Biotechnologie-Branche: Wachstum trotz Kapitalknappheit

Im Jahr 2011 ist die deutsche Biotechnologie-Branche wieder gewachsen / Kapitalknappheit zwingt sie allerdings zum Sparen

(PresseBox) ( Berlin, )
Mehr Umsatz, mehr Mitarbeiter und eine gestiegene Anzahl an Firmen - die deutsche Biotechnologie ist auch im Jahr 2011 gewachsen. Sorgen bereiten der Branche jedoch sinkende Zuflüsse an Wagniskapital. Sie zwingen die Unternehmen zum Sparen. Entsprechend dazu gingen die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) weiter zurück. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2006 wurde hier mit 975 Mio. Euro die Milliardengrenze unterschritten (2010: 1,02 Mrd. Euro). Das geht aus den aktuellen Ergebnissen der Biotechnologie-Branchenumfrage 2012 hervor, welche die Informationsplattform biotechnologie.de im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhoben hat. Die Resultate der diesjährigen Umfrage wurden im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage vom 9. bis 10. Mai in Frankfurt/Main vorgestellt.

Im Gegensatz zu den Kapitalinvestitionen von privater Seite, die von 656 Mio. Euro (2010) auf lediglich 142 Mio. Euro (2011) zurückgingen, blieb die Projektförderung des BMBF konstant (45 Mio. Euro). "Wir werden die Forschungs- und Entwicklungsprojekte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) auch weiterhin unterstützen. Sie treiben den Innovationsmotor Biotechnologie an und liefern wichtige Impulse für die Gesundheitswirtschaft und die Bioökonomie", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Dr. Helge Braun. Den Erfolg der KMU-Förderung belegt auch die jüngst abgeschlossene Evaluierung der BMBF-Fördermaßnahmen BioChance und BioChancePlus. Die federführend vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführte Studie hat einen klaren Hebeleffekt der Förderung ermittelt: Die Unternehmen investierten demnach das 2,5-fache der erhaltenen Fördermittel in F&E. Bei 90% der geförderten Projekte konnten die Ergebnisse bereits kommerziell verwertet werden oder eine solche Verwertung ist absehbar. "Die BMBF-Förderung ist eine elementare Stütze der innovativen Biotechnologie am Standort Deutschland. Dennoch brauchen wir auch bessere steuerliche Rahmenbedingungen für F&E, um deutsche Biotech-KMU wieder attraktiv für internationale Investoren zu machen. Die Kapitalknappheit bedroht die Innovationsfähigkeit des Sektors", betonte Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbandes BIO Deutschland.

Trotz sinkender Finanzierungszahlen erreichen immer mehr Produkte deutscher Biotech-Unternehmen den Markt. BIO Deutschland zählte in einer Erhebung zu Beginn des Jahres 700 Biotech-Erzeugnisse "Made in Germany". Passend dazu ist der Umsatz der 552 dedizierten Unternehmen, die sich ausschließlich mit Biotechnologie befassen (2010: 538), von 2,37 Mrd. Euro (2010) auf 2,62 Mrd. Euro gestiegen. Die Zahl der Mitarbeiter in den dedizierten Firmen hat sich auf 16.300 erhöht (2010: 15.480). Aber auch in der Großindustrie, etwa bei Pharma-, Chemie- und Saatgut-Herstellern, erobern biotechnologische Prozesse immer mehr Raum. 126 Unternehmen in Deutschland fallen in die Kategorie "sonstige biotechnologisch-aktive Unternehmen", da biotechnologische Aktivitäten nur einen Teil des Geschäfts ausmachen (2010: 125). Auch diese Firmen stellten Personal ein. Mit 17.570 Beschäftigten stieg die Zahl der Fachkräfte an (2010: 17.000). "Die Kennzahlen belegen erneut, dass sich unsere langjährige Förderpolitik für die Biotechnologie-Branche nachhaltig auswirkt", sagte BMBF-Staatssekretär Braun. Andreas Mietzsch, Vorstandsvorsitzender der BIOCOM AG, welche die Daten im Auftrag des BMBF erhoben hat: "Viele Unternehmen haben sich mit profitablen Geschäftsmodellen und Produkten unabhängig von den Launen und Moden des Kapitalmarktes gemacht. Die Branche ist erwachsen geworden."

Mehr Informationen: www.biotechnologie.de

Hintergrund zur Biotechnologie-Firmenumfrage

Seit 2006 erhebt das Fachinformationsportal biotechnologie.de jährlich im Auftrag des BMBF die Daten der deutschen Biotech-Branche - auf der Basis der statistischen Leitlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In diesem Jahr wurden 742 Unternehmen zu ihrer Situation in 2011 befragt, 584 waren zu einer Antwort bereit. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 79%. Die vorgelegte Statistik enthält zudem die neuen Zahlen zur deutschen Forschungslandschaft in der Biotechnologie.
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