Logistik-Indikator im vierten Quartal 2013: Logistikkonjunktur in Deutschland gewinnt weiter an Schwung

Logistiker blicken mit Sorgen auf Frankreich und Spanien

(PresseBox) ( Bremen, )
Die deutsche Logistikwirtschaft geht mit viel Schwung aus dem Jahr. Dies zeigen die Ergebnisse der jüngsten Erhebung (Novemberbefragung) zum Logistik-Indikator, den das Institut für Weltwirtschaft im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) ermittelt. Der Gesamtklimawert hat zum vierten Mal in Folge beschleunigt zugelegt (Anstieg um 10,3 auf 132,4 Indexpunkte). Damit hat die Logistikstimmung in Deutschland den halben Weg von der neutralen 100er-Marke bis zum bisherigen Höchststand vom Frühjahr 2007 zurückgelegt. Besonders ausgeprägt war die Klimaverbesserung auf Seiten der Logistikdienstleister, die fast drei Viertel zum Gesamtanstieg beitrugen. Nachdem im bisherigen Jahresverlauf die Erwartungen auf 12-Monatsfrist der Lageeinschätzung vorauseilten, konnte der Lageindikator gegenüber der Erwartungskomponente wieder etwas aufholen (Lageverbesserung um 12,2 auf 127,2 gegenüber einem Erwartungsplus von 8,3 auf 137,7). Insgesamt stützt sich damit das Bild einer kräftigen Logistikkonjunktur auf ein breites Fundament der Befragungsmatrix (Lage- und Erwartungseinschätzung auf beiden Marktseiten).

Ausweislich der Befragung zur Kurzfristtendenz wird sich die Aufwärtsentwicklung auch zu Beginn des neuen Jahres fortsetzen: per Saldo rechnen 33 Prozent der befragten Logistikdienstleister und jeder zehnte befragte Logistiker aus Industrie und Handel mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage in den nächsten drei Monaten.

Auf Seiten der Logistikdienstleister fußt die wieder deutlich günstigere Lageeinschätzung (Anstieg um 18,5 auf 127,8 Zähler) nach dem Dämpfer im Vorquartal auf einer Verbesserung in allen Teilfragen. Insbesondere drehten nunmehr auch die Kapazitätsauslastung sowie die grenzüberschreitenden Auftragseingänge deutlich in den expansiven Bereich. Die Erwartungen auf Frist der nächsten 12 Monate setzten ihren in diesem Jahr zu verzeichnenden Aufwärtstrend fort (Verbesserung um 10,7 auf 139,2 Punkte). Die abermals merklich optimistischere Auftrags- und Geschäftseinschätzung geht mit einer deutlich höheren Investitionsbereitschaft einher, während die Beschäftigungsabsichten vergleichsweise verhalten bleiben.

Auch bei den konjunkturell weniger volatilen Logistikanwendern in Industrie und Handel haben sich die Expansionssignale verstärkt, wobei sich die Lage- und Zukunftseinschätzungen im Gleichschritt um 6 auf 126,6 bzw. 136,2 Indexpunkte verbessern konnten. Die Lageeinschätzung der Anwender bestätigt tendenziell die Angaben der Anbieter, auch wenn der Swing bei der im Markt verfügbaren Logistikkapazität weniger ausgeprägt ist als die Veränderung der Kapazitätsauslastung auf der Anbieterseite. Mit den erwarteten höheren Logistikbedarfen auf Sicht der nächsten 12 Monate geht auch auf der Anwenderseite eine größere Bereitschaft zum Kapazitätsausbau einher, wobei sich hier die Bereitschaft zur Aufstockung der Sach- und Personalkapazitäten in etwa die Waage halten.

In Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung im übrigen Euroraum (Sonderfrage) zeigen sich die Befragten beider Marktseiten gleichermaßen skeptisch. 73 Prozent der Logistikdienstleister und 68 Prozent der Logistikanwender spüren in ihren Unternehmen noch kein Anziehen der dortigen Konjunktur. Vor allem Frankreich und Spanien bleiben aus Sicht der Befragten die Sorgenkinder für die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch für die mögliche Ausweitung grenzüberschreitender Logistikleistungen. Dass von diesen Ländern in naher Zukunft auch wieder positive Konjunkturimpulse ausgehen könnten, vermuten nur wenige, wobei die Zuversicht bei den Anwendern etwas größer ist als bei den Anbietern. Der Befund eines schwachen außenwirtschaftlichen Logistik-Umfeldes im Eurogebiet bestätigt die gesamtwirtschaftliche Einschätzung des IfW, wonach auch im nächsten Jahr allenfalls mit einer schwachen konjunkturellen Aufwärtsentwicklung vor allem im mediterranen übrigen Euroraum zu rechnen ist.

Der Logistik-Indikator wird vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel für die Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) berechnet. Konstruktionsgemäß kann der Indikator Werte zwischen 0 und 200 annehmen, wobei ein Wert von 100 eine konjunkturelle Normalsituation kennzeichnet (befriedigende und stabile Geschäfts- und Auftragslage mit normaler Kapazitätsauslastung).

Diese Kommentierung fußt auf der bislang absehbaren Entwicklung der erhobenen Befragungskomponenten. Die Verdichtung zu den vorgestellten Gesamt- und Teilindikatoren ist auf der bisherigen Datengrundlage nur als erste Rechnung möglich. Das dem Indikatorkonzept zugrunde liegende Fragedesign zielt bei quartalsbezogenen Angaben auf eine Einschätzung der jahreszeitlich üblichen (um saisonale Effekte bereinigten) Werte ab. Gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass sich im Antwortverhalten noch Saisoneffekte niederschlagen. Diese können zukünftig (nach längerer Laufzeit des Indikators) statistisch herausgerechnet werden. Darüber hinaus sind zukünftig auch Untersuchungen zu den zeitlichen Vorlaufeigenschaften sowohl zur sektoralen als auch zur gesamtwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung möglich. Diese werden vom IfW durchgeführt, sobald die dazu notwendige Datengrundlage erreicht ist.
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