BDL: Einführung von CORSIA nicht gefährden

Luftfahrt fordert ICAO-Generalversammlung auf, die Weichen für einen erfolgreichen / Start des internationalen CO2-Bepreisungssystems CORSIA zu stellen

(PresseBox) ( Berlin, )
Zu den laufenden Beratungen der Staatengemeinschaft unter dem Dach der UN-Luftfahrtorganisation ICAO erklärte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Eine CO2-Bepreisung für einen internationalen Verkehrsträger wie den Luftverkehr kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn diese international eingeführt wird. In diesem Sinne ist es ein riesiger Fortschritt, dass die internationale Staatengemeinschaft mit dem Kompensationssystem CORSIA 2016 ein solches Klimaschutzinstrument beschlossen hat, das nun im kommenden Jahr an den Start gehen soll. Deshalb ist es entscheidend und prioritär, dass bei den aktuell laufenden Beratungen der ICAO-Generalversammlung die Umsetzung von CORSIA nicht gefährdet wird. Bei der weiteren Umsetzung muss dann darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Doppelbelastung europäischer Fluggesellschaften durch CORSIA und den Europäischen Emissionshandel kommt.“

Der Luftverkehr in Europa ist seit 2012 als einziger Verkehrsträger in den Europäischen Emissionshandel einbezogen. Das Emissionshandelssystem stellt sicher, dass die CO2-emittierenden Unternehmen (Industrie, Energiewirtschaft, innereuropäischer Luftverkehr) für ihre Emissionen zahlen müssen und gleichzeitig die Emissionen aller in den Emissionshandel einbezogenen Wirtschaftsbereiche reduziert werden – und zwar bis 2030 um 43 Prozent gegenüber dem Jahr 2005. Durch die Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel ist sichergestellt, dass der Luftverkehr seinen Beitrag zur Erfüllung der Pariser Klimaziele leistet. Der Europäische Emissionshandel war ursprünglich auch für die Bepreisung von internationalen Flügen gedacht, die ihren Start- oder Endpunkt in Europa haben. Dies war jedoch in der Staatengemeinschaft der ICAO nicht durchsetzbar.

Deshalb hat sich die ICAO im Jahr 2016 mit CORSIA völkerrechtlich verbindlich auf ein eigenes Instrument für internationale Flüge verständigt, das ab dem kommenden Jahr starten soll. Mit diesem CO2-Bepreisungssystem wird sichergestellt, dass der weltweite Luftverkehr ab 2020 CO2-neutral wächst. Erreicht wird dies, indem die Fluggesellschaften weltweit CO2-senkende und von der ICAO zertifizierte Klimaschutzprojekte finanzieren, in denen in entsprechender Größenordnung die Emissionen aus dem Luftverkehr kompensiert werden. Die internationale Luftfahrt hat diesen Beschluss unterstützt und sich im Vorfeld massiv dafür eingesetzt, dass die Staaten dieses System der CO2-Bepreisung einführen und dass von Anfang an möglichst viele Staaten teilnehmen.

Bei der aktuell laufenden Generalversammlung wird nun der weitere Weg der Implementierung des Systems beraten. Dabei ist für die deutsche Luftverkehrswirtschaft prioritär, dass nun alles unternommen wird, um die sichere Einführung von CORSIA zu gewährleisten: „Entscheidend ist, dass das international abgestimmte System CORSIA jetzt auch tatsächlich an den Start gebracht wird. Die europäischen Regierungen sollten sich dafür einsetzen, dass auch die noch zögerlichen Länder bereit sind, sich daran zu beteiligen. In der konkreten Umsetzung müssen die EU und ihre Mitgliedstaaten dann die beiden Systeme Emissionshandel und CORSIA aufeinander abstimmen, damit der im Emissionshandel angelegte CO2-Reduktionspfad erreicht wird und zugleich eine Doppelbelastung der europäischen Fluggesellschaften durch CORSIA und den Europäischen Emissionshandel vermieden wird.“
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