E-Invoicing: Flächendeckende Einführung in Italien - Was kommt auf Deutschland zu?

Interview mit Dr. Richard Putz von Holzeisen Reich Oberthaler Putz zum Impulstag Digitalisierung am 05.11. in Köln

(PresseBox) ( München, )
Der Experte Dr. Richard Putz von Holzeisen Reich Oberthaler Putz zeigt, wie eine umfassende Einführung von elektronischem Rechnungsaustausch in Deutschland gelingen könnte und nimmt das italienische Pflicht-Modell unter die Lupe. Er ist beim Impulstag Digitalisierung am 05.11. in Köln als Sprecher vor Ort und wird dort u.a. mit Christian Brestrich von B&L Management Consulting, Stefan Groß vom VeR (Verband elektronische Rechnung) und Joerg Heidrich, Justiziar und Datenschutzbeauftragtem von Heise Medien umfangreiche Einblicke in bisherige Erfahrungen geben.

Blick in die Glaskugel: Wann kommt hierzulande eine Pflicht zum elektronischen Rechnungsaustausch B2B, B2C und B2G?

Dr. Richard Putz: „Es ist schwer zu sagen, wann genau der elektronische Rechnungsaustausch in Deutschland verpflichtend wird. Ich gehe allerdings davon aus, dass er kommen wird. Das Interesse ist jedenfalls riesengroß.“

Welche Formate sind erlaubt und wie läuft die zentrale Übermittlung?

Dr. Richard Putz: „Es ist ausschließlich das XML-Format namens „FattuaPA“ erlaubt. Die Übermittlung/der Erhalt werden ausschließlich über das zentrale „Austauschsystem“ der Finanzbehörde abgewickelt. Eine direkte Übermittlung der Rechnung an den Geschäftspartner ist für Steuerzwecke nicht mehr zulässig.“

Taugt Italien mit seiner E-Rechnungspflicht als Vorbild für andere Länder?

Dr. Richard Putz: „Definitiv ja. Das System hat sich als äußerst stabil und sehr ergonomisch erwiesen und die Resultate sind deutlich. Es wurde ein „Digitalisierungsschub“ ausgelöst. Die Behörde kann nun in Echtzeit die Abführung der Umsatzsteuer prüfen, was bei stagnierender Wirtschaft sich in den steigenden Umsatzsteuereinnahmen und einer höheren Tax-Compliance widerspiegelt.“

Wie populär ist das italienische Modell bei der Bevölkerung, bei Unternehmen und staatlichen Stellen?

Dr. Richard Putz: „Die Akzeptanz bei der Bevölkerung und den Unternehmen ist groß. Man hat schnell die Vorteile zentraler Datenübermittlungsknoten und die Möglichkeiten der automatischen Eingangsrechnungsverarbeitung erkannt. Für die Behörden stellt die elektronische Rechnung ein starkes Instrument bei Planung, Kontrolle und Hinterziehungsbekämpfung dar.“

Wie weit sind deutsche Unternehmen beim elektronischen Rechnungsaustausch?

„Die deutschen Unternehmen sind gegenüber den italienischen etwas in Rückstand geraten. Allerdings sind sie weit besser aufgestellt, als dies die italienischen Unternehmen vor Einführung der verpflichtenden elektronischen Rechnung waren. Das regulatorische Eingreifen des Zentralstaates war für die italienischen Unternehmen ein Glücksfall. So konnte der Rückstand in Sachen Digitalisierung etwas reduziert werden.“

Worauf müssen sich deutsche Firmen bei der Digitalisierung ihres Rechnungswesens einstellen?

„Wir haben in der Praxis gesehen, dass die automatische Eingangsrechnungsverarbeitung oftmals an der Datenqualität beim Lieferanten scheitert. Hier ist viel Abstimmungs- und Erziehungsarbeit notwendig.“

E-Invoicing-Experten beim Impulstag Digitalisierung

Wie die italienische E-Rechnungspflicht gelingt und wo Verwirrung bei B2G-Rechnungsautausch besteht, analysieren Experten beim Impulstag Digitalisierung.
https://www.comarch.de/service-und-support/events-und-webinare/comarch/impulstag-koeln/#e-invoicing
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