Conergy sichert Finanzierung für Turnaround und weiteres Wachstum

Maßnahmen zur Neuausrichtung zeigen erste Erfolge / Finanzpaket einen Monat vor Plan vereinbart

(PresseBox) ( Hamburg, )
Die Conergy AG hat sich mit Hilfe eines Bankenkonsortiums die Anschlussfinanzierung gesichert. Die Commerzbank AG sowie die Dresdner Kleinwort gewähren dem im TecDAX gelisteten Solarunternehmen zusätzliche Liquidität in Höhe von EUR 240 Mio. Darüber hinaus wurden die "Financial Covenants" für das Geschäftsjahr 2008 ausgesetzt. Die Conergy AG beabsichtigt, die zusätzlichen finanziellen Mittel im Wesentlichen für notwendige Investitionen, die frühzeitige Materialsicherung auch für die Solarfabrik in Frankfurt (Oder) und für Vorfinanzierungen von Projekten der Tochtergesellschaft EPURON GmbH, Hamburg, einzusetzen. Zuvor hatte eine renommierte, international tätige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die vom Vorstand eingeleitete Neuausrichtung des Hamburger Solarkonzerns in einer vorläufigen Stellungnahme zum Sanierungsgutachten positiv bewertet. Die im November 2007 gewährte und bis Ende Februar zur Verfügung gestellte Kreditlinie in Höhe von EUR 30 Mio. hat Conergy nicht in Anspruch genommen; diese ist in der gewährten Zwischenfinanzierung in Höhe von EUR 240 Mio. enthalten.

CEO Dieter Ammer: "Banken unterstützen Turnaround und Wachstum."

Conergy CEO und Mitgründer Dieter Ammer dazu: "Wir haben damit unsere Finanzierung einen Monat vor Plan unter Dach und Fach. Wir sind auf dem richtigen Weg und freuen uns sehr, dass auch unsere Banken den Turnaround und unseren Wachstumskurs unterstützen. Mit diesen zusätzlichen Mitteln verfügen wir über ausreichende Handlungsspielräume. Gleichzeitig sehen wir uns in der bereits eingeleiteten Neuausrichtung zum fokussierten Solarstromkonzern bestätigt. Seit Dezember setzen wir unseren Maßnahmenplan konsequent um, mit dem wir Conergy wieder auf profitable Wege lenken."

Wesentliche Altaktionäre wollen sich an Rekapitalisierung des Unternehmens beteiligen

Die Rückführung der Zwischenfinanzierung soll in erster Linie über die Durchführung einer Kapitalerhöhung im Laufe des Jahres 2008 in Höhe von ca. EUR 250 Mio. erfolgen. Weiterhin sollen zur Liquiditätsverbesserung auch eine Reduzierung des Working Capitals sowie Erlöse aus dem Verkauf von zur Abgabe definierter Geschäftsbereiche (Discontinued Operations) beitragen. Das Gesamtvolumen der Kapitalerhöhung wird von der Dresdner Kleinwort unter banküblichen Vorbehalten garantiert. Dritte Parteien haben bereits heute davon 50% durch Festbezugs- bzw. Übernahmeerklärungen abgesichert. Die Einzelheiten zur Durchführung der Kapitalerhöhung stehen derzeit noch nicht fest, sie werden zeitnah zur Durchführung der Kapitalerhöhung festgelegt.

Bei der Rekapitalisierung des Unternehmens haben die Alt- und Großaktionäre einen erheblichen Beitrag geleistet und weiteren Beitrag zugesagt. Dies unterstreicht erneut das Vertrauen der Altaktionäre in die Zukunft des Unternehmens. Herr Otto Happel wird sich allein mit 25 Prozent an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen, nachdem er die Neuaufstellung des Unternehmens bereits in den letzten Monaten unterstützt und sein weiteres Engagement auch für die Zukunft zugesagt hat. Mehrere große Investoren haben ebenfalls ihr Interesse an der Teilnahme an der Kapitalerhöhung bekundet.

Erste Erfolge bei Reorganisation, Verbesserung der Kostenstrukturen läuft plangemäß

Die strategische Neuausrichtung der Conergy AG auf das wachstums- und ertragsstarke Solarstromgeschäft läuft plangemäß. Zur Neuausrichtung gehört die Konzentration auf die Photovoltaik, sowohl in der Herstellung als auch in der Systemintegration, auf margenstarke Geschäfte sowie auf schlanke, effiziente Prozesse und Strukturen. Zum 1. Januar hat der Vorstand eine Zentralfunktion und drei eigenständig operierende Sparten eingeführt. Auch die Trennung von nicht-strategischen Aktivitäten (wie zum Beispiel die Produktion von Wärmepumpen, Biogasaktivitäten, Solarthermie-Kollektoren) wird derzeit vorangetrieben und bis voraussichtlich Mitte des Jahres abgeschlossen.

Mit der Fokussierung auf die Photovoltaik, der Sicherung der Liquidität, der Sicherung der Materialversorgung und mit der Bestellung des neuen Managements sind die strategischen und operativen Probleme ausgeräumt worden, die zu dem Liquiditätsengpass geführt hatten. Erste Fortschritte sind hier bereits ersichtlich: So haben sich die Vorräte in den letzen zehn Wochen um circa EUR 36 Millionen cash-wirksam reduziert. Die Aufgabe, das Working Capital zu verringern wird sich auch in 2008 fortsetzen. Auch der eingeleitete Personalabbau von ca. 500 Mitarbeitern läuft plangemäß. Im Zusammenhang mit den Kostensenkungsmaßnahmen ist der Vorstand ebenfalls dabei, wesentlich schlankere Strukturen der Zentralbereiche zu realisieren.

Währenddessen wurde auch eine Reihe operativer Erfolge verbucht: In Australien ging die Conergy Tochter EPURON mit Macquarie Capital eine strategische Partnerschaft zur Planung eines 1.000 MW Großprojekts mit einem Investitionsvolumen von voraussichtlich etwa AU $ 2 Mrd. ein. In den USA installierte die Conergy Tochter SunTechnics die größte Solaranlage der US Armee auf dem Gelände der Fort Carson Army Base, Colorado.

Mit Frankfurt (Oder) verfügt die Gesellschaft über eine der weltweit modernsten Solarzellen- und Modulfertigungen. Eine große deutsche Prüfgesellschaft unterzog die neue Zell- und Modulproduktion einer ersten Inspektion und zeigte sich in ihrem Bericht überzeugt von der "extrem automatisierten und modernen Fertigung". Durch die Sicherung der in diesem Jahr anlaufenden langfristigen Materialversorgung wird die Fabrik in der zweiten Jahreshälfte 2008 teil- und ab Juli 2009 vollausgelastet arbeiten. Dadurch wird ein wesentlicher Ergebnisbeitrag erwartet.

Conergy Gruppe: Vorläufige Umsatz- und Ergebniszahlen 2007

Der Conergy Konzern hat im Geschäftsjahr 2007 vor bilanziellen Anpassungen und mit der alten Struktur einen Umsatz in Höhe von EUR 845 Mio. (2006: EUR 752 Mio.) erzielt. Für das Geschäftsjahr 2007 änderte der Vorstand jedoch seine Bilanzierungsmethode für fortzuführende Großprojekte. Dies führte zu einer Verschiebung von Umsätzen in spätere Berichtszeiträume. Gleichsam schlug sich auch die Bereinigung um nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) in der neuen Bilanzierung nieder. Unter Berücksichtigung dieser Anpassungen liegt der vorläufige Umsatz des Geschäftsjahres 2007 bei EUR 712 Mio. (2006: EUR 682 Mio.)

Nachfolgend veröffentlicht der Vorstand Kennzahlen des vorläufigen, noch nicht geprüften Konzernabschlusses der Conergy AG zum 31. Dezember 2007, im Vergleich zu den Werten des Geschäftsjahrs 2006, bereinigt um Umsätze und Ergebnisse nicht fortgeführter Aktivitäten (Discontinued Operations: DOP) und die Auswirkungen der Änderung der Bilanzierungsmethoden für Großprojekte:

in EUR Mio. 2007 2006
Umsatz 712 682
Rohertrag 94 107
EBITDA -174 24
EBIT -210 19
EBT -229 13
Ertragsteuern* 72 -4
Ergebnis vor DOP -157 9
Ergebnis DOP -37 -1
EAT -194 8

* Vorläufig ermittelt

Die im Jahr 2007 gebuchten, einmaligen Anpassungen bilanzieller Wertansätze sowie die Änderung der Bilanzierungsmethode für Großprojekte sind weit überwiegend nicht cash-wirksam.

Die aufgegebenen Geschäfte (DOP) sind in einer Zeile ausgewiesen, als Ergebnis nach Steuern. Sie belasten das Netto-Ergebnis mit EUR -37 Mio. (2006: EUR -1 Mio.).

Die ausgewiesenen Ertragsteuern werden weit überwiegend von den latenten Steuern bestimmt. Diese Zahl stellt einen vorläufig ermittelten Wert dar. Es sind noch wesentliche Änderungen möglich, die jedoch nicht zahlungswirksam werden.

Ausblick

Auch 2008 wird noch vom Turnaround geprägt sein. Für das fortgeführte Geschäft erwartet der Vorstand der Conergy AG einen Umsatzzuwachs auf deutlich über EUR 1 Mrd. Auch plant der Vorstand eine deutliche Verbesserung des Rohertrags und eine substanzielle Verbesserung des EBITDA. Vor Sondereffekten zielt der Vorstand auf ein ausgeglichenes EBITDA.

Im Zusammenhang mit der jetzt vorgenommenen Refinanzierung hat das Unternehmen auch 2008 hohe einmalige Beratungs- und Finanzierungskosten zu tragen. Ohne Berücksichtigung dieser und anderer Sonder- und Einmaleffekte, jedoch nach Abschreibungen und Finanzierungsaufwand, geht der Vorstand daher noch einmal von einem erheblichen zweistelligen negativen Ergebnis (EBT) aus.

Für das fortgeführte Geschäft 2009 plant der Vorstand weiter deutlich steigende Umsätze und ein im gut zweistelligen Millionenbereich positives, operatives Ergebnis (EBIT). Ab dem zweiten Halbjahr 2009 strebt das Unternehmen gute branchenübliche Renditen mit einer Vollauslastung der Solarfabrik in Frankfurt (Oder) an.
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