Langes Warten aufs schnelle Mobilfunknetz

Bonn / Berlin, (PresseBox) - Nachdem im Mai 2010 die Frequenzauktion mit einem Erlös von fast 4,4 Mrd. Euro zu Ende gegangen war, hofften viele Politiker und Verbraucher, dass das mobile Internet der nächsten Generation (LTE) schnell in Deutschland Einzug hält. So betonte der damalige Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth: "Wir können jetzt in Deutschland die neuesten Mobilfunktechnologien in der Praxis aufbauen und nutzen und damit einen Innovationsschub nicht nur im Mobilfunk, sondern in der gesamten Kommunikationswirtschaft initiieren. Nun können den Bürgern und Verbrauchern mehr Qualität, mehr Kapazität und bessere Geschwindigkeiten bei der mobilen Datennutzung bereitgestellt werden."

Nun verzögert sich aber gerade der vom damaligen Präsidenten angekündigte Ausbau der Mobilfunknetze spürbar. Nicht etwa, weil die Unternehmen nicht investieren wollen, sondern weil die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Für die Anbindung der Basisstationen verwenden Mobilfunknetzbetreiber Richtfunkstrecken, die einzeln von der Bundesnetzagentur genehmigt werden müssen. Hier hat sich ein mehrere tau-send Anträge großer Stau aufgebaut, obwohl gesetzlich eine Bearbeitungszeit von sechs Wochen vorgesehen ist. In Zukunft wird sich das Problem noch deutlich verschärfen, da der Bedarf der Unternehmen nach Richtfunkanbindungen in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Fachleute rechnen mit mehreren Zehntausend Anträgen, bis die Hochgeschwindigkeitsnetze voll ausgebaut sind.

"Schon heute gefährdet der Antragsstau den Netzausbau und somit letztlich auch die Breitbandziele der Bundesregierung", betont Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des BREKO und Markus Haas, Präsidiumsmitglied im BREKO sowie Managing Director bei Telefónica Germany ergänzt: "Wir möchten unseren Kunden Mobilfunk in echter Hochgeschwindigkeit bieten, daher ist es sehr bedauerlich, dass nach Milliardeninvestitionen der Mobilfunknetzbetreiber in Frequenzausstattung nun der zügige Netzausbau an Personal- und Ressourcenknappheit bei der Bundesnetzagentur scheitert".

"LTE zahlt in erheblichem Maße auf den Breitbandausbau in der Fläche ein. Daher appelliert der BREKO an die Bundesregierung, umgehend die erforderliche personelle Ausstattung bei der Bundesnetzagentur zu schaffen, um den dringend benötigten Netzausbau nicht weiter administrativ auszubremsen", sagt Stephan Albers.

BREKO - Bundesverband Breitbandkommunikation e.V.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) repräsentiert den Großteil der Festnetzwettbewerber der Telekom Deutschland. Unsere Mitglieder vermarkten ihre Produkte vor allem auf Basis eigener Infrastruktur in Kombination mit dem entbündelten Teilnehmeranschluss (TAL) der Telekom Deutschland; vermehrt bieten sie aber auch eigene hochleistungsfähige Glasfaseranschlüsse direkt zum Kunden (FTTH/B) an.

Seit seiner Gründung im Jahre 1999 tritt der BREKO erfolgreich für den Infrastrukturwettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Die über 110 BREKO-Unternehmen, darunter City- und Regionalcarrier sowie Stadtwerke versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete, die "weißen Flecken", mit hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen. Dazu haben sie im Jahre 2011 rund 1,5 Mrd. Euro investiert und dabei einen Umsatz in Höhe von etwa 7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Damit leisten die BREKO-Unternehmen einen maßgeblichen Beitrag zum flächendecken Glasfaserausbau sowie zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung. Auch weiterhin sind die BREKO-Unternehmen zu Investitionen bereit. Vor diesem Hintergrund tritt der BREKO für verlässliche gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen ein, dazu gehören beispielsweise eine angemessene Regulierung von Vorleistungen und eine einheitliche Regulierung im gesamten Bundesgebiet. Der BREKO ist zudem maßgeblich an der Entwicklung von Open Access-Geschäftsmodellen beteiligt, bei denen die unternehmerische Freiheit bei der Ausgestaltung einer diskriminierungsfreien Zugangsgewährung an Dritte im Vordergrund steht.

Weitere Informationen finden Sie unter www.brekoverband.de.

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