Deutsche Telekom missbraucht Vectoring zur Beendigung des Infrastrukturwettbewerbs im Telekommunikationsmarkt!

(PresseBox) ( Bonn, )
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BREKO fordert wettbewerbsverträglichen Einsatz der Vectoring-Technologie

Die Deutsche Telekom AG (DTAG) hat Investitionen in die so genannte Vectoring-Technologie ange-kündigt, um höhere Bandbreiten auf der bereits abgeschriebenen Kupferleitung zu erzielen. Allerdings fordert der Ex-Monopolist dafür als Gegen-leistung einen enorm hohen Preis von Politik und Regulierung: die Aufhebung des entbündelten Zugangs zum Kabelverzweiger (KVz) für alternative Infrastrukturanbieter sowie die alleinige Nutzung der Vectoring-Technologie. Die Erfolge aus 15 Jahren Infrastrukturwettbewerb im Telekommunikationsmarkt wären damit im Handstreich zunichte gemacht - und dies, obwohl beide DATG-Forderungen für den Einsatz von Vectoring keineswegs notwendig sind.

Breitband im ländlichen Raum versus wettbe-werbsstrategische Ziele der DTAG

Die breitbandige Versorgung ländlicher Regionen ist besonders kostenintensiv - anders als die DTAG vorgibt ist Vectoring aber nur bedingt geeignet, um in „Weißen Flecken“ die Bandbreite spürbar zu erhöhen. Gerade hier liegen die Endkundenanschlüsse zumeist sehr weit vom KVz entfernt, der Vectoring-Effekt lässt aber nach bzw. verschwindet völlig, je länger die zwischen KVz und Endkunden liegende Kupferleitung ist.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass es der DTAG nicht um die breitbandige Versorgung ländlicher Räume geht, sondern um die Verbesserung ihrer Wettbewerbssituation gegenüber den in den letzten Jahren - in Ballungsgebieten - sehr erfolgreichen Kabelnetzbetreibern: Die DTAG hat angekündigt, ihre Vectoringinvestitionen auf 24 Mio. Haushalte (ca. 60%) zu beschränken, was genau den von Kabelnetzen erreichbaren Haushalten entspricht.

Vectoring ersetzt keinen FTTB/H-Ausbau - aber die DATG-Strategie verhindert ihn

Der stetig wachsende Bandbreitenbedarf kann langfristig nur durch den weitgehend flächendeckenden Glasfaserausbau bis ins Haus/die Woh-nung (FTTB/H) abgedeckt werden. Investitionen in FTTB/H sind für die DTAG aber nicht attraktiv, so lange sie mit dem - abgeschriebenen - Kupfernetz hohe Einnahmen generiert. Dies ist zum einen durch die immens überhöhten Vorleistungsentgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL/„letzte Meile“) möglich, die von den alternativen Anbietern seit jeher kritisiert werden. Durch den Einsatz von Vectoring wird das alte Kupfernetz für die DTAG noch ertragreicher und FTTB/H-Investitionen noch unattraktiver. Den alternativen Anbietern andererseits wäre ein Infrastrukturausbau nicht mehr möglich, da ihnen der - v. a. in ländlichen Regionen - unverzichtbare Zwischenschritt über den Kabelverzweiger (FTTC) nicht länger zur Verfügung stünde.

BREKO-Appell an die Politik

Grundsätzlich kann Vectoring eine sinnvolle Komplementärtechnologie sein und ist geeignet, um die Bandbreite auf der Kupferleitung zu erhöhen. Die möglichen Vorteile von Vectoring dürfen aber keinesfalls mit der Beendigung des Infrastruktur-wettbewerbs erkauft werden.

Für eine wettbewerbsverträgliche Nutzung von Vectoring müssen folgende Rahmenbedingungen sichergestellt werden:

- Infrastrukturwettbewerb sichern und vorantreiben - Verpflichtung zum entbündelten KVz-Zugang erhalten!
- Kein Telekom-Monopol auf die Vectoring-Technologie - alle Netzbetreiber müssen Vectoring diskriminierungsfrei einsetzen können!
- Vectoring ersetzt keinen FTTB/H-Ausbau! Also: Anreize für Infrastrukturwettbewerb erhalten!
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