkuliert werden müssen.
Mindestens genauso spüren es aber auch viele Sportvereine in Deutschland: Sie stehen häufig vor dem Problem, Mitgliedsbeiträge wieder erhöhen zu müssen und damit unter Umständen eine neue Austrittswelle auszulösen oder den Sportlern im wahrsten Sinne des Wortes „das warme Wasser abdrehen“ zu müssen...

Forscher warnen vor Gasknappheit in Europa – Energiekosten steigen
Europa muss dringend mehr Erdgas aus Afrika und dem Mittleren Osten importieren - sonst rutscht es bis 2020 in die Energiekrise, warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Die Ressourcen seien schon heute knapp, und der Verbrauch steige.

Die deutschen Gaslieferanten werden daher die Preise deutlich anheben. Begründet werden soll dieser Schritt mit gestiegenen Beschaffungskosten. Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) erklärte dies mit den weiter wachsenden Beschaffungskosten für die Versorger. Deshalb planten eine Reihe von Anbietern seit diesem Herbst neue Preiserhöhungen, so BGW-Sprecher Marian Rappl. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) arbeitet unterdessen an weiteren gesetzlichen Neuregelungen, um die Gas- und Stromanbieter durch mehr Wettbewerb zu Preissenkungen zu zwingen. Seit Anfang 2005 sind die Heizkosten um bis zu 30 Prozent gestiegen.

Beginn einer grundsätzlichen, energiepolitischen Diskussion
Wie kann die Strategie für Deutschland aussehen? Was kommt nach der Kernenergie? Es gibt in der Energiepolitik viele Fragen und Herausforderungen weit über den Bereich der Kernenergie hinaus. „Nur weil es schwer ist, sich in einem vergleichsweise kleinen Feld der Stromerzeugung - der Kernenergie - zu einigen, dürfen andere Fragen nicht hinausgeschoben werden. Wir müssen über den Strommarkt sprechen, über den Wärmemarkt, über den Markt für Biokraftstoffe und vor allem in allen drei Märkten auch über das Thema 'Effizienz'“, betont unser Umweltminister Sigmar Gabriel. Recht hat er! Ein Hochtechnologieland wie Deutschland, das Kapazitäten im Bereich der Wissenschaft, der Ingenieurleistungen, der qualifizierten Fachkräfte hat, muss das Thema ‚Effizienz’ stärker als bisher in den Blick nehmen. Die DGS bietet daher über ihren Fachausschuss Energieberatung kostenlose Erstberatung zum Thema Energieeffizienz an.

Energiekosten machen inzwischen bis zu 80% der Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen aus
Gerade Vereine, die viele Jugendmannschaften aufgebaut haben, stehen vor der Frage, wie sie die kommenden Jahre planen sollen. Die Jugendspieler zahlen vergünstigte Beiträge – das ist ja auch der soziale Gedanke vieler Vereine, um Jugendliche vom Fernseher oder der Playstation weg ins Vereinsleben zu integrieren – nur brauchen sie genauso viel Energie wie volle Beitragszahler. „Inzwischen machen unsere Energiekosten fast 80% der Mitgliedsbeiträge aus“, so Michael Kindler, Geschäftsführer des VfB Grötzingen aus Karlsruhe. „Vor ein paar Jahren hatten wir noch 15.000 Euro Energiekosten für Strom, Heizung und Warmwasser. Inzwischen sind diese auf fast 28.000 Euro gestiegen. Bei rund 35.000 Euro Mitgliedsbeiträgen pro Jahr machen Energiekosten beim VfB inzwischen fast 80% der Mitgliedseinnahmen aus“, rechnet Michael Kindler vor. Besonders heikel für den VfB ist, dass er sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Jugendmannschaften aufzubauen. Nicht nur, dass der Verein wegen der hohen Benzinkosten immer weniger ehrenamtliche Helfer findet, die zweimal pro Woche das Training leiten können, noch Eltern, die die Jugendlichen zum Training und zu den Spielen fahren wollen - da ist dann auch noch das „Duschproblem“. Die inzwischen 18 Mannschaften des VfB mit durchschnittlich 16 Spielern trainieren und duschen mindestens zweimal wöchentlich, am Wochenende finden dann noch die Spiele mit genauso vielen Mannschaften statt. So muss jede Woche Warmwasser für fast 900 Duschen erhitzt werden – ein dauerhaft teures Vergnügen, das sicherlich nicht nur dem ehrenamtlichen Vorstand des VfB Grötzingen Sorge bereitet, sondern auch die Existenz vieler Sportvereine gefährdet.

Energieeinsparung und Erneuerbare Energien können helfen
Ein Verein aus dem Burgenland macht vor, wie ein möglicher Ausweg aus dem Energiedilemma der Vereine aussehen könnte. Bei der DJK Grün-Weiß Amelsbüren wird auf vielfältige Weise Umweltschutz betrieben: Vorstand und Mitglieder bemühen sich gemeinsam, beim Sportbetrieb sowie bei Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen optimalen Klimaschutz umzusetzen.
Durch den Bau von Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung einer Photovoltaikanlage, eine moderne Heizungsanlage mit Wärmerückgewinnung, energieeffizientes Bauen und den Erwerb eines Vereinsbusses konnten über 22000 kg CO2 pro Jahr eingespart werden. Die Energiekosten konnten trotz steigender Preise und einem gleichzeitigen Mitgliederzuwachs von über 30% dennoch konstant gehalten werden. Dies ist in deutschen Vereinen aber leider nicht die Regel. Vielmehr suchen Vorstände verzweifelt nach Förderprogrammen, um sinnvolle Energieeinsparungsmaßnahmen auch finanziert zu bekommen.

Staatliche Förderung bislang nur bedingt möglich
Was für private Kreditnehmer sehr leicht zu erwerben ist, nämlich die einfache Nutzung der staatlichen Förderung von Energieeinsparmaßnahmen (siehe auch www.dgs.de/kfw), ist für Vereine leider die Ausnahme. Ein Grundproblem liegt dabei in der Kreditwürdigkeit von Vereinen. Möchte ein Verein eine Finanzierung bekommen, wird er in der Regel nach Basel 2-Kriterien geratet. Dies ist aber meist unwirtschaftlich und eine Finanzierung häufig auch nur bei einer gleichzeitigen Bürgschaft eines Mitgliedes möglich.

Daher setzt die DGS auf die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau, die für 2007 neue Förderprogramme angekündigt hat und dabei - neben den privaten und gewerblichen Krediten - hoffentlich auch die Belange der Vereine berücksichtigt. Denn diese wollen sicherlich auch in Zukunft noch ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden und möglichst viele junge Menschen für das Vereinsleben begeistern. Eine kalte Dusche wäre da sicher nicht förderlich…

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