EU Energievorstoß berührt auch Stadtwerke

Verband warnt vor Folgen für kommunale Unternehmen

(PresseBox) ( Möser, )
Der Vorstoß der EU, die Marktmacht der Energiekonzerne über einen erzwungenen Verkauf der Leitungsnetze zu brechen, sorgt in den Vorstandsetagen für Wirbel. Doch nicht nur die Großen der Branche sind angesprochen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Initiative auch Stadtwerke treffen könnte, meldet das Magazin EUROPATICKER Umweltruf (www.europaticker.de).

Die Attacke der EU-Kommission zielt auf so genannte Verbundunternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Stromerzeugung beziehungsweise dem Gasimport über den Transport bis hin zum Vertrieb an Endkunden abdecken. In Deutschland betrifft das nicht nur die großen Konzerne, sondern auch eine Reihe von Stadtwerken. Dazu gehören die Stadtwerke Mainz und Wiesbaden (ESWE). Denn sie verfügen nicht nur über Leitungsnetze und Endkundenvertrieb, sondern produzieren in den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden zudem einen großen Teil ihres Stroms selbst. Theoretisch könnten auch sie dazu gezwungen werden, sollte der Kommissionsvorstoß tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, ihr Leitungsnetz zu verkaufen.

Der Verband kommunaler Unternehmen, der die Interessen der kommunalen Wirtschaft in den Bereichen Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung und Umweltschutz vertritt, warnt jedenfalls eindringlich davor, die sich bislang auf die überregionalen Transportnetze der großen Konzerne konzentrierenden Initiative auf die Verteilernetze der regionalen Versorger vor Ort auszudehnen: "Die verbleibenden Reststadtwerke wären nicht mehr überlebensfähig. Damit würden die einzig ernstzunehmenden Konkurrenten der Konzerne von der Bildfläche verschwinden."

Das kann niemand wollen, davon ist man bei den Stadtwerken Mainz und Wiesbaden überzeugt. Deshalb gehen die Verantwortlichen auch nicht davon aus, dass es zum Äußersten kommt und sie sich von ihren Netzen trennen müssen. "Wir erwarten, dass die regionalen Verteilernetze außen vor bleiben. Abgesehen von Wettbewerbseinbußen würden wichtige Synergien verloren gehen, und das wäre Gesamtwirtschaft nicht sinnvoll", sagte ein ESWE-Sprecher. Das sieht man auch in Mainz so.

Dort ist man darüber hinaus skeptisch, ob sich der EU-Vorstoß überhaupt in die Realität umsetzen ließe. Seitdem Wirtschaftsminister Michael Glos diese Variante als Teil eines Stufenplans nicht mehr ausschließt, bahnt sich in der Regierungskoalition ein Tauziehen um den künftigen Kurs an. Wie die Entscheidung letztlich ausfällt, lässt sich nach Ansicht einer Sprecherin der Mainzer Stadtwerke zwar nicht sagen. Bei der Realisierung eines entsprechenden Beschlusses sieht sie jedoch große Hürden. "Die Eigentumsverhältnisse sind hierzulande außerordentlich komplex; so gibt es rund 900 Stromnetzbetreiber. Das macht eine Umsetzung ungemein schwer", sagte sie.
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