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Pressemitteilung BoxID: 591452 (Biogasrat+ e.V.)
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Biomethan - Die klimafreundliche Systemlösung im Strommarkt der Zukunft

(PresseBox) (Berlin, ) "Biogas und insbesondere auf Erdgas-Qualität aufbereitetes Biomethan sind die Antwort auf viele Probleme der Energiewende", erklärte Reinhard Schultz gestern im Rahmen seines Vortrages auf dem ersten Kongresstag des Biogasrat+ e.V. zum Thema "Dezentrale Energieversorgung - Biomethan der Systemintegrator" anlässlich der diesjährigen BioGasWorld in Berlin.

Darüber hinaus stellte Schultz in seinem Vortrag Eckpunkte für die Gestaltung eines Strommarktes auf Basis erneuerbarer Energien vor. "Aus unserer Sicht ist der schrittweise Umbau zu einer last-und verbrauchsnahen Stromerzeugung, in der alle EE-Anlagen Systemverantwortung übernehmen, der kosteneffizienteste Weg für die notwendige Neujustierung des Strommarktes."

Zwar fielen für Energie aus Sonne, aber auch aus Onshore-Wind nur geringe laufende Kosten an, wie Werner Bohnenschäfer vom Leipziger Institut für Energie in seinem Vortrag betonte, für den Ausgleich der Volatilität müsse allerdings investiert werden, vor allem in den kostenintensiven Ausbau der Netze auf allen Netzebenen und letztlich müsse die "gesamte fossile Kraftwerksflotte vorgehalten werden." Eine effiziente Lösung, darin waren sich die Experten einig, sei hingegen die dezentrale verbrauchsnahe Stromerzeugung aus Biomethan. Schultz: "Biomethanerzeugung ist immer gesicherte Erzeugung und verursacht keine zusätzlichen Systemkosten für Netzausbau und Absicherung. Biomethan ist die grüne Backup-Lösung für fluktuierende Erneuerbare". Darüber hinaus werde Kraft-Wärme-Kopplung künftig nicht nur zur Grundversorgung beitragen, sondern auch verstärkt Ausgleichs- und Regelenergie zur Verfügung stellen. Schrittweise müsse die Versorgungsstruktur in den nächsten dreißig- bis vierzig Jahren umgebaut werden, sonst ließe sich weder das Ziel der Treibhausgasreduzierung um 80 % noch das Ziel der Versorgungssicherheit erreichen, erklärte Reinhard Schultz.

Dr. Christian Böse, E.ON Bioerdgas GmbH ging in seinem Vortrag auf mögliche Nutzungskonkurrenzen bei der Erzeugung von Biomethan ein. Sein Fazit: "Biomethanerzeugung in Deutschland ist ohne Nutzungskonkurrenzen möglich, da verstärkt Reststoffe für die Energieerzeugung aber auch brachliegende Flächen für den Anbau nachwachsender Rohstoffe genutzt werden." So könne das erschließbare Flächenpotenzial für den Energiepflanzenanbau nach Erhebungen des BMELV in Deutschland auf bis zu 4 Mio. ha gesteigert werden, ohne dabei die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu beeinträchtigen. Zugleich wies Dr. Böse auch auf die enorme Verschwendung von Lebensmitteln in Europa und den USA hin, die in den Teller-Tank-Diskussionen nicht ausreichend einbezogen würden.

Dr. Michael Niederbacher, B.T.S Biogas GmbH, ging im Anschluss auf die großen Potentiale von Biomethan in Italien ein. Chancen für Biomethan sieht er im Bereich CNG-Mobilität. Hier sei Italien absoluter Vorreiter und für Biomethan als grünen Kraftstoff prognostiziert er einen enormen Absatzmarkt. "Italien verfügt übereines der dichtesten Erdgasnetze in Europa, insofern sind die Voraussetzungen für Biomethan ideal", so Niederbacher.

Die Frage, wie Biogas zu Biomethan wird, beantwortete abschließend Michael Krautsack, Himmel Gastechnik GmbH, in seinem Vortrag und legte dabei seinen Schwerpunkt auf die Flexibilität der Biomethanerzeugung sowie die Möglichkeiten, Membrantechnologien zur Aufbereitung von Biomethan in bestehende Biogasanlagen zu integrieren. Insbesondere wenn ohnehin ein Austausch des BHKWs ansteht, könne ein Umstieg auf Biomethan für den Betreiber sinnvoll sein - auch für kleine Anlagen, so Krautsack.

Sponsoringpartner der Veranstaltung sind:
agri.capital GmbH, B.T.S. Biogas GmbH, E.ON Bioerdgas GmbH, Nordzucker AG, WELTEC BIOPOWER GmbH

Medienpartner der Veranstaltung sind:
BiomassMuse, BIZZ energy today, joule, klimaretter.info, Strom.org

Die BioGasWorld ist die führende internationale Fachmesse für Biogastechnologien und dezentrale Energieversorgung. In diesem Jahr stehen unter anderem Großbritannien und Osteuropa im Fokus.

Berlin ist traditionell das Tor zum Osten - also zu den Biogas-Boomregionen der Zukunft. Ganz vorn auf der Nachfrageseite für Biogastechnologien stehen heute Staaten wie Polen, Tschechien und Ungarn, aber auch die Türkei wird künftig eine wesentliche Rolle spielen. Insgesamt erstreckt sich der Besucherkreis in östliche Richtung bis nach Russland, wobei die westlichen Wachstumsmärkte wie Italien, England und Spanien nicht zu kurz kommen. Neu ist in diesem Jahr eine vielversprechende Partnerschaft mit dem britischen Verband REA (Renewable Energy Association).

Biogasrat+ e.V.

Der Biogasrat+ e.V. ist der Verband für dezentrale Energieversorgung und vertritt die Interessen der führenden Marktteilnehmer. Dabei steht die Markt- und Systemintegration der erneuerbaren Energien entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Vordergrund. Biogas/Biomethan kann im Strom, Wärme und Kraftstoffmarkt wesentlich dazu beitragen, die ökologischen Zielvorgaben der Politik zu erfüllen, ohne dabei unnötige Kosten für die Allgemeinheit zu verursachen. Aus diesem Grund setzt sich der Verband für einen stärkeren Einsatz von Biomethan in allen Nutzungspfaden ein, indem die rechtlichen Rahmenbedingungen optimiert und dadurch eine nachhaltige Entwicklung des Marktes sichergestellt wird.