BUND gegen Braunkohlenkraftwerk BoAplus: Regionalrat als RWE-Erfüllungsgehilfe?

Überflüssige Regionalplanänderung für Braunkohlenkraftwerk in Bergheim-Niederaußem

(PresseBox) ( Düsseldorf, )
Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt die geplante Regionalplanänderung zu Gunsten des RWE-Braunkohlenkraftwerks in Bergheim-Niederaußem (BoAplus) ab. Im Vorfeld der Sitzung des Regionalrats Köln am kommenden Freitag appellierte der Umweltverband an die Mitglieder des Gremiums, keinen Aufstellungsbeschluss zu fassen.

"Der Regionalrat darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen des RWE degradieren lassen", sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. "Das geplante Kraftwerk passt nicht in eine zukunftsfähige Energiewende-Strategie." Nach Ansicht des BUND reicht das von RWE Power geplante und erst auf dem Papier existierende so gen. BoAplus-Kraftwerk bei weitem nicht an die Flexibilität eines modernen Gaskraftwerks heran. Der Ausgleich der schwankenden Einspeisung erneuerbarer Energien sei somit nur bedingt möglich. Zudem zementiere ein neues Kraftwerk die Braunkohlennutzung für weitere Jahrzehnte, obwohl aus Klimaschutzgründen der Ausstieg aus diesem klimaschädlichsten aller Energieträger eingeleitet werden müsse. "Es wäre ein klimaschutzpolitischer Treppenwitz, wenn der Regionalrat das Klimakiller-Kraftwerk durchwinkt, nachdem er durch sein Taktieren den Weg für ein klimafreundliches Pumpspeicherkraftwerk in der Eifel verbaut hat", so BUND-Landeschef Sticht.

Keines der in der BUND-Stellungnahme zur Regionalplanänderung dargelegten Bedenken hatte entkräftet werden können. Nach der Vorlage der Bezirksregierung Köln soll jetzt der Regionalrat über die nicht ausgeräumten Bedenken politisch entscheiden. Der BUND hatte unter anderem die fehlende energiepolitische Notwendigkeit, den geringen Abstand des geplanten Kraftwerks zu den benachbarten Wohngebieten und unzulässige Schadstoffbeeinträchtigungen von Mensch und geschützter Natur angeführt. "Auch das BoAplus-Kraftwerk wäre ein energiepolitischer Dinosaurier", konstatiert Dirk Jansen, Energieexperte des BUND. "Schlechte energetische Wirkungsgrade, hoher CO2-Ausstoß, sehr begrenzte Potenziale zur Nutzung der Prozesswärme und enorme Kollateralschäden durch den Abbau der Braunkohle: Das ist nicht zukunftsfähig. Zudem ist die Regionalplanänderung unvereinbar mit den unlängst von der Landesregierung beschlossenen raumordnerischen Zielen und Grundsätzen."

Am 25. Juni hatte die Landesregierung den Entwurf eines neuen Landesentwicklungsplans beschlossen. Danach sind die räumlichen Voraussetzungen für den vorrangigen Ausbau der erneuerbaren Energien, die Erhöhung der Energieeffizienz und für eine sparsame Energienutzung zu schaffen. Regionalplanerisch neu festzulegende Standorte für Kraftwerke sollen einen elektrischen Kraftwerks-Mindestwirkungsgrad von 58 Prozent oder die hocheffiziente Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit einem Gesamtwirkungsgrad von 75 Prozent mit KWK ermöglichen. "BoAplus käme dem gegenüber auf einen elektrischen Wirkungsgrad von maximal 45 Prozent, KWK findet nur rudimentär statt", so BUND-Experte Jansen. "Wir fordern daher den Regionalrat auf, die geplante Regionalplanänderung zu beerdigen."

Mehr Infos: http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/kohlekraftwerke/kraftwerksplanungen_nrw/bergheim_niederaussem/
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.