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Pressemitteilung BoxID: 121536 (Carl Zeiss MicroImaging GmbH)
  • Carl Zeiss MicroImaging GmbH
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Harvard Universität und Carl Zeiss schließen Lizenzvereinbarung

Markierungsfreies Kontrastverfahren für die Lasermikroskopie eröffnet biomedizinischer Forschung neue Möglichkeiten

(PresseBox) (Jena, ) Das Office of Technology Development (OTD) der Harvard University und die Carl Zeiss MicroImaging GmbH, eine 100%ige Tochter der Carl Zeiss AG, haben eine Lizenzvereinbarung unterzeichnet, die dem Unternehmen die Verwen- dung der bei Harvard entwickelten CARS (Coherent-anti-Stokes-Raman-Scattering) Mikroskopietechnologie erlaubt. Diese Technik soll in den Konfokal- und Multiphotonen-Mikrosko- pen von Carl Zeiss zum Einsatz kommen.

Sie macht erstmals die Abbildung biochemisch wichtiger Moleküle in lebenden Zellen und Organismen möglich, ohne dass diese mit Farbstoffen markiert werden müssen. Dabei entsteht der Kontrast durch die gezielte Anregung von Eigenschwingungen der Moleküle in der untersuchten Probe. Der bisweilen aufwändige Vorgang der Fluoreszenzmarkierung kann damit umgangen werden. Zudem kann vermieden werden, dass das Verhalten der untersuchten Moleküle durch eine Markierung eventuell beein- flusst wird. Durch die CARS-Mikroskopie werden somit Messungen ermöglicht, die besonders empfindlich auf die Markierung mit Markermole- külen reagieren. Die Methode ist damit komple- mentär und ergänzend zur Fluoreszenzmikrosko- pie und wird in Kombination mit dieser ihr volles Potential entfalten.

Mit der im Labor von Xiaoliang Sunney Xie, Ph.D., Professor für Chemie und Chemische Biologie an der Harvard Universität, entwickelten Technologie können über die markierungsfreie Abbildung hinaus auch molekulare Markierungen, die die markierten Biomoleküle nur sehr wenig in ihren Eigenschaften beeinflussen, sichtbar gemacht werden. Eine mögliche Anwendung hier sind pharmakokinetische Untersuchungen zum Transport von Wirkstoffen in biologischen Geweben.

„Diese Technologie hat weitreichende Auswirkun- gen auf die biomedizinische Forschung“, erläutert Isaac T. Kohlberg, Leiter für Technologieentwick- lung der Harvard Universität. „Die Vereinbarung mit Carl Zeiss MicroImaging passt zu unserer Strategie, Partnerschaften mit den besten Unter- nehmen einzugehen, die sich der Höchstleistung und Qualität verschrieben haben.“

Dr. Ulrich Simon, Geschäftsführer der Carl Zeiss MicroImaging GmbH, kommentiert: „Carl Zeiss sucht intensiv nach solchen Technologien, mit denen die Anwender unserer Systeme auf ihrem Forschungsgebiet eine Spitzenposition einneh- men können. Professor Xie und seine Gruppe an der Harvard Universität haben auf dem Gebiet der CARS-Mikroskopie beeindruckende Pionierarbeit geleistet. Durch die Lizenz für diese Technologie sind wir in der Lage, unserem anspruchsvollen Mikroskop­angebot ein weiteres hocheffizientes Forschungswerkzeug hinzuzufügen.“

Mit der CARS-Mikroskopie steht der biomedizini- schen Forschung eine weitere innovative Kon- trastmethode zur Verfügung, die der Laser Scanning Mikroskopie eine neue Dimension erschließt. In Kombination mit der Fluoreszenz- abbildung biologischer und technischer Proben trägt das Verfahren dazu bei, das Verständnis biologischer und biochemischer Vorgänge zu vertiefen. Aber auch über die Zellbiologie hinaus kann die CARS-Methode für die Entwicklung und Erprobung neuer Wirkstoffe in der pharmazeu- tischen Industrie und für die medizinische Diagnostik eingesetzt werden.