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Pressemitteilung BoxID: 589783 (bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.)
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Recycling- und Entsorgungsbranche wird ausgebremst

(PresseBox) (Bonn, ) Die Recycling- und Entsorgungsbranche tritt auf der Stelle. Nur ein Prozent Wachstum verzeichnete sie im vergangenen Jahr und in 2013, so das Ergebnis der bvse-Branchenumfrage, ist Null-Diät angesagt. "Die Branche stagniert. Die mittelfristigen Aussichten sind nicht gut. Die politischen Rahmenbedingungen verstärken diesen Negativtrend. Allenfalls ein starker konjunktureller Impuls kann diese Entwicklung positiv umkehren", machte Bernhard Reiling, Präsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., heute vor der Presse deutlich. Während die Wirtschaftsweisen in ihrem Frühjahrsgutachten für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent vorhersagen, zeigen die Indikatoren für die deutsche Recyclingindustrie nach unten. Nach 8,5 Prozent Wachstum in 2011 wurde im vergangenen Jahr nur ein Wachstum von knapp einem Prozent erreicht und für 2013 reicht es voraussichtlich nicht einmal dafür.

"Ursache für diese Entwicklung ist vor allem die deutlich schwächere Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2012 gewesen. Leider konnte auch das Auslandsgeschäft keine Impulse geben, sodass wir vielleicht sogar froh sein müssen, dass wir das letzte Jahr noch mit einer schwarzen Null abschließen konnten. Ob wir das in diesem Jahr wiederholen können, ist noch längst nicht ausgemacht", beschreibt der bvse-Präsident die Situation der Recycling- und Entsorgungsbranche.

Nach der Branchenumfrage des Verbandes weisen auch alle weiteren Indikatoren auf einen eher negativen Trend hin. So sank die Eigenkapitalquote der Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich von 24 Prozent in 2010 auf mittlerweile 21 Prozent im vergangenen Jahr. Der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre konnte 2012 nicht wiederholt werden und für 2013 droht ein Beschäftigungsrückgang um 2 Prozent.

Die Investitionsquote ging im letzten Jahr noch einmal um 0,5 Prozent auf 7 Prozent zurück. Mit dieser "gefährlich niedrigen Quote" könnten allenfalls unbedingt notwendige Ersatzbeschaffungsmaßnahmen bedient werden. Noch erschreckender ist die Prognose für das laufende Jahr: Hier gehen die Unternehmen nur noch von einer Investitionsquote von 5,5 Prozent aus. Bernhard Reiling: "Sollte es so kommen, dann geht es an die Substanz der Unternehmen und dann wird es wieder verstärkt zu Kapazitätsabbau und auch zu Insolvenzen kommen."

Dieser schwache Wert ist nicht allein mit der Sorge um die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und Europa zu erklären. Er drückt die große Unsicherheit aus, die Politik und Behörden durch die Verabschiedung und durch den Vollzug des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes ausgelöst haben. "Das Vertrauen in die Politik, dass sie eine erfolgreiche Recycling- und Sekundärrohstoffbranche will, ist verloren.

Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz ist nicht Impulsgeber, sondern hat sich zum Bremsklotz entwickelt. Es herrscht in unserer Branche der Eindruck vor, dass sich die politischen Parteien von der sozialen Marktwirtschaft, die vom privaten Unternehmertum geprägt wird, abwenden und auf eine staatlich gelenkte Kommunalwirtschaft setzen. Gemeinsam sind sie dafür verantwortlich einer erfolgreichen Branche innerhalb kürzester Zeit die Wachstumsaussichten genommen zu haben", kritisiert der bvse-Präsident.