Milbradt: Sachsen ist auf dem Weg zur führenden Biotech-Region in Deutschland

Dresden, (PresseBox) - Anlässlich seines Besuchs im Biotechnologischen Zentrum der Technischen Universität Dresden am 24. Mai 2005 hob Ministerpräsident Georg Milbradt die Erfolge der Biotechnologie in Sachsen hervor. Milbradt: "Im Sommer 2000 beschloss die Staatsregierung eine Offensive zum Aufbau der Biotechnologie in Sachsen. Über 200 Millionen Euro wurden und werden investiert. Nach fünf Jahren können wir sagen, dass die Saat aufgegangen ist. Sachsen ist die einzige deutsche Biotechnologie-Region die seitdem ununterbrochen wächst. Unter 25 Biore-gionen in Deutschland haben wir uns von Platz 13 in 1999 auf Platz 7 vorgearbeitet." Als Ziel nannte Milbradt, dass Sachsen eine der drei führenden deutschen Bioregionen mit internationaler Ausstrahlung und Attraktivität werden soll.

Gerade am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden könne man exzellente Wissenschaft erleben. Es zeige auch, was die Staatsregierung wolle und zugleich erreicht habe: Die Vernetzung von universitärer mit außeruniversitärer Wissenschaft solle nicht nur in der Grundlagenforschung Ergebnisse bringen, sondern in der Gründung von Firmen den Schritt in Richtung Kommerzialisierung ermöglichen, so der Ministerpräsident weiter.

Milbradt: "Der Erfolg beruht auf einem inhaltlich scharfem Profil, darauf, dass wir Wissenschaft und Wirtschaft unter ein Dach bringen, dass die Förderung auf international wettbewerbsfähige, anwendungsorientierte Forschung konzentriert und auch regional auf Dresden und Leipzig fokussiert wurde." Wenn die Biotechnologie-Offensive Ende 2005 ausläuft, müsse die Branche aus eigener Kraft wachsen. Das bedeute auch, zusätzliches Kapital zu mobilisieren. Dabei müsse der Bund steuerliche Hemmnisse beseitigen, etwa für Beteiligungen von Stiftungen an jungen Firmen.

Milbradt forderte Mut zu einer ethisch begründeten Risiko-Diskussion ohne ideologische Scheuklappen. In Deutschland diskutiere man Risiken der Technik immer zu sehr unter dem Aspekt, wie eine theoretisch denkbare, größtmögliche Sicherheit herstellbar wäre. Milbradt: "Wenn wir aber nach dem Motto handeln, erst einmal "die anderen" machen zu lassen, verpassen wir Chancen und verlieren langfristig Beurteilungswissen. Wir sollten zudem die Verantwortungsbereitschaft der Wissenschaft nicht zu niedrig ansetzen. Wenn es uns gelingt, eine größere Risikobereitschaft der Politik mit dem Verantwortungsbewusstsein der Wissenschaft zu koppeln, ist in Deutschland mehr Innovation möglich."

Von Zellen zu Geweben – Sonderforschungsbereich zur Stammzellenforschung an der TUD genehmigt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) genehmigte, ebenfalls am 24. Mai 2005, der TU Dresden einen Sonderforschungsbereich (SFB 1991) zur Erforschung von Stammzellen. Dies ist deutschlandweit der erste SFB, der sich mit Stammzellen beschäftigen wird. Die DFG würdigt mit der Genehmigung dieses SFB die herausragende Leistungsfähigkeit der Dresdner Wissenschaftler auf dem Gebiet der Biotechnologie.

Unter dem Titel "Von Zellen zu Geweben: Determination und Interaktion von Stammzellen und Vorläuferzellen bei der Gewebebildung" werden insgesamt 17 Arbeitsgruppen und eine Nachwuchsforschergruppe untersuchen, wie sich aus Stammzellen und Vorläuferzellen Gewebe bilden. Vier der Teilprojekte werden von Wissenschaftlern des Biotechnologischen Zentrums der TUD (Biotec) bearbeitet.

Fernziel des SFB ist es, mit dieser Grundlagenforschung die Voraussetzungen für die Züchtung von Organen zu schaffen und so dem Mangel an Spenderorganen in der Transplantationsmedizin zu begegnen sowie Gewebe bei bestimmten degenerativen Erkrankungen zu ersetzen oder Patienten durch gezielten Zellersatz heilen zu können. Von besonderem Interesse sind dabei Erkrankungen wie beispielsweise Parkinson, Alzheimer, Diabetes oder Leukämie.

Um dieser Vision ein Stück näher zu kommen, werden die traditionell getrennten Disziplinen der Zell- und Entwicklungsbiologie, des Bioengineering und der Medizin interdisziplinär zusammen arbeiten.

Im Mittelpunkt der Forschungen des SFB werden Stamm- und Vorläuferzellen stehen, die für die Hämatopoese (Blutbildung) und für die Funktionen des Nervensystems verantwortlich sind. Die Untersuchungen sollen sowohl beim Menschen als auch bei Modellorganismen wie Maus, Axolotl und Zebrafisch durchgeführt werden. Jeder dieser Modellorganismen bietet einzigartige experimentelle Vorteile für die Erforschung der Gewebebildung aus Zellen.

biosaxony e.V.

Die Biotech-Offensive biosaxony – im Sommer 2000 von der Sächsischen Staatsregierung mit über 200 Mio. Euro ausgestattet – fördert die nachhaltige Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Biotechnologie im Freistaat Sachsen. Die Mittel flossen in den Ausbau der Infrastruktur, in zwölf neue Professuren an den Universitäten Dresden und Leipzig und in anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte. 54 Kernunternehmen, 6 Pharmafirmen und ca. 100 weitere Branchen-Unternehmen sind in Sachsen zu Hause. Der Fokus der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und -institute liegt auf den medizinischen Anwendungen der Biotechnologie: der Regenerativen Medizin und dem Molekularen Bioengineering. Biosaxony ist eine der Top-10-Regionen in Deutschland und die einzige Bioregion in Deutschland die seit 2000 kontinuierlich wächst. Die knapp 6.000 Mitarbeiter der Life-Sciences-Industrie in Sachsen setzen pro Jahr über 540 Mio. Euro um.

Weitere Informationen: www.biosaxony.com

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