IT-Fachkräfte gesucht: Die Startup-Szene hilft sich selbst

(PresseBox) (Berlin, ) .


Sieben von zehn  Unternehmen leiden unter Fachkräftemangel
51.000 offene Stellen im IT-Bereich
Initiative DEVUGEES bildet Geflüchtete zu Programmierern aus


Gründen liegt voll im Trend. Hauptmotive zur Gründung eines Startups sind laut neuester PwC-Studie mit 64 Prozent vor allem eine überzeugende Geschäftsidee, dicht gefolgt von dem Wunsch, die eigenen Ideen zu verwirklichen oder dem Glauben an Erfolg und Wachstum. Wie gut das Konzept funktionieren kann, zeigen die Top-100 Startups aus Deutschland, die  bis Ende 2016 eine stolze Investitionssumme in Höhe von 5,6 Milliarden Euro einfahren konnten. Im Durchschnitt sind das rund 59 Millionen Dollar pro Unternehmen. Doch häufig trifft hier Wachstumsbestreben auf Fachkräftemangel: Visionäre Ideen können sich nicht weiterentwickeln, weil ihnen erfahrene Köpfe fehlen. Laut Bitkom-Studie gibt es in Deutschland 51.000 offene Stellen für IT-Experten. Im Vergleich zu 2015 entspricht das einem Anstieg um fast 20 Prozent und verdeutlicht die zusehends missliche Lage noch junger Unternehmen. Sieben von zehn Unternehmen leiden derzeit sogar akut unter dem Fachkräftemangel. Startup-Hochburgen, wie Berlin, München oder Hamburg, suchen händeringend Digitalexperten - vom Software-Entwickler über den Tech-Sicherheitsspezialisten bis hin zum IT-Berater - um die digitale Transformation in Deutschland voranzutreiben. Doch eine Branche, in der keine Jobbezeichnung älter als 15 Jahre ist, weiß sich zu helfen: Die in Berlin gegründete Initiative DEVUGEES schafft kurzerhand ein neues Ausbildungsformat und unterstützt so das formale Bildungssystem.

Von Null auf Hundert: Eine Ausbildung in Startup Manier

Die zwei Wahlberliner Stephan Bayer und Steffen Zoller, die selbst keine Unbekannten in der Startup-Szene sind, wollen dem Fachkräftemangel mit ihrem Projekt DEVUGEES - eine Verbindung aus Refugees und Developer - auf recht ungewöhnliche Art entgegenwirken. Geflüchtete und bleibeberechtigte Asylbewerber werden in einem einjährigen Fort- und Weiterbildungsprogramm zum Programmierer ausgebildet, um so die Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt zu vereinfachen und gleichzeitig gut ausgebildeten Entwicklernachwuchs heranzuziehen. Von Ruby on Rails bis hin zu CSS, lernen die Teilnehmer alles, was in der Tech-Szene gefragt ist. Zusätzlich zur praxisnahen Ausbildung besuchen die Geflüchteten einen Sprachkurs, um eine ganzheitliche Integration zu ermöglichen.  

Neben sofatutor-CEO Bayer und kununu-Geschäftsführer Zoller, besteht auch das restliche Team hinter dem Projekt aus Unternehmern, Angestellten und Freelancern der Startup-Szene. "Kaum ein Faktor bremst die Wirtschaft so stark aus, wie fehlendes, qualifiziertes Personal. Speziell die digitale Transformation in den Firmen schafft nun am Arbeitsmarkt einen enormen Bedarf an IT-Jobs, der insbesondere für Startups spürbar ist. Für den Erfolg junger Unternehmen sind Tech-Talente essenziell. Mit DEVUGESS schließen wir nun diese Lücke und bringen interessierte Köpfe mit einem aufgeschlossenen Gründernetzwerk zusammen", so Bayer, der bereits mit 17 Jahren eine NGO für interkulturelles Lernen entwickelte.    

Das Weiterbildungsprogramm, welches von der Agentur für Arbeit gefördert wird, startete im September 2016 erstmals in Berlin. Seit April gibt es nun auch die erste Klasse in Düsseldorf. Weitere Standorte werden noch dieses Jahr folgen.

DCI Digital Career Institute GmbH

Das Digital Career Institute betreibt mit DEVUGEES (www.devugees.org) in Berlin ein Fort- und Weiterbildungsprogramm für Geflüchtete und bleibeberechtigte Asylbewerber, um diese bei der Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt zu unterstützen. In einer einjährigen Ausbildung nehmen sich Experten aus den Bereichen Web Development, Entrepreneurship und IT-Technik den häufig noch unerfahrenen Teilnehmern an und gehen so aktiv gegen den akuten Fachkräftemangel der Tech-Szene an. Zusätzlich zur praxisnahen Ausbildung besuchen die Geflüchteten einen Sprachkurs, um eine ganzheitliche Integration zu vereinfachen.

Gegründet wurde das Projekt 2016 von Stephan Bayer, CEO von sofatutor, und Steffen Zoller, Geschäftsführer bei kununu. Weitere Standorte werden noch dieses Jahr folgen. Ziel ist es das Programm bundesweit anzubieten, um so Geflüchtete und Startups in ganz Deutschland zusammenzubringen.

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