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Pressemitteilung BoxID: 338453 (Carl Zeiss AG)
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Videobrille mindert die Angst vor Operationen

Statt Beruhigungsmittel gibt es in Kliniken jetzt Entspannung per mobilem Kopfkino / Krankenhaus schildert erste Eindrücke

(PresseBox) (Oberkochen, ) Viele Patienten, die operiert werden müssen, haben schon vor dem Eingriff Angst: Alleine der Gedanke an das Ambiente im Operationssaal genügt, um Nervosität und Unbehagen zu erzeu- gen. Krankenhäuser versuchen zwar, auch dem psychischen Leiden vorzubeugen. Die Kliniken, die - dem Trend der Zeit entsprechend - zuneh- mend auf Vollnarkosen verzichten und stattdes- sen auf die schonenden örtlichen Betäubungen setzen, kommen dabei bisher aber oft nicht ohne Schlaf- oder Beruhigungsmittel aus. Ängste lassen sich allerdings auch auf andere Art ein- dämmen. Dabei kommen Hilfsmittel aus dem täglichen Leben zum Einsatz, die keine Medizin- produkte sind. Ein Beispiel dafür ist eine Video- brille, mit der Patienten vor und während des Eingriffs Filme, Videosequenzen oder Doku- mentationen betrachten können. Dadurch, dass sich das Film-Geschehen auf kleinen Displays in der Brille abspielt, entschwindet der Patient in eine angenehme Atmosphäre und bekommt die angstbesetzte Realität des Operationssaales nicht mehr mit.

"Der Effekt der Ablenkung und Beruhigung ist immens", berichtet Dr. med. Holger Sauer, Chef- arzt der Anästhesieabteilung in der Klinik am Park im nordrheinwestfälischen Lünen. Das Kranken- haus hat gerade eine Testphase mit der Video- brille cinemizer Plus des Optikspezialisten Carl Zeiss hinter sich. "Erfreulicherweise stellen wir einen deutlichen Rückgang beim Bedarf von Schlaf- und Beruhigungsmitteln fest. Dies gilt nicht zuletzt auch für die Eingriffe, bei denen der Kopf teilweise abgedeckt werden muss - etwa Schultergelenksoperationen -, so dass eventuel- len klaustrophobischen Reaktionen sehr gut vorgebeugt wird."

Auch bei den operierenden Ärzten in der Klinik am Park stößt das neue Konzept auf Zustimmung. "Wir wollen alles tun, um unseren Patienten den Klinikaufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten", beschreibt Dr. med. Norbert Kunath, Chefarzt der Chirurgischen Abteilung der Klinik am Park, die Philosophie seines Krankenhauses. "In diesem Sinne ist für uns die Verwendung der Brille ein wichtiges Hilfsmittel bei dem Vorhaben, bei Operationen nicht nur die medizinischen Be- lange, sondern auch die psychischen Bedürfnisse des Patienten angemessen zu berücksichtigen."

Auf dem mobilen Kopfkino bekommen Patienten aktuell vor allem musikalisch unterlegte Natur- und Landschaftsfilme zu sehen. Eine Erweiterung des Programms auf Spiel- und Kinderfilme sowie humoristische Streifen ist bereits in Planung. Natürlich können Patienten aber auch ihre Lieblingstitel von zu Hause mitbringen, das muss dann im Vorgespräch geklärt werden. Als Quelle nutzt die Brille entweder einen DVD-Player oder das iPhone oder iPod von Apple. Im Prinzip können aber viele weitere Geräte mit Video- ausgang angeschlossen werden.

Der cinemizer Plus simuliert direkt vor Augen eine zwei Meter entfernte Leinwand mit einer Diagona- len von 115 Zentimetern. Das entspricht rund 45 Zoll. Beeindruckt zeigt sich Dr. med. Holger Sauer auch von der Möglichkeit, auf der Brille 3D-Inhalte betrachten zu können: "Die neue Technik verstärkt natürlich noch den Effekt, mitten im Geschehen zu sein und zieht den Betrachter noch mehr in den Bann dieser ganz neuen visuellen Erfahrung." Der cinemizer Plus ist eine der wenigen Möglich- keiten, 3D überhaupt außerhalb einer der dafür eingerichteten Kinopaläste zu genießen. Den Sound liefern die On-Ear-Lautsprecher an der Brille. Diese sorgen auch dafür, dass die bei einer Operation unvermeidlichen Geräusche nicht mehr ans Ohr des leidgeprüften Menschen auf dem OP-Tisch gelangen, wie Dr. med. Klaus Peter Zimmermann, Orthopäde in der Klinik am Park, anmerkt: "Gerade die unangenehmen Geräusche der Motorsäge bei Gelenkersatzoperationen werden durch andere, positiv gefärbte Eindrücke ersetzt." Auch hier steht es dem Patienten übrigens frei, ob er seine eigenen Kopfhörer benutzen möchte. Auch Brillenträgern kann diese etwas andere Art der Entspannung angeboten werden: Das mobile Kino gestattet eine Dioptrieneinstellung zwischen +3,5 und -3,5.

In einer anderen medizinischen Disziplin hat sich die Videobrille bereits als Mittel zur Entspannung und Ablenkung der Patienten etabliert. Carl Zeiss berichtet von rund 400 Zahnärzten in Deutschland, die sich im täglichen Einsatz dieses modernen Ablenkungsmanövers bedienen. Die Resonanz ist auch hier sehr positiv, wie Dr. Stefan Ziegler von der Zahnarztpraxis KU 64 Die Zahnspezialisten in Berlin berichtet: "Insbesondere Kinder und Jugendliche haben jetzt sehr viel weniger Angst davor, zu uns zu kommen. Statt des obligatori- schen Unbehagens erkennen wir so etwas wie Vorfreude."

Weitere Informationen:

cinemizer Plus: http://www.zeiss.de/cinemizer
Carl Zeiss AG: http://www.zeiss.de/