Ausschreibungen im EEG 2017 - Biogas- und Festbrennstoffanlagen

C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch diskutiert Herausforderungen für Biomasseanlagen im Rahmen des Ausschreibungssystems

Straubing, (PresseBox) - Der Umstieg für Biogas- und Festbrennstoffanlagen auf ein Ausschreibungssystem durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 (EEG) war Thema des C.A.R.M.E.N.-Fachgesprächs am Mittwoch, den 21. Juni 2017 in Neumarkt in der Oberpfalz. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Fachverband Holzenergie, dem Bayerischen Bauernverband, dem Fachverband Biogas e.V., dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Neumarkt i.d. Opf. und der KWKkommt UG statt.

Mit einem Rückblick auf die Entwicklung des EEG im Laufe der letzten Jahre führte Ulrich Kilburg von C.A.R.M.E.N. e.V. in das Thema Ausschreibungen im EEG 2017 ein. So haben die Vorgänger des aktuellen Gesetzes dafür gesorgt, dass über Jahre hinweg der Anlagenbestand deutlich gesteigert wurde. Als Gründe für die neue Ausschreibungsregelung nannte Kilburg die bessere Steuerung des Ausbaus und den Wunsch der EU nach einer marktnahen Förderung.

Die juristischen Rahmenbedingungen fasste Jürgen Linhart von BLTS Rechtsanwälte Fachanwälte GbR zusammen. Aktuell befinde man sich in einem Systemwechsel, so Linhart. Zunächst betonte der Fachanwalt, dass es sehr wichtig sei, Fehler bei der Abgabe eines Gebots zu vermeiden, denn hier könne ein Verlust der gesamten Förderfähigkeit folgen. Die Angebote seien schriftlich abzugeben, der Gebotswert in Cent und zwei Nachkommastellen zu nennen und eine Bürgschaft müsse hinterlegt werden. Bestandsanlagen können freiwillig maximal acht Jahre vor der Restlaufzeit der aktuellen Förderung an einer Ausschreibung teilnehmen. Sollte die Anlage einen Zuschuss erhalten, gelte dieser für zehn Jahre. Der Gebotspreis dürfe maximal dem Durchschnitt der letzten drei Jahre entsprechen, höchstens aber 16,9 ct/kWh betragen. Zu beachten sei, dass auch eine Bestandanlage bei der Teilnahme einer Ausschreibung ein Umweltgutachten vorlegen muss, so Linhart. Für Neuanlagen gelte der maximale Gebotspreis von 14,88 ct/kWh, und die Anlage müsse innerhalb von 24 Monaten nach dem Zuschlag in Betrieb sein. Linhart verwies auf Vertragsstrafen, die drohen können, sollte der Betreiber nicht innerhalb von 24 Monaten
liefern oder das notwendige Umweltgutachten fehlen. Auch zu beachten sei der Maisdeckel in Höhe von 50 Prozent der Einsatzstoffe, da dies eine Voraussetzung für den Erhalt der Förderung sei.

Welche Aspekte Festbrennstoffanlagen zu beachten haben, erläuterte Frank Scholl vom Fachverband Holzenergie. „Wir müssen uns auch in der Ausschreibung weiter optimieren“, so Scholl. Im Vorfeld einer Ausschreibung solle sich der Betreiber überlegen, welche Brennstoffe, Altholz oder Frischholz, er einsetzen will und die Wirtschaftlichkeit überdenken. Gute Chancen im EEG 2017 sieht Scholl für Frischholzanlagen.

Welche wirtschaftlichen Fragestellungen sind bei der Kalkulation des Gebotspreis zu beachten? Mit dieser Frage beschäftigte sich Florian Strippel vom Fachverband Biogas e.V.. Wichtig sei die Ermittlung der Stromgestehungskosten, aus denen ein Mindestgebot abgeleitet werden könne. Diese werden bestimmt durch verschiedene Einflussfaktoren wie die Substratkosten, die Fermenterbiologie und der Wärmeverkauf. Da im Bereich Photovoltaik und Windkraft bereits Ausschreibungen stattgefunden haben, an denen er erfolgreich teilgenommen hat, berichtete Josef Gold von GSW Gold Solar Wind Management GmbH von seine Erfahrungen. Für eine Ausschreibung sei es wichtig, das Marktgeschehen zu beobachten, so Gold. Wie hoch könnte der Zuschlagswert bei der nächsten Ausschreibung sein? Daran könne man nachfolgend seinen Gebotspreis ausrichten.

Abschließend thematisierte Falko Stockmann von C.A.R.M.E.N. e.V. den Maisdeckel und mögliche alternative Substrate für die Biogasanlage. Der Maisdeckel schränkt den Substratanteil von Mais auf 50 Prozent der gesamten Menge ein. Um dennoch eine Substratversorgung sicherzustellen, nannte Stockmann alternative Kulturen und errechnete mögliche Auswirkungen auf den Mengen- und Flächenbedarf. Zu beachten sei vor allem die Entwicklung der Stromgestehungskosten, welche durch technisch erforderliche Nachrüstungen, die Düngeverordnung oder die geänderten Lagerkapazität entstehen und zusammen mit dem Mengen- und Flächenbedarf die Kostenstruktur ändern können.

Die Teilnehmer stellten interessiert Fragen zu Ausschreibung und zum EEG 2017 und diskutierten mögliche Alternativen für Biomasseanlagen.

 

 

 

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