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Pressemitteilung BoxID: 669225 (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.)
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Deutschland droht Anschluss zu verlieren im internationalen Wettbewerb der Videospielindustrie

(PresseBox) (Berlin, ) Der BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware begrüßt, dass die EU-Kommission die Genehmigung für die britischen Pläne eines Steuererleichterungsprogramms zu Gunsten ihrer digitalen Spielebranche erteilt hat. Der BIU betont jedoch, dass der Wettbewerbsdruck auf die in Deutschland ansässigen Unternehmen durch die Entscheidung der Kommission weiter steige. Wenn Deutschland nicht den Anschluss an die Konkurrenz verlieren wolle, müsse die Bundesregierung nun endlich in den deutschen Standort investieren und bessere Rahmenbedingungen für die Computer- und Videospielbranche in Deutschland schaffen.

Pläne liegen seit Monaten auf dem Tisch

"Wir appellieren an die Bundesregierung, endlich die notwendigen Weichenstellungen vorzunehmen und eine kluge und nachhaltige Förderstrategie auf den Weg zu bringen", kommentierte der BIU-Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk die Entscheidung. Bereits vor Monaten hatte der BIU erste Forderungen zur Förderung der deutschen Branche auf den Tisch gelegt. Zentrale Forderung des BIU ist es beispielsweise, den Unternehmen der Computer- und Videospielindustrie den Zugang zu Kapital zu erleichtern. Dies könne über steuerliche Anreize geschehen, beinhalte aber auch einen leichteren Zugang zu Venture Capitel oder die Überarbeitung bestehender Förderprogramme des Bundes, damit auch digitale Spiele von diesen profitieren können. "Jetzt müssen die Minister Gabriel und Dobrindt zeigen, wie ernst es ihnen ist, Deutschland zum führenden IT-Standort ausbauen zu wollen", so Schenk weiter. "Computer- und Videospiele sind das Leitmedium des 21. Jahrhunderts. Die Branche vereint kulturelles Schaffen mit Hochtechnologie. Sie nimmt daher eine Schlüsselrolle für die deutsche Medienwirtschaft und für die gesamte deutsche Wirtschaft ein. Bereits heute erwirtschaftet die Branche allein durch Konsumentenausgaben für digitale Spiele annähernd zwei Milliarden Euro Umsatz pro Jahr und hat damit beispielsweise die Filmbranche überholt", erläutert Schenk weiter.

Ganzheitliches Konzept notwendig

In dem britischen Modell sieht der Verband den richtigen Ansatz, digitale Spiele als Leitmedium des 21. Jahrhunderts gezielt zu fördern und zusätzliche Innovationsimpulse für einen starken europäischen Standort freizusetzen. "Eine kluge und nachhaltige Förderung unserer Branche darf sich allerdings nicht nur auf finanzielle Aspekte beschränken. Die Behebung des Fachkräftemangels, ein zukunftsfähiger Jugendmedienschutz, die Offenheit für neue Geschäftsmodelle und die Aufhebung von Wettbewerbsnachteilen wie der doppelten Umsatzbesteuerung im grenzüberschreitenden Handel müssen ebenso Gegenstand eines ganzheitlichen Konzepts sein", betonte Schenk. In den internationalen Wettbewerb wird durch eine Vielzahl nationalstaatlicher Hilfen eingegriffen, was klare Wettbewerbsvorteile für einige Unternehmen erzeugt. Nach Ansicht des BIU gebe es daher zunehmend nicht mehr nur einen Wettbewerb zwischen einzelnen Unternehmen, sondern einen Wettbewerb der nationalen Standorte.

Hintergrund zur Entscheidung der EU-Kommission

Die Europäische Kommission hatte am vergangen Donnerstag nach entsprechender Prüfung festgestellt, dass die Pläne des Vereinigten Königreichs, Herstellern von Videospielen bestimmte Steuerermäßigungen zu gewähren, mit den EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen im Einklang stehen. Insbesondere wird mit der Maßnahme ein Anreiz für Entwickler von Computer- und Videospielen geschaffen, Spiele zu produzieren, die bestimmte kulturelle Kriterien erfüllen.

Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.

Der BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. ist der Verband der deutschen Computer- und Videospielindustrie. Der Verband repräsentiert mit seinen elf Mitgliedern etwa 75 Prozent des Marktes für Computer- und Videospiele in Deutschland und ist beispielsweise Veranstalter der gamescom. Als kompetenter Ansprechpartner für Medien sowie politische und gesellschaftliche Institutionen beantwortet der BIU alle Fragen rund um das Thema Computer- und Videospiele.

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