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Volkswagen senkt Jahresproduktion für Russland

Zulieferer verschieben Investition und liegen 30 Prozent hinter Zielen / Opel: "Lage ist zweifellos besorgniserregend" / Auto-Experte schließt Importstopp von ausländischen Fahrzeugen nicht aus

(PresseBox) (München, ) Vor dem Hintergrund des schwächelnden Rubel und dem Reallohnverlust in Russland senkt Volkswagen die Jahresproduktion in seinem Werk in Kaluga. Nach einem Bericht der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche sollen statt der ursprünglich geplanten 150.000 nur noch 120.000 Fahrzeuge gefertigt werden. In dem Werk rund 190 Kilometer südwestlich von Moskau werden die Modelle Polo, Tiguan, Skoda Fabia und Octavia gebaut.

Bis Ende Juli schrumpfte der Pkw-Absatz deutscher Hersteller in Russland um 14 Prozent auf 286.200 Einheiten. Überdurchschnittlich stark traf es die Opel-Group, zu der dort seit kurzem auch Chevrolet gehört. Bis Ende Juli verlor die Marke Opel 17 Prozent, Chevrolet 23 Prozent. Gruppen-Vertriebschef Peter Christian Küspert sagte der Automobilwoche: "Die Lage in Russland ist zweifellos besorgniserregend. Der Markt ist in den vergangenen Monaten stark geschrumpft und die Ukraine-Krise schürt zusätzliche Unsicherheit".

Der sauerländische Zulieferer Kirchhoff zieht erste Konsequenzen: "Unsere Investitionspläne haben wir auf Eis gelegt," sagte Firmenchef Arndt G. Kirchhoff der Automobilwoche. Ein bereits ausgesuchtes Grundstück für ein neues Werk werde vorerst nicht gekauft. Der Ausrüster Edscha muss bereits deutliche Verluste verkraften: "Im Automotive-Geschäft mit unseren russischen Kunden erleben wir bereits seit mehreren Monaten einen starken Auftragsrückgang und liegen derzeit mit dem Umsatz um mehr als 30 Prozent hinter unseren Zielen zurück", sagte Vorstandschef Torsten Greiner der Zeitung. Ralf Göttel, Vorstandschef von Benteler Automotive, wollte noch keine konkreten Zahlen nennen, betonte aber in der Automobilwoche: "Unsere Werk in Kaluga muss auf mögliche Sanktionen reagieren."

Automobilexperte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM), schließt eine Verschärfung der Lage nicht aus: "Viele der von uns befragten mittelständischen Zulieferer wollen nicht mehr wie geplant in Russland investieren", sagte er im Gespräch mit der Automobilwoche. "Es besteht die Gefahr, dass sich das Lieferantennetzwerk dort nicht mehr weiterentwickelt. Das schadet der russischen Wirtschaft massiv. Die Idee, dort eine Autoindustrie aufzubauen, wird in den nächsten Jahren nicht umsetzbar sein". Zugleich befürchtet er als Reaktion auf die europäischen Sanktionen: "Ich halte einen russischen Importstopp von ausländischen Fahrzeugen durchaus für möglich."

Mehr zu diesem Thema unter www.automobilwoche.de

Amerika hat bei VW oberste Priorität

Washington - Mit zwei neuen Modellen, lokalem Einkauf und sieben Milliarden Dollar Investitionen bis 2018 will der Volkswagen-Konzern in Amerika verlorenen Boden gut machen. "Amerika hat bei VW im Augenblick die oberste Priorität", sagte der neue VW-USA-Chef Michael Horn im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche und fügte hinzu: "Jetzt habe ich in Wolfsburg die ungeteilte Aufmerksamkeit." 2018 sollen in den USA 800.000 Fahrzeuge verkauft werden, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren es nur 207.900. Mit zwei neuen Baureihen, die jeweils größer und trotzdem günstiger als Tiguan und Touareg sein soll, will VW den Absatz ankurbeln. Zugleich wird der US-Standort Chattanooga mit einem eigenen F&E-Center aufgewertet und 200 neue Entwickler eingestellt. Zugleich sollen die Entscheidungswege deutlich beschleunigt werden: "Wir kommen mit Vorschlägen, die komplett bewertet und durchgerechnet sind und liefern einen fertigen Business-Case, den der Vorstand nur noch absegnen muss."

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