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Pressemitteilung BoxID: 202009 (Teknowlogy Group)
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PLM – Trend in Richtung integrierte Lösungen

(PresseBox) (München, ) Pierre Audoin Consultants (PAC) geht davon aus, dass die Notwendigkeit, Produktentwicklungszyklen weiter zu verkürzen, einer der Haupttreiber für das Projektgeschäft in der deutschen Fertigungsindustrie sein wird. Die Herausforderungen liegen dabei heute in der funktionsübergreifenden Integration der PLM-Lösungen mit anderen Unternehmensanwendungen (ERP, CRM, SCM, usw.).

Vor dem Hintergrund kürzerer Innovationszyklen und der steigenden Nachfrage nach Flexibilität in der Fertigung gewinnen PLM-Lösungen (Product Lifecycle Management) für die Fertigungsindustrie zunehmend an Bedeutung. Sie sollen die Produktentwicklungsprozesse beschleunigen, indem sie die parallele Integration der Produktentwicklung mit der Produktionsplanung und der Fertigung ermöglichen.

Idealerweise greifen bei einer PLM-Lösung alle Systeme entlang des Produktentwicklungs- und entstehungsprozesses (z.B. CAD [Computer-Aided Design]-, CAE [Computer-Aided Engineering]-, CAM [Computer-Aided Manufacturing]- oder PPS [Produktionsplanungs- und Steuerungs-]-Systeme) über Schnittstellen auf eine gemeinsame Datenbasis (z.B. ein PDM [Produkt-Daten-Management-]-System) zu. Darin werden alle von CAD/CAM-Anwendungen gewonnenen Daten und Prozesse in einem einheitlichen Datenmodell verwaltet. Der jeweilige Anwenderkreis (z.B. Produktdesign, Konstruktion, Produktionsplanung) kann über eine einheitliche Benutzeroberfläche, je nach individueller Zugriffsberechtigung, auf seine spezielle Anwendung zugreifen. Um gegebenenfalls auch Feedback vom Vertrieb oder den Kunden in den Produktentwicklungsprozess miteinfließen zu lassen, können auch produktionsnachgelagerte Bereiche wie z.B. Vertrieb, Controlling, Support und Service in den Prozess miteinbezogen werden. Gleichzeitig sollen PLM-Systeme auch eine standort- bzw. unternehmensübergreifende virtuelle Zusammenarbeit ermöglichen, um - idealerweise in Echtzeit - funktionelle und physikalische Produkteigenschaften gemeinsam zu erarbeiten.

Der Markt für PLM-Software - Trend in Richtung integrierte Lösungen

Im Jahr 2007 konnten die spezialisierten bzw. "Best-of-breed"-Anbieter für PLM-Software ihre Marktanteile halten. Das Ranking der führenden Softwareanbieter für den Automobilsektor und die diskrete Fertigungsindustrie in Deutschland zeigt in den Top 10 eine klare Dominanz der klassischen CAD/CAM-Anbieter, darunter Unternehmen wie z.B. Dassault Systèmes, PTC oder Siemens PLM Software (ehemals UGS).

Im PLM-Markt ist allerdings ein Trend hin zu integrierten Lösungen feststellbar, d.h. integrierte ERP-Suites, die um SCM (Supply Chain Management)-, CRM (Customer Relationship Management)- und PLM-Funktionalität erweitert sind. So gibt es neben den CAD/CAM-Spezialisten auch die klassischen ERP-Player, die den PLM-Markt zunehmend für sich erschließen möchten. Mitte 2007 übernahm Oracle den PLM-Spezialisten Agile, und auch SAP hat ein entsprechendes PLM-Angebot. Allerdings fehlen bei SAP PLM die Konstruktions- und Visualisierungskomponenten, die sich jedoch über Schnittstellen integrieren lassen. So können bspw. die in den CAD/CAM-Systemen von PTC, Dassault Systèmes oder Siemens PLM erzeugten Stücklisten vom SAP ERP-System übernommen und genutzt werden (z. B. für den Materialeinkauf). Mittelfristig rechnet Stefanie Naujoks, Consultant bei PAC, damit, dass der Anteil der "Best-of-breed"-Anbieter im Markt für PLM-Software leicht zurückgeht. "Es besteht zudem die Möglichkeit, dass Lösungsanbieter für die Fertigungs- und Prozessautomatisierung zunehmend mit der Integration von PLM-Funktionalität eine stärkere Verzahnung - von der Produktentwicklung über Design und Konstruktion bis zur Produktionsplanung - anstreben, wie das Beispiel der Übernahme von UGS durch Siemens Automation and Drives zeigt", so Naujoks.

Verkürzung der Produktentwicklungszyklen - Haupttreiber für das Projektgeschäft in der deutschen Fertigungsindustrie

Des Weiteren geht Naujoks davon aus, dass die Notwendigkeit, Produktentwicklungszyklen weiter zu verkürzen, einer der Haupttreiber für das Projektgeschäft in der deutschen Automobil- und Fertigungsbranche sein wird. Und, während in den letzten Jahren der Fokus auf der funktionalen Optimierung von PLM-, SCM- oder Stand-alone-CRM-Anwendungen gelegen sei, konzentrierten sich heute die Projekte mehr auf die funktionsübergreifende Integration der einzelnen Anwendungen.

Laut Klaus Holzhauser, Senior Consultant bei PAC, ist PLM in der Automobilbranche ein wichtiges Thema, um einen durchgängigen Datenfluss zwischen Produktentwicklung und Produktion sicherzustellen. "Eine wachsende Bedeutung werden auch Business Intelligence-Systemen auf Prozess- bzw. Applikationsebene zuteil", so Holzhauser weiter. "Demnach sollen beispielsweise PLM-Management-Dashboards helfen, die Transparenz der Prozesse zu erhöhen."

Auch in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Elektrotechnik- und High Tech-Branche wird PLM nach Holzhausers Erwartung weiter an Bedeutung gewinnen - aufgrund immer kürzerer Produktentwicklungszyklen und einem immer größeren Anteil an Elektronik und Embedded-Software in den einzelnen Produkten.

Im Maschinen- und Anlagenbau spielt PLM darüber hinaus auch insofern eine Rolle, als dass die Unternehmen hier einen Großteil Ihrer Margen im After-Sales Service verdienen. Die Herausforderung liegt für Unternehmen nun darin, diese Service Offerings so optimal und innovativ wie möglich zu gestalten (wie z.B. Remote Services), und so gilt es, bereits bei der Produktentwicklung alle Prozesse transparent zu gestalten und die entsprechenden Systeme (CRM/Support) zu integrieren.

PLM spielt aber nicht nur in der Automobil- und Fertigungsbranche eine große Rolle. Auch in Bereichen der Prozessfertigung nimmt die Bedeutung von PLM-Software stetig zu.

So steht auch die Textil- und Bekleidungsbranche vor der Herausforderung, verteilte Fertigungsstandorte zu koordinieren und neue - bei Luxusmarken hochwertige - Produkte schnell auf den Markt zu bringen. PLM-Lösungen helfen auch hier, den Entwicklungs- und Produktionsprozess zu verkürzen - von der ersten Entwurfsidee über die Rohmaterialentwicklung bis hin zur Stoffauswahl und Fertigung durch die beispielsweise parallele Integration der Lieferanten bereits während der Entwurfsgestaltung.

Die pharmazeutische Industrie ist geprägt durch intensive und komplexe Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Die kostensensible Optimierung von F&E-Prozessen (Forschung & Entwicklung) sowie die Verkürzung der Produktentwicklungszyklen sind von wesentlicher Bedeutung. PLM-Systeme können hier einerseits eingesetzt werden, um die Vielzahl an heterogenen F&E-Anwendungen zu integrieren. Andererseits werden F&E-Partnerschaften zwischen Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie mit Universitäten zu einem Schlüsselerfolgsfaktor für die Forschung und Entwicklung innerhalb der pharmazeutischen Industrie. Hier spielt die Collaboration-Funktionalität in PLM-Systemen eine große Rolle.

Fazit

Die Visualisierung einzelner Produktdaten und CAD-Zeichnungen für Zulieferer, OEMs (Original Equipment Manufacturers; Originalhersteller) oder Endkunden über das Web hat bereits stark zugenommen. Naujoks geht davon aus, "dass in den nächsten Jahren eine deutliche Ausweitung des Nutzerkreises von PLM-Systemen stattfinden wird. Der Integration von ERP, SCM und CRM kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, ebenso wie der Bereitstellung geeigneter Collaboration-Funktionalität."

Die Marktanalysten von PAC erwarten, dass es einen Trend in Richtung integrierte Lösungen geben wird, z.B. integrierte ERP-Suites, die um SCM-, CRM- und PLM-Funktionalität erweitert sind. "Allerdings sind Projekte in diesem Umfeld sehr groß und komplex und umfassen darüber hinaus die Optimierung des Change Management-Prozesses, der sowohl die Bereiche Produktentwicklung und Produktion als auch Controlling, Sales und Services miteinschließt. Es bleibt zu beobachten, ob und wann die Grenzen zwischen PLM- und ERP-Systemen verschwimmen", schließt Holzhauser.

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