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Pressemitteilung BoxID: 640836 (BVMed - Bundesverband Medizintechnologie e.V.)
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BVMed zur Medica 2013: "Medizintechnik-Wachstum in Deutschland mit 2,6 Prozent deutlich abgeschwächt"

(PresseBox) (Düsseldorf/Berlin, ) Das Umsatzwachstum der Medizintechnik-Branche hat sich in Deutschland deutlich abgeschwächt. Es wird nach den Erwartungen der Branchenunternehmen 2013 bei durchschnittlich nur noch 2,6 Prozent liegen. In den Vorjahren waren es jeweils noch rund 5 Prozent. Das ergab die Herbstumfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) im Vorfeld der weltweit größten Medizinmesse Medica in Düsseldorf (20. bis 23. November 2013). An der Herbstumfrage beteiligten sich 111 Mitgliedsunternehmen des BVMed, insbesondere aus den Bereichen Verbandmittel, Hilfsmittel, Implantate, Einmalartikel und OP-Materialien.

Nach Informationen von BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt sei die Gewinnentwicklung der MedTech-Unternehmen weiter rückläufig. Nach der BVMed-Herbstumfrage erwartet nur noch ein Viertel der Unternehmen in diesem Jahr in Deutschland ein besseres Gewinnergebnis. Über ein Drittel erwartet zurückgehende Gewinne. Hemmnisse sehen die Unternehmen vor allem im Erstattungsbereich. 64 Prozent beklagen den zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften. 44 Prozent der Unternehmen kritisieren die innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen, 38 Prozent das insgesamt zu niedrige Erstattungsniveau in Deutschland. Kritisiert wird auch, dass die Patienten durch die negative öffentliche Diskussion über Medizinprodukte zunehmend verunsichert sind (29 Prozent).

Wegen der schlechten Inlandsentwicklung gerate auch der Jobmotor Medizintechnologie ins Stottern. Nur noch 45 Prozent der befragten Unternehmen hätten gegenüber dem Vorjahr neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Vorjahr waren es noch 58 Prozent. 16 Prozent haben gegenüber dem Vorjahr Personal abgebaut. Schmitt: "Der Standort Deutschland verliert damit zunehmend an Attraktivität."

Der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan (B. Braun) nannte zur Medica folgende Zahlen und Fakten zur Branche:

Die MedTech-Branche ist mittelständisch geprägt.
95 Prozent der MedTech-Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter.

Die MedTech-Branche ist hoch-innovativ und hat sehr kurze Produktzyklen.
Rund ein Drittel ihres Umsatzes erzielen die deutschen Medizintechnikhersteller mit Produkten, die nicht älter als 3 Jahre sind. Im Durchschnitt investieren die forschenden MedTech-Unternehmen rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Die MedTech-Branche ist ein wichtiger Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor.
Die Branche hat eine Exportquote von über 65 Prozent. Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen lag in Deutschland nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik im Jahr 2012 bei 22,2 Milliarden Euro. Davon gingen Produkte im Wert von 15 Milliarden Euro in den Export. Die Branche beschäftigt in Deutschland insgesamt über 175.000 Menschen. Jeder Arbeitsplatz sichert 0,75 Arbeitsplätze in anderen Bereichen.

Die Branche habe beste Startbedingungen, werde aber durch bürokratische Instrumente und langwierige Erstattungsregelungen zunehmend ausgebremst. Mit dem Thema Nutzenbewertung würden die Krankenkassen nun die nächste Hürde aufbauen. Lugan: "Wir wehren uns nicht gegen Nutzenbewertung. Sie muss aber sachgerecht sein und ein differenziertes Vorgehen bei Medizinprodukten nach Risikoklasse und Modifikationsgrad ermöglichen. Wir werfen den Spitzenverbänden der Krankenkassen vor, durch übertriebene Anforderungen an den Nutzennachweis den Weg der Patienten zu modernen Medizintechnologien in einen Hürdenlauf zu verwandeln."

Von der neuen Bundesregierung erwarten die Medizintechnik-Unternehmen, dass Deutschland als Leitmarkt und Kompetenzzentrum Gesundheit und Medizintechnik wieder gestärkt wird. "Hierzu brauchen wir ein innovationsfreundliches Umfeld und einen starken Heimatmarkt, um auch künftig von unseren Stärken im Export medizintechnischer Produkte profitieren zu können", so der BVMed-Vorstandsvorsitzende.