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Pressemitteilung BoxID: 429094 (Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.)
  • Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.
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82. Jahresversammlung der DGHNO KHC in Freiburg: Rund 3 000 Hals-Nasen-Ohren-Ärzte tagten

(PresseBox) (Bonn, ) Unter dem Motto "Zukunft gestalten" veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNO KHC) in Freiburg ihre 82. Jahresversammlung. Vom 1. bis 5. Juni 2011 diskutierten etwa 3 000 Mediziner Themen wie Hörstörungen, Tumorerkrankungen in Kopf und Hals bis hin zu gesundheitspolitischen Aspekten des Faches wie der Zukunft der HNO-Chirurgie. Darüber hinaus informierten die Veranstalter auf einem Patiententag am 4. Juni 2011 rund 150 Interessierte über Nasenatmungs- und Nasennebenhöhlenprobleme.

"Neben aktuellen Entwicklungen in der medizinischen Forschung und Praxis sowie neuen Therapieansätzen haben wir ein besonderes Augenmerk auf das immer stärkere europäische Zusammenwachsen in der HNO-Heilkunde gelegt", erläutert Kongresspräsident Professor Dr. med. Dr. h. c. Roland Laszig. Dieser Prozess berge sowohl Chancen, als auch berufliche Herausforderungen: Er biete zum einen die Möglichkeit zu intensiven internationalen Kooperationen und somit deutlich effektiverer wissenschaftlicher Arbeit. Zugleich führen jedoch internationale Bestrebungen, Leistungen zu normieren, zu einem nationalen Qualitätsverlust, so der Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde in Freiburg.

Einen der medizinischen Schwerpunkte der Freiburger Tagung bildeten seltene Erkrankungen. Dazu zählen Krankheiten, worunter weniger als einer von 2 000 Bundesbürgern leidet. "Zusammengenommen sind jedoch mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland von seltenen Erkrankungen betroffen", betont Laszig die Bedeutung dieser Leiden. In der HNO-Heilkunde sind dies beispielsweise so genannte Glomustumore im Mittelohr. Jährlich erkranken weniger als 300 Menschen in Deutschland daran. Dieser Tumor ist zwar meist gutartig, führt aber aufgrund seiner Lage im Schädel oft zu funktionellen Beeinträchtigungen: Er kann in die Nähe wichtiger Hirnnerven und Blutgefäße vordringen und dadurch Schluckbeschwerden und Heiserkeit verursachen oder sogar die Gesichtsmimik lähmen. Die Nähe zu Gehirn und Nerven macht die operative Entfernung der Geschwulst äußerst schwierig. Dennoch raten erfahrene Chirurgen zur Operation, denn in den meisten Fällen gelingt eine vollständige Entfernung des Tumors. Bestrahlung und Chemotherapie stoppen dagegen bestenfalls das Tumorwachstum. "Bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen sollte der behandelnde Arzt jedoch die Risiken einer Operation sorgfältig abwägen", sagt Professor Dr. med. Carsten Bödeker, Oberarzt an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde in Freiburg. Darüber hinaus gelte es, den individuellen Therapiewunsch des Betroffenen zu berücksichtigen. Um Ärzte in ihrer Behandlung sinnvoll zu unterstützen und Patienten gut beraten zu können, haben Experten in Freiburg das Europäische Glomus-Tumor-Register eingeführt, in dem Patientendaten aus ganz Europa zusammengetragen und ausgewertet werden.

Ein weiteres wichtiges Thema auf der Tagung war die zukunftsweisende Stammzellforschung. In den vergangenen vier Jahren fanden Forscher heraus, dass auch Kopf-Hals-Tumore ihre eigene Stammzellpopulation besitzen. Diese Zellen, die zwischen fünf und zehn Prozent der Tumormasse ausmachen, sprechen auf gängige Therapien nicht an. Gleichzeitig sind gerade sie es, die für die Entstehung von Tochtergeschwulsten nach zunächst scheinbar erfolgreicher Behandlung verantwortlich sind. "Wenn wir von der Stammzellbiologie lernen, können wir vielleicht den Durchbruch in der Therapie der Kopf-Hals-Tumore schaffen", berichtet Professor Dr. med. Barbara Wollenberg, Direktorin der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde in Lübeck auf der Tagung. Denn trotz vieler innovativer Medikamente aus den letzten 50 Jahren habe sich die Überlebensrate der Patienten nicht verbessert. Knapp die Hälfte von ihnen überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose nicht.

Am Samstag, den 4. Juni 2011, boten die Veranstalter einen Patiententag zum Thema Nasenatmungs- und Nebenhöhlenprobleme an. Rund 150 Interessierte informierten sich über Ursachen, Folgen und Therapien dieses wichtigen Themenkomplexes. Denn etwa 40 Prozent der Diagnosen in Allgemeinarztpraxen betreffen Nase und Nebenhöhlen.
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