BEE begrüßt Ankündigung von Wirtschaftsminister Altmaier, neue Berechnungen zum Strombedarf vorzulegen - Jetzt den Ausbau der Erneuerbaren Energien entfesseln!

(PresseBox) ( Berlin, )
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat eingeräumt, dass sein Ressort bisher unterschätzt habe, wie stark der Strombedarf in Deutschland im Zuge der Energiewende und angesichts höherer Klimaziele steigen dürfte. „Besser spät als nie hat der Bundeswirtschaftsminister eingestanden, dass die Prämissen der Energiewende bislang falsch gesetzt wurden. Die Annahmen zur Entwicklung des Strombedarfs sind essenziell, um die Klimaziele zu erreichen und Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten“, so die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Dr. Simone Peter. Bereits 2019 habe der BEE darauf hingewiesen, dass Deutschland auf eine gigantische Ökostromlücke zulaufe. Mit den neuen Klimazielen verschärfe sich die Situation nochmals.

Nach neuen Berechnungen des BEE erhöht sich der Bruttostromverbrauch sehr deutlich von 571 TWh (Stand 2019) auf 745 TWh im Jahr 2030. Der klassische Stromverbrauch nimmt nach BEE-Annahmen aufgrund sehr ambitionierter Effizienzannahmen um 48 Terawattstunden (TWh) ab. Die Netzverluste, der Eigenverbrauch der Kraftwerke und Speicherverluste verringern sich insgesamt um 8 TWh. Der zusätzliche Strombedarf von 205 TWh im Wärme- und Verkehrssektor für Wärmepumpen, Elektromobilität und Sektorenkopplungstechnologien (PtX) überkompensiert jedoch diesen Rückgang, sodass der gesamte Bruttostromverbrauch bis 2030 um rund 174 TWh steigt. PtX, wie grüner Wasserstoff, und Elektromobilität nehmen mit 110 TWh bzw. 45 TWh den größten Anteil am zusätzlichen Stromverbrauch ein. Wärmepumpen erhöhen den Strombedarf um 29 TWh. Für die direkte Stromnutzung für Prozesswärme kommen 21 TWh hinzu.

„Entsprechend deutlich höherer Annahmen zum Bruttostrombedarf muss auch der Ausbau Erneuerbarer Energien dringend beschleunigt werden, um die befürchtete Ökostromlücke aufgrund höherer Klimaziele nicht noch zu vergrößern“, so Peter. Nach dem BEE-Szenario 2030 muss der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch mehr als verdoppelt werden: von 17 Prozent (Stand 2019) auf 44 Prozent im Jahr 2030. Im Verkehrs- und Wärmesektor sind die Anteilssteigerungen von 6 auf 38 Prozent bzw. von 15 auf 49 Prozent besonders signifikant. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch wächst von 42 auf 77 Prozent. Die installierte Leistung der Onshore-Windenergieanlagen muss bis 2030 auf 95 GW gesteigert werden, die der Photovoltaik auf 205 GW. Die Offshore-Windenergie weist ebenfalls höhere Potenziale auf, die aber aufgrund der langen Planungszeiträume vor 2030 noch nicht erschlossen werden können. Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft bleiben im Stromsektor ebenfalls weitgehend konstant. Die gesamte EE-Leistung nimmt im Zeitraum von 2019 bis 2030 von 124 GW auf 337 GW zu, was 72 GW mehr als im bisherigen Szenario darstellt.

„Das EEG-Reparaturgesetz liegt auf dem Tisch. Hier können kurzfristig Ausbauziele und -pfade sowie Ausschreibungsmengen nach oben angepasst werden, Hürden beseitigt und die Beteiligung der Kommunen für eine bessere Akzeptanz klargestellt werden. Ebenso ist das sich derzeit in der politischen Beratung befindende Bundesimmissionsschutzgesetz nachzubessern. Die Branche hat ihre Stellungnahmen abgegeben, um die Erneuerbaren Energien noch in dieser Legislatur für den Einsatz in allen Sektoren zu entfesseln. Hier muss die Bundesregierung jetzt handeln“, so Peter abschließend.

Weiterführende Informationen:


Das BEE-Szenario 2030 finden Sie hier.


Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 50 Verbänden und Unternehmen aus den Branchen der Wind-, Bio- und Solarenergie sowie der Geothermie und Wasserkraft. Wir vertreten auf diese Weise 30 000 Einzelmitglieder, darunter mehr als 5 000 Unternehmen, 316 000 Arbeitsplätze und rund 6,5 Millionen Anlagenbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.
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