Anleger nutzen Mittelstandsanleihen zur Depotbeimischung

Neue Studie zeigt erstmals Investitionsverhalten von privaten und institutionellen Anlegern bei Mittelstandsanleihen

Stuttgart, (PresseBox) - Wenn Privatanleger in Mittelstandsanleihen investieren, treffen sie eigenständige Entscheidungen. Das ist eines der Kernergebnisse der aktuellen Studie der Börse Stuttgart, die gemeinsam mit dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und der Fachhochschule Münster durchgeführt wurde. Die Studie zeigt, dass die Mehrheit der Teilnehmer über langjährige Erfahrung an den Finanzmärkten verfügt. Sowohl private als auch institutionelle Investoren kaufen Mittelstandsanleihen zur Diversifikation ihres Portfolios.

Die Studie zeichnet ein Profil von Privatanlegern, denen die Anlageklasse Mittelstandsanleihen bekannt ist. 58 Prozent der Teilnehmer haben die Papiere in ihrem Portfolio. Mit 68 Prozent haben über zwei Drittel mehr als zehn Jahre Kapitalmarkterfahrung, weitere 17 Prozent sind seit fünf bis zehn Jahren an den Märkten aktiv. 79 Prozent verzichten auf Beratung. Diese Anleger informieren sich über Onlineangebote sowie Fachmedien und entscheiden selbst über ihr Portfolio. Bei der Titelauswahl achten die Anleger auf die Ausstattungsmerkmale der Anleihe, Unternehmensmerkmale und die Zusammensetzung ihres Portfolios. "Neben der Ratingnote des Emittenten stellen insbesondere die Finanzstärke - also die Rentabilität und Eigenkapitalausstattung -, das Geschäftsmodell und eine nachvollziehbare Mittelverwendung der Emissionserlöse die entscheidenden Auswahlkriterien der befragten Investoren dar", konkretisiert Jochen Wentzler, Partner Corporate Finance bei Deloitte, die Entscheidungskriterien der Unternehmensmerkmale.

Mittelstandsanleihen werden in erster Linie wegen ihres Beitrags zur Portfoliorendite gekauft. Die Portfoliosicht und damit der Beitrag zur Diversifikation des Risikos bewerten Anleger als "wichtig". Ebenfalls eine große Rolle spielt die Regelmäßigkeit der Erträge. Die große Mehrheit von 78 Prozent der Befragten hebt zudem die Bedeutung der Handelbarkeit von Mittelstandsanleihen am Sekundärmarkt hervor. Dabei achten die institutionellen Anleger stärker auf die Liquidität als Privatanleger. Die Studienteilnehmer erkennen auch die Risiken, denn die Bewertung der Sicherheit der Anlageklasse fällt deutlich schlechter aus. Risiken werden im Markt für Mittelstandsanleihen vor allem im Ausfall eines Emittenten gesehen - das gilt gleichermaßen für Anleger, die bereits in Mittelstandsanleihen investiert haben, sowie den nicht-investierten Anlegern.

Höhere Chancen und Risiken

Ausfall- und Kursrisiken nehmen die Befragten offenbar bewusst in Kauf. So schätzt die Mehrheit der befragten Privatanleger die Chancen und die Risiken bei Mittelstandsanleihen höher ein als bei Bluechip-Aktien. Zudem bezeichnet die Hälfte ihr eigenes Risikoprofil als "ausgewogen, Tendenz chancenorientiert". Nur zwei Prozent schätzen sich als "absolut sicherheitsorientiert" ein. "Die neue Studie liefert erstmals Erkenntnisse über das Investorenverhalten mit Fokus auf die noch junge Anlageklasse Mittelstandsanleihen", sagt Sabine Traub, Leiterin der Primary Market Group der Börse Stuttgart. "Die Ergebnisse bestätigen unsere bisherigen Beobachtungen, dass Mittelstandsanleihen insbesondere von kapitalmarkterfahrenen Anlegern erworben werden", berichtet Sabine Traub.

Nutzung der Informationsquellen für Anlageentscheidung

Nur eine Minderheit von 18 Prozent der befragten Privatanleger nutzt überhaupt eine Beratung zur Vorbereitung von Anlageentscheidungen. Die Mehrheit informiert sich selbständig über ihre Geldanlage. Daher ist Informationsbeschaffung für sie folgerichtig eine wichtige Aufgabe. "Privatanleger benötigen verlässliche und aktuelle Informationsquellen im Internet. Alle dauerhaft an Mittelstandsanleihen interessierten Emittenten und Dienstleister sollten ein Interesse haben, diese bereit zu stellen", erläutert Prof. Dr. Heinz-Gerd Bordemann von der Fachhochschule Münster. Im Durchschnitt nutzen die Privatanleger 4,6 Quellen. Am häufigsten und jeweils von mehr als zwei Dritteln der Befragten wurden Onlineangebote der Börse genutzt, gefolgt von Wertpapierprospekt und Ratingbericht. Je etwa die Hälfte der Anleger holte weitere Informationen vom Unternehmen, über Researchberichte oder das Factsheet bzw. das Produktinformationsblatt nach WpHG ein.

Die vollständige Studie ist abrufbar unter

https://www.boerse-stuttgart.de/de/boersenplatzstuttgart/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen.html?id=498

Über die Studie

Die Börse Stuttgart, das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und die Fachhochschule Münster führten im April und Mai 2012 nach einem Pretest eine Onlinebefragung bei Investoren durch. Nachdem Unternehmen als potentielle oder tatsächliche Emittenten von Mittelstandsanleihen bereits mehrfach Zielgruppe empirischer Untersuchungen waren, fokussiert die Studie "Mittelstandsanleihen - eine echte Anlagealternative?" erstmals auf die unterschiedlichen Investorengruppen. Die 712 Studienteilnehmer sind repräsentativ für die Investorengruppe mit Interesse an Mittelstandsanleihen. 85 Prozent bzw. 607 Teilnehmer waren private Investoren. Von den 105 institutionellen Anlegern waren je 50 Prozent Anlage- bzw. Vermögensberater und Berater.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und steht Kunden so bei der Bewältigung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen zur Seite. "To be the Standard of Excellence" - für über 195.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Boerse Stuttgart GmbH

Als Marktführer für verbriefte Derivate in Europa und Unternehmensanleihen in Deutschland ist die Börse Stuttgart der führende europäische Börsenplatz für Privatanleger. Anleger können in Stuttgart Aktien, verbriefte Derivate, Anleihen, Fonds und Genussscheine effizient und preiswert handeln. Mit durchschnittlich rund 37 Prozent des Orderbuchumsatzes ist die Börse Stuttgart der führende deutsche Handelsplatz im intermediärgestützten Börsenhandel. Insbesondere im Handel mit Unternehmensanleihen und Fonds ist Stuttgart Marktführer in Deutschland. Durch ein hybrides Marktmodell, das Handelsexperten in den elektronischen Handel einbindet, gewährleistet die Börse eine äußerst flexible und kosteneffiziente Orderausführung. Für größtmögliche Transparenz und ein Höchstmaß an Anlegerschutz wird der gesamte Handel durch die Handelsüberwachungsstelle als unabhängiges Börsenorgan überwacht. Um die Anleger optimal über die angebotenen Produkte zu informieren, bietet die Börse Stuttgart zahlreiche Bildungsmaßnahmen für Privatanleger, Berater und Interessierte an.

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