Bankchefs fordern Schonfrist

Empörung beim Mittelstand

(PresseBox) ( Hannover/Bremen, )
Vorstandschefs deutscher Banken fordern in der Tageszeitung "Die Welt" von der Politik eine längere Schonfrist. Allen voran Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank AG, will eine nur stufenweise Einführung der strengeren Kapitalmarktvorschriften. Damit könne man das Problem entschärfen, dass wegen der härteren Kapitalanforderungen die Kredite knapper werden könnten. "Das ist der blanke Hohn", sagt Josef Spang. Der Landesbeauftragter Niedersachsen Bremen des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) hält es für enorm wichtig, dass die Politik noch schneller und zielgerichteter handelt als bisher und dem "Wildwuchs im Bankengeschäft nachhaltig Einhalt gebietet".

Dass Hans-Dieter Brenner, Chef der Landesbank Hessen-Thüringen, davor warnt, zu der Diskussion um eine Kreditklemme könne schnell eine um die Kapitalklemme bei den Banken kommen, hält Spang für einen üblen Scherz: "Seit Jahresbeginn 2009 refinanzieren sich die Banken bei der EZB zu einem Zinssatz von einem Prozent. Hingegen sind die Geldzinsen für Kontokorrentkredite bei den Unternehmen mittlerweile auf etwa 15 Prozent gestiegen. Doch trotz der hohen Verdienstrate der Banken ist es nicht so, dass Kredite in großem Maße an den Mittelstand weitergegeben werden." Die Banken argumentierten zwar, das es keine Kreditklemme gebe und sie weit mehr Geld ausgeliehen haben als im Jahr zuvor, "doch bei genauerer Betrachtung sind dies eben nur wenige Kredite mit sehr viel höheren Volumen", so der BVMW-Landesbeauftragte. Er beklagt: "Die mittelstandsrelevanten Kredite für Unternehmen zur Finanzierung von Betriebsmitteln und oder Investitionen finden nur noch bei 200 bis 300 Prozent Besicherung statt." Da die Kredite aus dem Hilfsfonds der Zustimmung der Hausbanken bedürften, kämen in vielen Fällen die dringend benötigten Hilfen beim Mittelstand überhaupt nicht an. "Alle reden davon, wie wichtig mittelständische Unternehmen für die deutsche Wirtschaft sind", so Spang, "doch wenn es um tatsächliche Unterstützung geht, ist der Mittelstand auf sich selbst angewiesen und darf den Karren, den andere in den Dreck gefahren haben, wieder aus dem selbigen ziehen".
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