PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 121774 (Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft e.V. - BDWi)
  • Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft e.V. - BDWi
  • Universitätsstraße 2-3a
  • 10117 Berlin
  • http://www.bdwi-online.de
  • Ansprechpartner
  • Markus Guhl
  • +49 (30) 288807-0

Basel II gescheitert: BDWi-Brandbrief an die Banken

(PresseBox) (Berlin, ) Angesichts des Scheiterns des durch Basel II eingeführten Ratingverfahrens spricht sich der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft dafür aus, zum alten Vertrauensverhältnis von Banken zu ihren mittelständischen Kunden zurückzukehren.

„Im Mittelstand macht sich Wut breit. Während die Banken unter dem Schlagwort Basel II kleinen und mittleren Unternehmen die Kreditvergabe weitgehend verwehren, beteiligt man sich an milliardenschweren faulen Krediten aus dem Ausland“, gibt der Präsident des BDWi, Werner Küsters, die Stimmungslage vieler Unternehmer wieder. Deshalb hat er sich in einem Brief an die Banken gewandt, in dem er die jetzige Situation anprangert.

Mit der von den Banken vehement befürworteten Einführung von Basel II habe man das persönliche Vertrauensverhältnis des Bankmitarbeiters zu seinen Kunden durch ein entpersonalisiertes Ratingverfahren ersetzt. Mit mathematischen Standardverfahren habe man Kredite sicherer machen wollen. ‚Rating’ sei das unsägliche Zauberwort, mit dem man seither den Mittelstand drangsaliere und nicht selten geschäftlich ausboote.

„Ohne das Ansehen des betroffenen Unternehmens zu berücksichtigen, genügt die Klassifizierung in eine sog. Risikobranche, um eine Kreditvergabe von Seiten der Bank abzulehnen“, schreibt Küsters.

Offensichtlich habe das gepriesene Ratingverfahren jetzt völlig versagt. „Eine solche Krise, wie von Basel II ausgelöst, hat es zuvor nie gegeben“, erläutert Küsters. „Nicht mechanisierte Ratingverfahren, durchgeführt durch anonyme Apparate, sondern das persönliche Vertrauensverhältnis vor Ort muss im Bankgeschäft wieder entscheidend werden. Dies hilft dem Mittelstand, dies nützt der Bank, dies nützt insgesamt der deutschen Wirtschaft.“, so Küsters.