Digitale Forschung braucht attraktive Standortpolitik

Digitalisierung muss in den Mittelpunkt der Forschungsförderung rücken / Heutiger Forschungsgipfel zielt auf "Aufbau einer Innovations- und Wagniskultur"

Berlin, (PresseBox) - Der Digitalverband Bitkom fordert angesichts des heutigen Forschungsgipfels eine an der Digitalisierung ausgerichtete Innovationspolitik und eine entsprechende Finanzierung. „Forschung und Entwicklung müssen in allen Bereichen auf die Digitalisierung konzentriert werden. Neben politischer Initiative erfordert das vor allem die Bereitschaft, wesentlich mehr in die Förderung digitaler Forschung zu investieren“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Der Forschungsgipfel steht 2017 unter dem Motto „Aufbau einer Innovations- und Wagniskultur“, das vom Bitkom ausdrücklich begrüßt wird. „Deutschland muss als Digitalstandort in die weltweite Spitzengruppe aufrücken – mit Themenschwerpunkten wie Künstlicher Intelligenz, Big Data, Industrie 4.0, Sensorik, 5G und IT-Sicherheit“, sagt Rohleder.

Die Bitkom-Branche zeichnet sich durch kurze Entwicklungszyklen und intensiven internationalen Wettbewerb aus. Und so sieht der Bitkom die Forschungsförderung für IT-Basistechnologien, die in den vergangenen Jahren kaum erhöht worden ist, als besonders wichtig an. Stellte das Bundesministerium für Bildung und Forschung nach eigenen Angaben 2005 knapp 242 Millionen Euro ITK-Projektfördermittel zur Verfügung, waren es zehn Jahr später mit 250 Millionen Euro nur 8 Millionen Euro mehr. Der relative Anteil an den Projektfördermitteln insgesamt sank sogar von 13,6 auf 4,4 Prozent. Zugleich sehen sich forschende Unternehmen im Nachteil, da sie immer weniger Fördergeld erhalten. Von 2005 bis 2014 ist die Unternehmensförderung um 26 Prozent auf 104 Millionen Euro zurückgegangen. Negative Auswirkungen hat auch der Umstand, dass Deutschland neben Estland eines von nur zwei OECD-Ländern ist, in denen es keine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung gibt. Rohleder: „Für den Forschungsstandort Deutschland ist der Verzicht auf die steuerliche Forschungsförderung im internationalen Wettbewerb ein erheblicher Nachteil.“

BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Bitkom vertritt mehr als 2.400 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.600 Direktmitglieder. Sie erzielen mit 700.000 Beschäftigten jährlich Inlandsumsätze von 140 Milliarden Euro und stehen für Exporte von weiteren 50 Milliarden Euro. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, 300 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Hardware oder Consumer Electronics her, sind im Bereich der digitalen Medien oder der Netzwirtschaft tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. 78 Prozent der Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils 9 Prozent kommen aus Europa und den USA, 4 Prozent aus anderen Regionen. Bitkom setzt sich insbesondere für eine innovative Wirtschaftspolitik, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine zukunftsorientierte Netzpolitik ein.

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