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Pressemitteilung BoxID: 722306 (BME Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.)
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8. BME-VDV-Forum Schienengüterverkehr: Industrie fordert mehr Geld für die Schiene

(PresseBox) (Frankfurt/Bonn, ) Die aktuelle Investitionskrise beim Schienennetz in Deutschland müsse dringend überwunden werden, forderte Hans-Joachim Welsch, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Wirtschaftsvereinigung Stahl, am Dienstag, 20.01.2015, vor den 190 Teilnehmern des 8. BME-VDV-Forums Schienengüterverkehr im Bonner Maritim Hotel. Die WV Stahl ist seit diesem Jahr Kooperationspartner der Veranstaltung, die vom BME und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen ausgerichtet wird. Vor allem der dramatisch schlechte Zustand der Bahnbrücken, wo es einen Sanierungsstau in Höhe von 30 Milliarden Euro gebe, erfordert laut Welsch rasches Handeln. Die neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung von Bund und Deutscher Bahn, die höhere Investitionen in den Bestand vorsieht, bewertete er "als wichtigen, aber noch nicht ausreichenden Schritt."

Die Stahlindustrie in Deutschland setzt gezielt auf den Verkehrsträger Bahn. Mit einem Modal-Split-Anteil von rund 50 Prozent ist sie ihr bedeutendster Kunde und somit als transportintensive Branche zwingend auf reibungslosen Zulauf und Versandlogistik angewiesen. "Die höheren Ersatzinvestitionen des Bundes dürfen nicht an anderer Stelle - etwa beim Aus- und Neubau - gekürzt werden. Es muss unterm Strich wesentlich stärker in die Schiene, wie auch in die anderen Verkehrsträger, investiert werden", so Welsch, der auch eine Anpassung der Planungskapazitäten anmahnte. Schließlich stehe der Wirtschaftsstandort Deutschland auf dem Spiel: "Deutschland geht es wirtschaftlich relativ gut, auch wegen der Industrie." Die Deutsche Bahn habe das verstanden und auch die Politik sei inzwischen stärker sensibilisiert.

Mehr Investitionen in die Verkehrsträger forderte auf dem BME-VDV-Forum auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Wuttke, Mitglied im Verkehrsausschuss: "Die Mittel werden aber immer begrenzt sein. Deshalb müssen sie vor allem stärker nach Effizienzgesichtspunkten eingesetzt werden. Gelder müssten in die Projekte mit dem größten volkswirtschaftlichen Nutzen fließen, nicht in Prestigeprojekte." Wuttke plädiert zudem für straffere Planungsverfahren. "Wir müssen schneller werden und wir brauchen mehr Planer. Der höchste Kostentreiber in den Projekten ist die Zeit."

Das 8. BME-VDV-Forum Schienengüterverkehr wird am Mittwoch, 21.01.2015, mit mehreren Round Tables rund um das Thema Intermodalverkehr zu Ende gehen.