Diabetesgesellschaft kritisiert mangelnde Prävention - Aktionsplan

(PresseBox) ( München, )
Angesichts der starken Zunahme von Zucker- Erkrankungen hat die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) die mangelnde Prävention im deutschen Gesundheitswesen kritisiert. Bei vielen Menschen könnten einfache Maßnahmen die Krankheit verhindern oder hinausgezögern, sagte Professor Hans Hauner von der Technischen Universität München bei der Jahrestagung der DDG am Freitag in der selben Stadt. Dies sei aber im deutschen Gesundheitssystem nicht möglich. Die Kassen weigerten sich, sich Prävention auf die Fahnen zu schreiben und die Pläne für ein Präventionsgesetz lägen auf Eis.
«Hier sind wir auf der Ebene eines Entwicklungslandes», kritisierte Hauner, der auch bei den Menschen eine fehlende Bereitschaft bemängelte, vorbeugend etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Hoffnungen setzen die Diabetes-Experten auf den Nationalen Aktionsplan, der derzeit vorbereitet wird. Er soll unter anderem eine bessere Früherkennung gewährleisten, die Therapie verbessern und die Forschung bündeln. Ende Mai seien dazu Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium geplant, sagte der Präsident der Deutschen Diabetes-Stiftung, Rüdiger Landgraf, der auch am Nationalen Aktionsforum Diabetes mellitus (NAFDM) beteiligt ist. Er habe die Hoffnung, dass Ende des Jahres ein Eckpunktepapier zum Aktionsplan 2010 vorgelegt werden könne, so Landgraf. Dabei setzt der Mediziner auch auf den Bundestagswahlkampf 2009. Er hoffe, dass verschiedene Parteien es als Werbemittel entdeckten, etwas für die acht bis zehn Millionen Diabetiker zu tun, die es wahrscheinlich in Deutschland gebe. 13 von 27 Ländern der Europäischen Union hätten bereits einen Aktionsplan umgesetzt.

Die DDG geht derzeit von sieben Millionen bekannten Diabetes- Patienten aus. Die Zuckerkrankheit gilt nach Ansicht vieler Mediziner als teuerste chronische Krankheit. 2006 haben die Krankenkassen in Deutschland dafür 18,2 Milliarden Euro ausgegeben, einen Großteil davon für Spätschäden. Als Hauptrisikofaktoren gelten Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Angesichts einer jährlichen Zunahme bei den Erkrankungen von fünf Prozent warnte Hauner vor steigenden Ausgaben für die Krankenkassen: «Die Kosten werden uns noch überrollen.» Kritik übte Hauner auch an der Ernährung der Schulkinder, die vielfach immer noch von Fastfood und zuckerhaltigen Getränken geprägt sei. «Das Essen an den Schulen hat sich nicht verbessert.»

Um mehr Durchsetzungskraft zu erlangen, arbeiten die Experten am Aufbau der Dachorganisation «diabetes DE». Neben der DDG seien daran der Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe, die Deutsche Diabetes-Stiftung und die Deutsche Diabetes Union beteiligt, sagte DDG-Präsident Thomas Haak.

(Internet: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de)
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