Europa, wir kommen!

Mitgliederversammlung des rbv in Münster

(PresseBox) ( Köln, )
Rund 140 Teilnehmer konnte rbv-Präsidentin Dipl.-Volksw. Gudrun Lohr-Kapfer zur Mitgliederversammlung des Rohrleitungsbauverbandes am 4. April 2014 in Münster begrüßen. "Europa, wir kommen!" - mit der von Lohr-Kapfer im Grußwort ausgegebenen Losung war ein wesentliches Thema bereits klar umrissen: Schon heute sind die Herausforderungen an den Verband immer häufiger europäisch geprägt - ein Trend, der sich noch verstärken wird. Auch die Energiewende, die Sicherstellung einer funktionierenden Infrastruktur vor dem Hintergrund mangelnder Bereitschaft zur Investition in die Leitungssysteme der Ver- und Entsorgung sowie demographischer Wandel und Fachkräftemangel sind Themen, die für Verband und Mitglieder langfristig eine wichtige Rolle spielen werden. Neben dem Bericht der Geschäftsführung und Berichten über die Tätigkeiten von Technischem Lenkungskreis und Ausschuss für Personalentwicklung standen unter anderem die Wahlen von Präsident und Vizepräsidenten auf der Tagesordnung; mit der Ehrung langjähriger Verbandsmitglieder und der Abstimmung über den Veranstaltungsort und -termin der Jahrestagung 2016 fand der offizielle Teil des Treffens seinen Abschluss.

Mit dem Wandel Schritt halten

"Die Zukunft wird nicht weniger Europa bringen, sondern mehr", stellte die Verbandspräsidentin fest. Wichtige Weichenstellungen seien längst keine nationalen Angelegenheiten mehr, der Breitbandnetz-Ausbau und auch Themen wie Normung und Zertifizierung stünden zunehmend unter dem Einfluss und der Steuerung Europas. Der vom Verband ins Leben gerufene Arbeitskreis Strategie befasse sich deshalb nicht allein mit der wichtigen Weiterentwicklung des Regelwerkes in Bezug auf Relevanz, Zertifizierung und Rechtsentwicklung, sondern fasse den Blick weiter: "Wie verändern sich Märkte, Auftraggeber und Infrastrukturen, wie entwickeln sich unsere Ressourcen, und welche Prognosen lassen sich für den Verband und seine Mitgliedsunternehmen ableiten?" - die Fragen und Themen, mit denen sich verschiedene Verbände auseinandersetzen, seien oft sehr ähnlich. Um mit dem Wandel Schritt zu halten und Antworten auf die zunehmend international geprägten Herausforderungen zu finden, sei es wichtig, bestehende Kontakte auszubauen und eine möglichst breite Informationsplattform für die Verbandsmitglieder zu bilden. "Der rbv dreht erfolgreich das Rad im Getriebe der großen Verbandslandschaft" - möglich sei das freilich nur mit motiviertem Personal sowie dem großen ehrenamtlichen Engagement der vielen Vertreter von Mitgliedsunternehmen. Ihnen allen sprach die Präsidentin Dank für die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2013 aus.

Leitungsbau-Tagesgeschäft wird europäisch

Die große Bedeutung europäischer Themen hob auch rbv-Geschäftsführer Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dieter Hesselmann in seinem Bericht der Geschäftsführung hervor: "Wenn das Jahr 2013 etwas gezeigt hat, dann das: Europa kommt", erklärte Hesselmann. Als Beispiele, die über die Wege der Normung, der Zertifizierung und der Berufsbildung bereits heute Einfluss auf das Tagesgeschäft im Leitungsbau nehmen, nannte Hesselmann die EU-Breitband-Verordnung, das Frabo-Urteil - das mehr als deutlich zeigt, dass die Kommission nicht gewillt ist, Handelshemmnisse zu akzeptieren -, die Klage gegen die Bauprodukteliste des DIBt sowie die immer wieder diskutierte deutsche Meisterausbildung. "Tag für Tag gewinnen europäische Themen an Bedeutung, und mittendrin steht der rbv", so der rbv-Geschäftsführer weiter. Die Interessen seiner Mitglieder vertreten könne der rbv nur als Teil eines großen Netzwerkes, das bis nach Brüssel reiche: "Wie tief der rbv in der Branche verwurzelt und wie intensiv die Verbindung mit den Partnerverbänden ist, wird in der Besetzung übergeordneter externer Gremien deutlich", führte Hesselmann aus. Richtungsweisend sei auch das Regelwerk Tiefbau: "Hier haben sieben Verbände gemeinsam an einer Regel gearbeitet - das ist das zukünftige europäische Erfolgsmodell."

Der Mensch steht im Mittelpunkt

"Themen müssen von Menschen bearbeitet und Strukturen von Menschen gelebt werden", machte Hesselmann deutlich und brachte damit die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements der Mitglieder auf den Punkt. Von den Landesgruppen wie auch den Gremien sei im Geschäftsjahr 2013 viel bewegt worden; unter anderem habe man gemeinsam mit neuen Partnern das Bildungsangebot erweitert. Hesselmann verwies außerdem auf die Wichtigkeit der internen und externen Verbandskommunikation, im Zuge derer im Berichtsjahr zahlreiche unterschiedliche Maßnahmen realisiert wurden. Eine wesentliche Rolle neben Leitfäden, Infopoints, Imagefilmen und der Präsenz in den relevanten Printmedien spielte die Organisation von Mitgliedertreffen und die Teilnahme an Veranstaltungen wie zum Beispiel der Wasser Berlin International, der 21. Tagung Rohrleitungsbau und dem Oldenburger Rohrleitungsforum. "Sie sehen, dass wir mit aller Kraft und in jeder Beziehung unsere Zukunft selber gestalten", resümierte Hesselmann und bedankte sich bei Präsidium, Vorstand und den nach Münster gereisten Verbandsmitgliedern für ihre tatkräftige Unterstützung.

Bericht über Technik- und Personalthemen

Im Anschluss referierte Dipl.-Ing. Hanjürgen Grabner über die Tätigkeit der technischen Gremien. Mit der Gründung des neuen Arbeitskreises AK Industrie wurde dem erdverlegten Leitungsbau auf Industriegelände Rechnung getragen; deutlich intensiver als in der Vergangenheit habe man sich auch des Themas Tiefbau im Leitungsbau angenommen und zur Begleitung des Regelwerks Tiefbau einen Ad-hoc-Arbeitskreis Tiefbau installiert. Anschließend ging Grabner auf die Aktivitäten der Technischen Ausschüsse ein, bevor Dipl.-Ing. Armin Jordan über die Ergebnisse der 2013 vom Ausschuss für Personalentwicklung behandelten Aufgaben berichtete. Berufliche Bildung, Qualifikation, Nachwuchssicherung und Aufstiegskonzepte - das alles seien ebenso wichtige Themen wie die Aufarbeitung von Informationen aus den Mitgliedsunternehmen. Als Reaktion auf die Frage "Wie ist eine Grundqualifikation aufzubauen?" habe man eine Umfrage entwickelt, deren Ergebnisse zwischenzeitlich vorliegen. Auf dieser Grundlage gelte es nun, Aufgaben und Ziele zu erarbeiten und umzusetzen.

Schutz und Heimat in Europa

Nach der Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie der Abstimmung über den Etat und die Beitragsfestsetzung 2015 wurden rbv-Präsidentin Lohr-Kapfer sowie die Vizepräsidenten Dipl.-Ing. (FH) Fritz Eckard Lang und Dipl.-Ing. (FH) Manfred Vogelbacher einstimmig in ihren Ämtern bestätigt; im Anschluss ehrte Lohr-Kapfer Mitgliedsunternehmen für ihre 50-, 25- und 10-jährige Verbandszugehörigkeit. Für die Mitgliederversammlung 2016 einigte man sich auf den Veranstaltungsort Hamburg (21.-23. April 2016). In ihrem Schlusswort unterstrich Präsidentin Gudrun Lohr-Kapfer, wie wichtig es angesichts anspruchsvoller zukünftiger Aufgabenstellungen sei, sich die Visionen für die Verbandsarbeit immer wieder vor Augen zu halten. "Nicht nur die Politik gibt uns Neues vor, sondern veränderte Märkte, Unternehmensstrukturen, Arbeitsmarkt und Zertifizierungen fordern uns dazu auf, uns sehr intensiv mit unserer Zukunft auseinanderzusetzen; auch die Veränderungen durch den demografischen Wandel sind beträchtlich: Rente mit 63, Eltern- und Pflegeurlaub: Das alles wird auf die Betriebe zukommen - bei rückläufigem Arbeitsmarkt." Der rbv müsse seinen Mitgliedern nicht nur Schutz und Heimat in Deutschland bieten, sondern in Europa; möglich sei das nur im engen Schulterschluss mit anderen Partnern und Verbänden. Mit Blick auf Fachkräftemangel, Nachwuchsgewinnung und Mitarbeiterqualifizierung stellte die Präsidentin fest: "Rohrbauunternehmen entwickeln sich zu Infrastrukturunternehmen mit multidisziplinären Belegschaften - es wird einen Wettbewerb um Fachkräfte im Bereich Energie, Wasser und Abwasser geben." Das alles werde die Anforderungen an den rbv wachsen lassen; der Verband müsse sich bewusst werden, welche Dienstleistungen für seine Mitglieder wichtig seien. "Wir müssen kontinuierlich daran arbeiten, unsere Stärke zu erhalten und unsere Schwächen abzubauen", lautete der Appell der rbv-Präsidentin, mit dem sie die Veranstaltung beschloss.
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