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Pressemitteilung BoxID: 596027 (bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.)
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2. Internationaler Alttextiltag des bvse: Textiler wehren sich

(PresseBox) (Bonn / Wien, ) Sowohl in Deutschland als auch in Österreich haben die Alttextilien als Ressource und als Handelsgut an Bedeutung gewonnen, wie der 2. Internationale Alttextiltag des bvse zeigte, der Ende April in Wien stattfand.

So soll in Österreich im Rahmen des 2012 gestarteten Ressourceneffizienz Aktionsplans auch die Wiederverwendung von Altkleidern gestärkt werden, denn dadurch können Rohstoffe und Wasser eingespart werden, wie Mag. Christine Hochholdinger vom Österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, deutlich machte. Gleichzeitig ist auch in Österreich der Markt für Alttextilien hart umkämpft. Derzeit sammle man in der Alpenrepublik mit über 10.000 Containern, insgesamt 90% des Aufkommens würden über diese erfasst und anschließend vermarktet, so der Bericht von Kom.Rat Thomas Gaiger, ehemaliger Präsident der BIR Textilsparte.

Gewerbliche Sammler werden aus dem Markt gedrängt

Die Nachfrage nach Alttextilien ist international gut; die Textilrecycler hätten eigentlich Grund zur Zuversicht: "Wir können ja durchaus zufrieden sein: unsere Läger sind leer. Der Auftragsbestand ist konstant vorhanden, laufend melden sich neue Interessenten", blickt bvse-Vizepräsident Michael Sigloch auf die vergangenen Monate zurück. Womit aber diese Interessenten bedienen, wenn mit allen Mitteln versucht wird, gewerbliche Sammler aus dem Markt zu drängen? Schon im letzten Jahr verzeichneten die Unternehmen einen Rückgang der erfassten Alttextilmengen, wie die bvse-Jahresumfrage ergab.

"Die Kommunen untersagen immer mehr Sammlungen, weil sie selbst in das Geschäft einsteigen wollen, bundesweit sollen es derzeit rund 600 Untersagungen sein. Hier wird das Kreislaufwirtschaftsgesetzt zu einer Verstaatlichung des Gewerbes missbraucht und uns ein faktisches Berufsverbot auferlegt ", kritisierte Sigloch vor den über 120 Branchenvertretern und erntete dafür viel Zustimmung, denn so mancher in der Branche fürchtet um seine Existenz.

Textiler sorgen verlässlich für Wiederverwendung

Dabei sorgen die Kleiderhändler seit über 50 Jahren dafür, dass abgelegte Textilien einer weltweiten Wiederverwendung als Second-Hand Kleidung zugeführt wird und haben nicht zuletzt in der Krise 2004 bewiesen, dass sie eben keine Rosinenpicker sind. Damals waren viele Textiler gezwungen, ihre Ware unter den Gestehungskosten abzugeben. Sie haben dieses Risiko getragen und trotzdem weitergemacht, auch wenn dies für viele Betriebe an die Substanz ging. Umso mehr wollen sie sich auch jetzt gegen eine Verdrängung durch die Kommunen zur Wehr setzen. "Es ist doch blanker Hohn, dass gerade die öffentlich-rechtlichen Betriebe leistungsfähiger sein sollen, die kein wirtschaftliches Risiko tragen müssen und zudem den Wettbewerb scheuen" sagte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Mit juristischen Mitteln gegen Verdrängung kämpfen

Rechtsanwalt Alexander Gläser empfahl den Branchenvertretern, die von Untersagungsverfügungen betroffen sind, juristisch dagegen vorzugehen. Dies hätte in vielen Fällen gute Erfolgsaussichten, denn vielfacht seien die Untersagungen nicht ausreichend begründet und eine tatsächliche Gefährdung des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers nicht nachgewiesen. Stattdessen untersagten Behörden jedoch schon bei der kleinsten zu erwartenden Beeinträchtigung und machten die Untersagung zur Regel.

Darüber hinaus diskutieren die Textiler im bvse über eine Verfassungsbeschwerde, denn sie sehen ihr Grundrecht auf Berufsausübungsfreiheit verletzt. Schließlich hinderten Untersagungen, Auflagen und Befristungen Unternehmen an der Ausübung ihrer Tätigkeit, begründete bvse-Hauptgeschäftsführer die ernsthafte Prüfung eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.