Continental erhält als erstes Unternehmen der Automobilindustrie SIL3-Zertifizierung für Chipsatz

Technologie zur Überwachung und Steuerung des Bremssystems erfüllt hohe Ansprüche der Sicherheitsnorm IEC 61508. Chipsatz kann auch für andere sicherheitsrelevante Anwendungen im Auto eingesetzt werden

(PresseBox) ( Frankfurt am Main, )
Als weltweit erstes Unternehmen der Automobilindustrie wurde der internationale Automobilzulieferer Continental vom TÜV Süd nach den hohen Anforderungen der Sicherheitsnorm IEC 61508/SIL3 zertifiziert. ?Damit hat Continental Neuland betreten und für die gesamte Automobilindustrie einen Meilenstein gesetzt", sagt Dr. Adrian Traskov, Leiter der Entwicklung Integrierte Schaltkreise im Geschäftsbereich Elektronische Bremssysteme, der Division Chassis & Safety. Denn der TÜV hat mit seinem Zertifikat nicht nur bestätigt, dass die Hardware dem Safety Integrity Level 3 (SIL3) der internationalen Norm zur funktionalen Sicherheit elektrischer, elektronischer und programmierbarer elektronischer Systeme entspricht. Zertifiziert wurden auch die Entwicklungs- und Fertigungsprozesse. Eingesetzt wird der zertifizierte Chipsatz, der aus dem SPACE Mikrocontroller sowie dem PCU-Chip besteht, derzeit in Bremssystemen. Der Mikrocontroller verfügt über eine zweikanalige Sicherheitsarchitektur, die über verschiedene Mechanismen abgesichert ist. Der PCU-Chip übernimmt zusätzliche unabhängige Überwachungsmechanismen, die sichere Ansteuerung der Bremsbetätigung (Aktuatorik) sowie die Vorverarbeitung von Sensorsignalen. Obwohl der Chipsatz in erster Linie für Bremssysteme entwickelt wurde, kann er für andere Anwendungen, etwa den Chassis & Safety Controller von Continental, eingesetzt werden.

Markt fordert Nachweis hoher Sicherheitsstandards

Als Hersteller von Brems- und Fahrerassistenzsystemen hat die Division Chassis & Safety Jahrzehnte an Erfahrung in der Entwicklung von sicherheitskritischen Systemen. Zunehmend fordert der Markt, dass sicherheitsrelevante Systeme einer Beurteilung nach internationalen Sicherheitsnormen unterzogen werden sollen. Als internationale Norm für funktionale Sicherheit hat sich die Norm IEC 61508 sowohl bei Automobilherstellern als auch bei prüfenden Behörden durchgesetzt. Die Norm arbeitet zur Charakterisierung mit der so genannten Sicherheitsintegrität, die in vier Stufen von SIL1 bis SIL4 definiert ist. Jede Stufe entspricht einem Bereich für die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Sicherheitsfunktion. Der Ausfall einer Anwendung mit SIL3-Anforderung bedeutet, dass das Leben eines oder mehrer Menschen in Gefahr ist. Deshalb wird SIL3 für sicherheitskritische Systeme wie Bremssysteme im Automobilsektor gefordert.

Die Zertifizierung von Komponenten nach SIL3 wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. In immer komplexer werdenden Fahrzeugsystemen erleichtern nach der Sicherheitsnorm definierte Schnittstellen die Integration einzelner Komponenten in das Fahrzeug. Bei der Entwicklung von Anwendungen werden Automobilhersteller großen Wert auf die SIL3-Zertfizierung von Komponenten oder Systemen legen, da dies nicht nur den Entwicklungsprozess beschleunigt, sondern auch die Zertifizierung des Gesamtsystems vereinfacht. Continental ist somit für die kommenden Anforderungen des Nachweises von SIL3-fähigen Sicherheitssystemen gut gerüstet. Auf der Basis des SIL3-fähigen Chipsatzes kann Continental auch SIL3-Software entwickeln.

Langwieriges Verfahren bis zum SIL3-Zertifikat

Das erste Audit durch den TÜV Süd fand im September 2007 statt. Nach weiteren Audits erfolgte die abschließende Prüfung der Qualitätsmaßnahmen in Entwicklung und Produktion im Frühjahr 2009. Der Abschlussbericht unterteilt sich dabei in drei Einzelgutachten:

Der Konzeptbericht bewertet, ob die Grundidee der Sicherheitsarchitektur SIL3-tauglich ist. Der technische Bericht hält fest, ob alle spezifizierten Sicherheitsmerkmale implementiert und erfolgreich getestet wurden. Das SIL3-Zertifikat schließlich belegt, dass nicht nur das geprüfte Produkt, sondern auch die dazu gehörenden Entwicklungs- und Produktions­prozesse die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Hierfür ist die Erfüllung zusätzlicher Bedingungen notwendig, etwa die Überprüfung von Testplänen und Testverfahren, der Einfluss von Applikationsschnittstellen und die Besichtigung der Fertigungsstätten.
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