Spritpreisexplosion - Macht und Ohnmacht der Politik

Berlin/Erkner, (PresseBox) - .
Die Benzinpreise an der Tankstelle pegeln sich bei über 1,75 €/l ein. Die Gründe liegen auf der Hand:

- weltweites Wirtschaftswachstum und somit steigender Energiehunger
- Erdöl wird knapp, seine Fördermengen können kaum dem wachsenden Bedarf angepasst werden
- eine Handvoll Mineralölkonzerne hat den Markt voll in der Hand und spielt mit den Preisen täglich nach Belieben
- Alternativkraftstoffe fehlen, da unsere Regierung mit Beginn der Koalition von CDU/ SPD 2006 eine falsche Biokraftstoffpolitik eingeleitet hat
- die Elektromobilität für PKWs kommt im Nahbereich erst in einigen Jahren; für LKWs, das Bahnwesen, die Schifffahrt und den Luftverkehr gibt es derzeitig keine Alternativen.

Warum fehlen Alternativkraftstoffe?

Ende 2006 stieg der Verkaufspreis von einem Barrel Erdöl bis auf 150 $, heute liegt er bei 119 $. Der Dieselpreis mit über 1,50 €/l an unseren Tankstellen lag damals auf dem gleichen Niveau, wie heute, obwohl der Höchststand des Erdölpreises bei Weitem noch nicht wieder erreicht wurde.

Der Grund

Die Gewinnmargen der Erdölindustrie sind heute erheblich höher, als damals. Das kann man an den Jahresbilanzen der Erdölkonzerne einfach ablesen.

Wie konnte das geschehen?

Bis 2006 gab es in Deutschland noch einen stabilen Wettbewerbskraftstoff an den Tankstellen - "B100", der vor allem den deutschen LKW-Markt effektiv mit ca. 4 Mio.t Reinbiodiesel kostengünstig versorgte und somit auch den Preis für fossilen Diesel und Benzin drückte. Mehr als 3 Mio. LKWs, die vorher täglich im Ausland als Tourismustanker in Luxemburg, Holland, Tschechien, Polen etc. tankten, tun dies heute wieder.

Seit Mitte 2006 wurde Reinbiodiesel und Pflanzenöl mit einer jährlich steigenden Stufensteuer belegt, die bewirkte, dass heute Biodiesel und Pflanzenöl vom Markt verschwunden sind und wir mit stetig steigenden Spritpreisen ohne Wettbewerb konfrontiert werden..

Fazit

Die Politik hat 2006 einen gravierenden Fehler gemacht und die wichtigsten Reinbiokraftstoffe Biodiesel und Pflanzenöl, die als Beiprodukt der Futtermittelproduktion (Eiweiß- und Rapsschrotproduktion) anfallen, aus dem Kraftstoffmarkt heraus besteuert und somit die Verbraucher vollständig der Mineralölindustrie ausgeliefert. Über das Biokraftstoffquotengesetz sind die Biokraftstoffe von der Produktion bis zum Absatz heute nahezu zu 100 % in der Hand der Mineralölindustrie.

Da bei den Mischkraftstoffen Diesel mit 7 % Biodieselbeimischung oder Benzin mit 10% Bioethanolbeimischung (E10) nur noch geringe Anteile aus deutscher Produktion stammen, sondern billige Importe zum Zuge kommen - was bei den Reinbiokraftstoffen gerade umgekehrt war - vergeht heute kein Tag, wo nicht irgendein Prophet aus Politik, Boulevardpresse oder Wissenschaft (meist ohne großes Hintergrundwissen in diesem Bereich) fehlerhafte Botschaften verkündet.

Dass Pflanzenöle und Biodiesel als Nebenprodukte der Eiweißfuttermittelherstellung anfallen und als eigenständige Industrie gar nicht existieren können, haben leider immer noch nicht Alle verstanden. Auch bestehen bei der Produktion von Biogas oder Biomethan keine Konkurrenzen zur Nahrungsmittelherstellung, weil keine Nahrungsmittel verarbeitet werden. Selbst Bioethanol, das in Deutschland aus Zuckerrüben und Futtergetreide, nicht aus Brotgetreide hergestellt wird, stellt keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion dar. In Deutschland werden lediglich 3 % von Getreide zu Alkohol vergoren und dieses nur von Getreide, das wegen schlechter Qualität nicht zur Ernährung geeignet ist. Deshalb sollten wir in Deutschland weiterhin qualitätsgemindertes Getreide und Zuckerrübenüberschüsse zu Bioethanol verarbeiten, damit sie nicht ungenutzt vernichtet werden müssen.

Bei Mischkraftstoffen kann es immer wieder in Einzelfällen aufgrund der oft nicht überprüfbaren Importe zu Nahrungsmittelkonkurrenzen kommen, was bei allen in Reinform eingesetzten Biokraftstoffen wie

- Biodiesel und Pflanzenöl aus der Rapspressung als Dieselersatz
- E85 mit 85 % Agraralkohol als Benzinersatz
- Biomethan als Erdgasersatz

aufgrund der einfachen regionalen Nachweisführung der nachhaltigen Produktionsbedingungen in Deutschland nicht auftreten kann.

Aus diesem Grunde plädiert der BBK dafür, die derzeitige Bio-Mischkraftstoffpolitik zu korrigieren und die Reinbiokraftstoffe

- Biodiesel/ Pflanzenöl
- E85
- Biomethan

wieder stärker zu fördern. Nur Reinbiokraftstoffe bringen sofort den notwendigen Wettbewerb, der dringend benötigt wird, damit Deutschlands Transportwirtschaft auch zukünftig wettbewerbsfähig und den Bürgern eine bezahlbare Mobilität in Zukunft erhalten bleibt.

Mit Reinbiokraftstoffen können derzeitig nicht unverzüglich 100 % Diesel, Benzin oder Erdgas ersetzt werden, sie sind jedoch gemeinsam mit der zukünftigen EMobilität, dem regenerativ erzeugten Wasserstoff und den Synthesekraftstoffen die einzigen sofort verfügbaren Alternativen. Biokraftstoffe wie Biodiesel und Pflanzenöl können sofort wieder in Reinform eingeführt werden, wenn man sie nach ihrem CO2- Reduktionspotenzial besteuert, wie das bereits von der EU vorgeschlagen wurde. 25% des in Deutschland angebotenen Diesels sind in 2 Jahren ersetzbar und drücken den Preis.

"Um den Spritpreisexplosionen entgegenzuwirken, muss die Regierung wieder Wettbewerb an den Tankstellen ermöglichen. Dieses kann nur durch deutsche Mittelständler erfolgen, die heimische Reinbiokraftstoffe - vor allem B100 und Pflanzenöl für LKWs - wieder wettbewerbsfähig in den Markt bringen. Das geht nur durch eine CO2-angepasste Besteuerung, wie es bereits die EU fordert. Nur so ist Wettbewerb an deutschen Tankstellen gegenüber dem Diesel-Leitpreis mit direktem Einfluss auf den Benzinpreis möglich" so Peter Schrum, Präsident des BBK. "Um verstärkt Biomethan in den Markt zu bringen, muss dieses mindestens in einer Mischung aus 50 % Biomethan und 50 % Erdgas als BM50 bis 2030 steuerbegünstigt werden. Nur so haben unsere deutschen Kommunen und Stadtwerke Planungssicherheit, den günstigen PKW-Alternativkraftstoff - breitflächig wirtschaftlich abgesichert - in den Markt zu bringen.

Für die Elektromobilität - mit Stromerzeugung aus regenerativen Quellen - muss ebenfalls bis 2030 die Steuerbegünstigung gesetzlich fixiert werden, um die Markteinführung zu beschleunigen.

Es ist jetzt an der Zeit, für B100, Pflanzenöl, E85, BM50 und die regenerativ erzeugte E-Mobilität die richtigen politischen Fördermaßnahmen einzuleiten, um endlich "Wettbewerb" und bezahlbare Mobilität für den Bürger zu ermöglichen", so Peter Schrum weiter.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.