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Pressemitteilung BoxID: 640002 (bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.)
  • bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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Mittelständische Schrottindustrie mit Gegenwind

(PresseBox) (Bonn, ) Schrottrecycling leistet einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten Umgang mit Rohstoffen. Das wurde auf der Stahl und Recycling Konferenz deutlich, die am 12.11.2013 im Bundeswirtschaftsministerium stattfand. Veranstalter war die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Kooperation mit dem bvse-Fachverband Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen, dem Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesumweltministerium.

Der stellvertretende Vorsitzende des bvse-Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, Sebastian Will, erläuterte in seinem Vortrag, dass die Schrotteinsatzquote seit 1995 stetig gestiegen sei und aktuell bei 47% liege. Das bedeute, dass 2012 rund 20 Millionen Tonnen Schrott in der Stahlindustrie eingeschmolzen wurden. Die an ausländische Stahlwerke gelieferte Menge betrug zudem weitere 4 Millionen Tonnen Schrott.

Das zeige, so Sebastian Will, dass der Erfassungsgrad in Deutschland sehr hoch sei. Hauptträger dieser positiven Bilanz seien unbestritten die mittelständisch geprägten Unternehmen der Schrottwirtschaft. Will sieht diese Entwicklung jedoch bedroht. Zwar wollte beispielsweise die Europäische Kommission mit einer Verordnung zum Ende der Abfalleigenschaft von Stahlschrott eine Steigerung des Recyclings erreichen, dieses Vorhaben mündete jedoch "in einen unvergleichlichen Bürokratismus", wie Sebastian Will, Schrotthändler und Mitinhaber der Heinz Will GmbH & Co. KG, feststellte. Im Ergebnis nutzten die Möglichkeit des vorzeitigen Abfallendes für Schrotte, bis auf wenige Ausnahmen, weder die Stahlindustrie noch die Schrottindustrie.

Auch die Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie in nationales Recht stärke die Schrottrecycler nicht. So kritisierte Sebastian Will, dass die Regelungen des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes die Erfassungsstrukturen von Schrott aus privaten Haushalten empfindlich in Mitleidenschaft gezogen haben und so eine Verringerung der Sammelmenge zu verzeichnen sei. In Konsequenz würden vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen der Schrottrecyclingbranche geschwächt, sodass eine weitere Konzentration des Marktes auf wenige große Konzerne befürchtet werden müsse.

Nach seiner Einschätzung werden dem mittelständisch geprägten Recyclingsektor dadurch "Innovationskraft und Flexibilität" entzogen, die zur Steigerung der Ressourceneffizienz dringend nötig wären. Diese Entwicklung werde langfristig die großen Entsorgungskonzerne und die öffentliche Hand auf Kosten des Mittelstandes stärken, befürchtet der stellvertretende bvse-Fachverbandsvorsitzende.